Stand: 07.06.2017 von Egmond Haidt 18 Kommentare

Der Goldpreis ist zwar gegenüber Ende 2016 kräftig gestiegen. Die Kryptowährungen, wie Bitcoin und Ethereum, haben aber ein Vielfaches an Kursgewinnen verbucht und damit den Wertverlust des Dollar klar angezeigt. Die Schere zwischen den Alternativwährungen und Gold könnte sich weiter öffnen.

Auf das höchste Niveau seit November 2016 ist die Entwicklung des Goldpreises nach oben gestiegen: Für Rückenwind sorgte zuletzt die Meldung, China sei bereit, mehr US-Staatsanleihen zu kaufen. Auf die Nachricht hin waren die Zinsen für zehnjährigen US-Anleihen auf 2,14 Prozent eingebrochen – das ist das niedrigste Niveau seit Mitte November.

Die sinkenden Zinsen haben zudem den Dollar weiter mit nach unten gezogen, womit der Goldpreis von einer zweiten Seite aus Rückenwind hatte. Zuvor hatten die schwachen US-Arbeitsmarktdaten den Goldpreis deutlich beflügelt, weil der Dollar und die US-Zinsen gefallen waren.

So waren im Mai lediglich 138.000 Jobs geschaffen worden, was weit unter den Schätzungen der Volkswirte von 185.000 lag. Offensichtlich schlägt sich die schwache US-Wirtschaft allmählich auf den Arbeitsmarkt nieder. Gegenüber Ende 2016 steht damit ein Kursplus von 12,5 Prozent beim Goldpreis zu Buche.

Kursanstiege bei Kryptowährungen

Während sich viele Gold-Fans über die Rally sehr freuen, kann man bei einem Blick auf die Performance der riskanteren Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum aber nur staunen. Während sich der Preis von Bitcoin seit Ende 2016 annähernd verdreifacht hat, hat sich der des Herausforderers Ethereum sogar annähernd verdreiundreißigfacht. Damit spiegeln die beiden Kryptowährungen den Wertverlust des Dollar deutlich wider. Der Börsenwert von Ethereum ist damit auf 24,0 Mrd. Dollar gestiegen, womit die Kryptowährung als weltweite Nummer zwei den Abstand auf den "Branchenprimus" Bitcoin (46,7 Mrd. Dollar) deutlich verringert hat.

Der Aufwärtstrend gerade bei Ethereum dürfte in den nächsten Monaten weitergehen, denn etliche der weltweit größten Finanz- und Technologiefirmen, wie JP Morgan, Microsoft und Intel arbeiten zusammen, um die Verbreitung von Ethereum in Unternehmen zu fördern. Laut einer Studie der Beratungsfirma Accenture könnten die zehn größten Banken bei einer Blockchain-Technologie auf Ethereum-Basis zwischen acht und zwölf Mrd. Dollar jährlich an Infrastrukturkosten einsparen.

Preisanstieg Bitcoin & Ethereum: Ende vorerst nicht in Sicht

Mit derartig starken Partnern im Rücken könnte der Preis von Ethereum in den nächsten Monaten weiter deutlich klettern und damit ein erheblich kräftigeres Plus als der Goldpreis verbuchen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Börsenwert von Ethereum viel kleiner ist als der von Gold. So beläuft sich der Wert des weltweiten Goldmarktes auf rund 7,5 Billionen Dollar. Auf diesen Wert belaufen sich die weltweit vorhandenen und bereits geförderten Goldbestände. 

Angenommen der Börsenwert von Ethereum stiege um zwölf Mrd. Dollar – und zeigt damit einen entsprechenden Wertverlust des Dollar an -, dann entspräche das einem Kursplus von 50 Prozent. Bei einem Anstieg des weltweiten Goldbestands ebenfalls um zwölf Mrd. Dollar, läge das Kursplus hingegen bei lediglich 0,2 Prozent.

Derzeit ist noch nicht absehbar, wann der Höhenflug von Bitcoin und Ethereum endet. Die beiden Kryptowährungen könnten in den nächsten Monaten durchaus weiter kräftig steigen. Damit sind die Alternativwährungen für sehr risikobereite Anleger weiterhin interessant. 

Anleger mit weniger Risikobereitschaft werden hingegen weiterhin auf Gold setzen, denn: Physisches Gold kann nicht gehackt werden (siehe Zeit-Artikel "Blockchain: Und plötzlich fehlen 50 Millionen Dollar"). 

Und nach dem möglichen Ausbruch über die Marke von 1.300 Dollar je Unze könnte nun auch das 52-Wochen-Hoch von knapp 1.370 Dollar vom Juli 2016 allmählich ins Visier rücken.

Kryptowährung Bitcoin & Ethereum: Vergleich zu Gold
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
Du hast eine Meinung dazu? Her damit!
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen siehst du?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Du kannst deine Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Hier findest du unsere Datenschutzerklärung.
Kommentare [18]
  • von Whitney Clay | 16.03.2018, 20:58 Antworten

    Es gibt viele gefälschte Seiten, aber ich vertraue liviacoins.com beim Verkauf von ätherischen Produkten.

  • von Kraken | 10.06.2017, 21:09 Antworten

    Bitcoin kann man nicht hacken.
    Aber sehr guter Artikel ansonsten.

    Gold und Bitcoin wollen das gleiche. Nur bitcoin kann nicht wie papiergold manipuliert werden.

    • von Graf von Henneberg | 14.06.2017, 15:40 Antworten

      Gold will gar nichts. Es kann nichts wollen. Gold und Silbe sind die einzig realen, werthaltigen Zahlungsmittel ohne Kurs- und Wertverlust. Die täglich aktuellen Handelspreise sind dabei vollkommen unwichtig. Beim Versagen der Funktionalitäten, welche um das bedruckte Papier als Zahlungsmittel herum aufgebaut wurden, wird man sich an den Goldkauf erinnern, welchen man nicht getätigt hat.

Copyright © 2009-2019 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handcrafted with in "Schwäbisch Sibirien", Germany