| GOLD | 4.168,93 $/oz | 3.710,25 €/oz | 119,29 €/g | 119.287 €/kg |
| SILBER | 56,99 $/oz | 50,73 €/oz | 1,63 €/g | 1.631,01 €/kg |
Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist eine auffällige Diskrepanz: Während der Dow in Dollar gerechnet nahe seinem Rekordhoch notiert, hat er gegenüber Gold erheblich an Wert verloren. Aktuell entspricht der Dow etwas mehr als zwölf Unzen Gold, Anfang 2024 waren es noch etwa 19. In Gold gerechnet hat der US-Aktienmarkt somit innerhalb von rund zweieinhalb Jahren ungefähr ein Drittel seines Wertes eingebüßt.
Beim CPI werde der Dollar jedoch als unveränderlicher Maßstab behandelt, Veränderungen würden nur auf der Seite der Waren und Dienstleistungen erfasst. Ein auf der Währung basierendes Maß sei daher strukturell unfähig, Veränderungen der Währung selbst zu erfassen. Zudem habe der Maßstab einen Eigentümer mit eigenen politischen Zielen.
Dow/Gold-Ratio seit 1974
Quelle: TradingView.com
Hinzu kommen nach Ansicht des Ökonomen zahlreiche methodische Veränderungen des CPI. So werden selbst genutzte Immobilien seit 1983 nicht anhand ihrer tatsächlichen Kaufpreise berücksichtigt. Stattdessen fließt eine geschätzte Miete ein, die Eigentümer theoretisch für ihr eigenes Haus bezahlen müssten. Nachdem die Boskin-Kommission dem Index 1996 eine Überzeichnung der Inflation um rund 1,1 Prozentpunkte pro Jahr attestiert hatte, kamen unter anderem geometrische Mittelwerte und Qualitätsanpassungen hinzu.
Sapozhnikov wirft den Statistikern ausdrücklich keinen Betrug vor und räumt den Anpassungen durchaus Berechtigung ein. Er kritisiert jedoch ein Muster: Nach seiner Auszählung senkte jede größere Revision der vergangenen vierzig Jahre die gemessene Inflation, eingeführt von einer Institution, deren Verpflichtungen wie Sozialleistungen, Steuerstufen und indexierte Schulden von der Höhe des Index abhängen.
Gold hält er deshalb für einen geeigneteren unabhängigen Vergleichsmaßstab. Eine Feinunze bleibe physisch eine Feinunze, ihre Definition könne weder von einer Notenbank noch von einer Statistikbehörde verändert werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass Gold selbst einen konstanten Wert besitzt.
Sapozhnikov sieht im Dow-Gold-Verhältnis historisch auffällige Wendepunkte. So kostete der Dow vor dem Börsencrash 1929 etwa 18 Unzen Gold, 1932 nur noch zwei. 1980 sank das Verhältnis zeitweise auf etwa eins, während es 1999 mit mehr als 40 Unzen einen historischen Höchststand erreichte.
Seine zentrale These lautet, dass monetäre Expansion zunächst Vermögenswerte wie Aktien, Immobilien und Anleihen beeinflusst und erst später bei den Verbraucherpreisen sichtbar wird. Der CPI erfasse daher aus seiner Sicht lediglich die letzte Phase dieses Prozesses.
Für den aktuellen Zyklus formuliert Sapozhnikov eine weitreichende Prognose: Da die Tiefpunkte der abgeschlossenen Zyklen (etwa zwei Unzen 1932, etwa eine 1980) sich im Abstand von rund fünfzig Jahren jeweils halbierten, könnte das Verhältnis bis etwa 2030 auf rund 0,5 fallen. Zugleich macht er seine These überprüfbar: Steigt das Verhältnis vom heutigen Niveau aus über das Rekordhoch von 1999, ohne zuvor den einstelligen Bereich zu erreichen, betrachtet er seine Annahme selbst als widerlegt.
Am Goldmarkt richtet sich der Blick in dieser Woche auf wichtige US-Konjunkturdaten. Bereits am Mittwoch wird mit dem PCE-Preisindex das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß für August veröffentlicht. Dieses könnte dann Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed liefern.
Höhere Inflationswerte dürften die Zinssenkungserwartungen dämpfen und damit kurzfristig Gegenwind für Gold bedeuten, während schwächere Zahlen dem Goldpreis in höhere Regionen verhelfen könnten.
Daneben sorgen aber auch Frühindikatoren wie der für Donnerstag angekündigte ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe für erhöhte Aufmerksamkeit. Den Höhepunkt der Woche markiert am Freitag jedoch der US-Arbeitsmarktbericht für September. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten wird bei der Zahl neu geschaffener Stellen ein Rückgang von 162.000 (August) auf 84.000 prognostiziert.
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Zugleich wird mit einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent gerechnet. Fällt der Bericht schwächer aus als erwartet, könnte dies Zinssenkungshoffnungen befeuern und Gold stützen. Ein überraschend robuster Arbeitsmarkt hingegen würde eher belastend wirken.