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Stand: 18.08.2021 von Hannes Zipfel
Noch bis zum kommenden Sonntag bietet die mittelfränkische Goldschlägerstadt Schwabach ein ganz besonderes Kunsterlebnis: An 32 verschiedenen Orten können Besucher Kunstwerke aus der Region, Deutschland und der ganzen Welt entdecken. Von vergoldeten Skulpturen über Graffiti-Kunst bis hin zu Klanginstallationen erwartet die Besucher eine Entdeckungsreise quer durch die Stadt.
Kunstbiennale im Zeichen des Goldes

Goldener Sinnesrausch in Schwabach

Seit über 500 Jahren wird in Schwabach Blattgold geschlagen. In der südlich an Nürnberg angrenzenden Stadt wird das Handwerk bereits seit dem späten Mittelalter ausgeübt. Aufgrund einer sehr restriktiven Handwerksordnung in Nürnberg wanderten die ersten Goldschläger im 16. Jahrhundert in die südlich angrenzende Nachbarstadt ab.

Hier fanden sie durch die Kessellage und den sandigen Untergrund der Stadt ein für die Blattgoldherstellung wichtiges, relativ trockenes Klima vor. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreichte das Handwerk in Deutschland seine Blüte.

Schwabach beherbergte damals 130 Betriebe mit bis zu 1.200 Beschäftigten.

Heute gibt es noch vier Betriebe, die Blattgold herstellen und in die ganze Welt exportieren. Es ziert u. a. die Türme orthodoxer Kirchen in der Ukraine, Palastkuppeln in den Emiraten, die Kuppel des Invalidendoms in Paris oder den Felsendom in Jerusalem. Schwabach gilt nach wie vor als weltweites Zentrum des Goldschlägerhandwerks.

Für die Schwabacher Kunstbiennale "ortung 12 - im Zeichen des Goldes" hatten sich über 400 Künstler aus der ganzen Welt beworben - so viele wie nie zuvor. Der besondere Charme liegt in der Präsentation der Kunstwerke.

Als Ausstellungsorte dienen:

  • öffentliche Plätze
  • Kellergewölbe
  • Grünflächen
  • Kirchen
  • Galerien
  • Geschäfte
  • oder Privaträume.

Durch die einzigartige Einbindung in das Stadtbild entsteht so ein abwechslungsreicher Kunst-Parcours durch die mittelalterliche Schwabacher Altstadt. Die 20 am Wettbewerb teilnehmenden Künstler verschiedener Sparten sowie acht Gastbeiträge öffnen mit ihren Arbeiten neue und überraschende Perspektiven.

Am kommenden Samstag wird die Jury die Preisträger bekannt geben, deren Kunstwerke auf das traditionelle Goldschlägerhandwerk in der Stadt Bezug nehmen.

Ein Bild von den Werken kann man sich bei einem Spaziergang durch die Stadt machen. Der Kunst-Parcours führt über 32 Stationen.

Dazu gehören Innenbereiche wie:

  • der Goldene Saal im Rathaus
  • das Stadtmuseum
  • die alte Synagoge
  • das Sudhaus Leitner
  • oder das Atelier 15.
Im Freien kann man Kunstwerke im Seminargarten, auf dem Königsplatz oder im Apothekersgarten entdecken.

Ein Abstecher lohnt sich auch in die lebensecht nachgestellte „Goldschläger-Schauwerkstatt", wo hinter einem Schaufenster die einzelnen Produktionsschritte vom Goldbarren bis zum hauchdünnen Blattgold sowie das Beschneiden und Verpacken gezeigt werden.

Mit der ganzen Familie auf die Spuren des Goldes begeben

Am kommenden Freitag bietet das Stadtmuseum jeweils um 14:00 und 15:30 Uhr eine 45-minütige Familienführung speziell für Kinder von vier bis acht Jahren an, die sich zusammen mit der kultigen Handpuppe Aurelia auf die Spuren des Goldes begibt.

Dabei werden die Geheimnisse gelüftet, wo das Gold eigentlich herkommt und wie daraus hauchfeines Blattgold entsteht.

Sehr beliebt unter den Besuchern ist die Führung "Ortung komplett", die alle 32 Kunst-Stationen umfasst und circa drei Stunden dauert. "Ortung kompakt" zeigt dagegen in 90 Minuten ausgewählte Werke.

Karten sind im Vorverkauf erhältlich entweder online über www.reservix.de oder vor Ort im Bürgerbüro im Rathaus. Eine Tageskarte für die Biennale kostet 6 Euro, ermäßigt nur 4 Euro. Bis 18 Jahren ist der Eintritt sogar frei.

Autor: Hannes Zipfel
Ökonom
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"