| GOLD | 5.007,60 $/oz | 4.352,30 €/oz | 139,93 €/g | 139.930 €/kg |
| SILBER | 80,78 $/oz | 70,21 €/oz | 2,26 €/g | 2.257,30 €/kg |
In einem Interview vom 8. Februar meinte der US-Finanzminister Scott Bessent mit Blick auf die damals zu beobachtenden Turbulenzen am Goldmarkt:
„Was die Goldbewegung angeht – in China ist es zuletzt etwas unruhig geworden. Dort müssen sie die Margin-Anforderungen verschärfen. Für mich sieht Gold daher ein bisschen wie eine klassische, spekulative Übertreibung aus.“
Die Aussage impliziert: Ein Teil der heftigen Schwankungen könnte auf spekulative Aktivitäten chinesischer Marktteilnehmer zurückzuführen sein. Doch wie belastbar ist dieserVorwurf?
Ein Blick auf die Kapitalströme liefert zumindest Anhaltspunkte für eine verstärkte Nachfrage aus Asien. Laut Daten des World Gold Council flossen im Januar insgesamt 62,0 Tonnenin asiatische Gold-ETFs– davon allein 38,5 Tonnen nach China.
Zum Vergleich: Nordamerikanische Gold-ETFs verzeichneten Zuflüsse von 43,4 Tonnen, europäische Produkte lediglich 12,9 Tonnen. Dass Asien bei den ETF-Zuflüssen vorne liegt, ist eher die Ausnahme als die Regel. Zuletzt war dies im April 2025 der Fall.
Grundsätzlich lässt sich asiatischen Gold-ETFs in den vergangenen Jahren jedoch ein deutlich dynamischeres Nachfragewachstum attestieren als ihren Pendants in Nordamerika oder Europa. Innerhalb von 15 Jahren haben sich deren Bestände nämlich von 7,9 Tonnen (2009) auf 436,8 Tonnen (2025) vervielfacht, was zweifellos bemerkenswert ist. Gleichwohl besteht im internationalen Vergleich weiterhin erheblicher Nachholbedarf: Nordamerikanische ETFs hielten Ende 2025 insgesamt 2.095,2 Tonnen und europäische 1.419,3 Tonnen.
Weltweite Goldbestände im ETF-Sektor nach Regionen
Quelle: World Gold Council
Warum kaufen chinesische Investoren derzeit verstärkt Gold?
Mehrere Faktoren spielen zusammen:
Doch Gold wird in China – ebenso wie in den USA oder Europa – nicht ausschließlich als Krisenschutz betrachtet. Spekulative Naturen sind ebenfalls aktiv. Gerade in Phasen dynamischer Kursanstiege kann Gold zum Vehikel kurzfristiger Wetten werden. Steigende Kurse ziehen Momentum-orientierte Investoren an, was die Bewegungen zusätzlich verstärken kann.
Reagieren Börsenbetreiber oder Aufsichtsbehörden darauf mit höheren Margin-Anforderungen, ist das ein Hinweis auf erhöhten spekulativen Druck. Dies ist allerdings kein ausschließlich chinesisches Phänomen.
Die Volatilität am Goldmarkt hat zudem selten nur eine Ursache. Neben den ETF-Strömen sind auch Terminmärkte, Währungsbewegungen, Realzinsen und geopolitische Risiken von zentraler Bedeutung.
Auch die Politik in Washington beeinflusstdie Preisentwicklung erheblich. US-Präsident Trump hat mit seinen handelspolitischen und geopolitischen Vorstößen selbst Unsicherheit erzeugt, die Investoren in sichere Häfen wie Gold treibt.
Hinzu kommen die weiter steigenden Schuldenberge auf beiden Seiten des Atlantiks, die langfristige Inflations- und Stabilitätsängste schüren. Solche strukturellen Faktoren tragen mindestens ebenso stark zur Goldnachfrage bei wie regionale Spekulationen.
Fazit: Die jüngste Entwicklung hat gezeigt, dass aus Asien – insbesondere aus China – starke Impulse nach oben aber auch nach unten kamen. Der Goldmarkt ist aber global, vielschichtig und stark von makroökonomischen Rahmenbedingungen geprägt.
Chinesische Investorensind ein wichtiger Faktor – aber weder der einzige noch zwangsläufig der entscheidende Treiber der erhöhten Volatilität.
In den USA fiel die Inflation zuletzt geringer als erwartet aus und in Deutschland bewegt sie sich sogar unter dem von EZB kommunizierten Zielwert von zwei Prozent p.a. Nun darf man gespannt sein, ob diese Entwicklung anhalten wird oder nicht.
Geopolitische Spannungen rund um den Globus werden sich aller Voraussicht nach nämlich nicht in Wohlgefallen auflösen, was sicherlich an Präsidenten wie Putin, Xi und Trump liegt.
In den kommenden Handelstagen dürften folgende Events für ein hohes Maß an Aufmerksamkeit sorgen: Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter und Fed-Protokoll (beide Mittwoch) sowie die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe und der Konjunkturausblick der Philadelphia Fed (beide Donnerstag).
Am Freitag könnten dann noch aktuelle Inflationsdaten und der von der Uni Michigan ermittelte Index zum Konsumentenvertrauen neue Impulse liefern.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Unter fundamentalen Aspekten sollten Anleger aber davon ausgehen, dass bei Gold derzeit keine klassische, spekulative Übertreibung stattfindet!
Die Information war für meine Entscheidungen für künftige Anlagen besonders hilfreich.