Stand: 01.12.2013  0 Kommentare

Wie die Berliner Zeitung am 28. November 2013 berichtete, befinden sich auf dem Grund des brandenburgischen Stolpsees jede Menge Schlamm und eine Mine aus dem 2. Weltkrieg, jedoch kein im Auftrag von Hermann Göring dort versenkter Goldschatz. Einen solchen hatte der Israeli Yaron Svoray, Expeditionsleiter der nun abgebrochenen Schatzsuche, im Stolpsee vermutet. Svoray ist nicht der erste, der hoffnungsvoll auf den Grund des Sees hinab- und mit leeren Händen wieder auftauchte.

Jäger des versenkten Schatzes

"Die Suche war erfolglos", fasst Thomas Kersting vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege/Archäologisches Landesmuseum das Ergebnis der Unterwasseraktion zusammen. Schnell wird aber deutlich, dass er den fehlenden Erfolg nicht unbedingt auf fehlendes Gold im Stolpsee zurückführt. Man könne, sagt Kersting, schon davon ausgehen, dass auf dem Grund des Sees etwas versteckt wurde, nur sei das Wasser dort so trübe, dass man einfach nichts sieht.

Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege/Archäologisches Landesmuseum hatte Svorays Suche genehmigt und seine Expedition dann auch logistisch unterstützt. Israelische Kampftaucher waren ebenfalls mit von der Partie im 13 Meter tiefen brandenburgischen Wasser gewesen und ein Filmteam des "National Geographic" hatte sich schon bereitgehalten, um eine spektakuläre Bergungsaktion festzuhalten.

Tatsächlich hatte Hermann Göring in unmittelbarer Nähe des Sees ein Forsthaus unterhalten. Damit sind die bisher bewiesenen Verbindungen des Gewässers zum selbsternannten Reichjägermeister allerdings schon erschöpft.

Nazigold, Klappe die Dritte

Die Vermutung, Hermann Göring habe 1945 im Stolpsee einen Schatz versenken lassen, damit er nicht der anrückenden Sowjetarmee in die Hände fällt, ist keineswegs neu.

Schon 2008 hatte die Berliner Zeitung von Heinz Renkel aus Reinheim bei Darmstadt und seiner Gewissheit berichtet, dass im See eine halbe Tonne Gold und Platin zu finden sei. Der Grund für die felsenfeste Überzeugung des Mannes aus dem Odenwald war die Zeichnung eines gewissen Medard Klapper, bei der er sich um die Reproduktion einer verschlüsselten Schatzkarte aus Görings nächster Umgebung handeln soll.

1981 hatten Klapper und der Stern-Redakteur Gerd Heidemann Kontakt zur Staatssicherheit der DDR aufgenommen. Nach der Genehmigung von Stasi-Chef Erich Mielke hatte man sich gemeinsam auf deutsch-deutsche Schatzsuche begeben - ohne Erfolg. Heidemann gelangte wenig später zu unrühmlicher Bekanntheit, nachdem er Konrad Kujau auf den Leim gegangen war, dessen gefälschte "Hitler-Tagebücher" der "Stern" 1983 als sensationellen historischen Fund veröffentlichte.

Renkel konnte das Landesamt für Denkmalpflege 2007 überzeugen, das seine illustren schatzsuchenden Vorgänger die Karte einfach falsch interpretiert haben. Die dreidimensionale und von Experten für Yaron Svoray ausgewertete Karte des Seegrunds hat, stammt nicht aus einer vergleichbar farbenfrohen Umgebung. Als Wünschelrute, die zum Raubgold der Nazis führt, taugt sie - zumindest bisher - ganz genauso wenig.

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