Stand: 26.10.2018 von Egmond Haidt 4 Kommentare

Nachdem der Goldpreis vor kurzem noch in der Nähe des 20-Monats-Tiefs gelegen war, geht es seitdem deutlich aufwärts. Für Rückenwind sorgt vor allem der Kursrutsch beim S&P500. Umso mehr sollten Gold-Fans die Entwicklung bei US-Aktien im Auge haben.

In die Nähe des Sechs-Monats-Tiefs ist der S&P500 eingebrochen, zuletzt gab es Panik am Markt. Allein seit Monatsanfang ist der Index um 8,8 Prozent eingeknickt, das ist der größte Monatsverlust seit vielen Jahren. Im Gegenzug haben Investoren etwas Geld in Gold umgeschichtet, der Goldpreis notiert mit Kursen von um die 1.230 Dollar je Unze in der Nähe des Drei-Monats-Hochs.

Beim Goldpreis auf Euro-Basis ist die Notierung auf Vier-Monats-Hochs geklettert, nachdem der Euro in die Nähe des 52-Wochen-Tiefs gegenüber dem Dollar abgerutscht ist.

Einerseits ziehen die steigenden US-Zinsen den Dollar nach oben. Andererseits drücken die zunehmend schlechter werdenden Konjunkturdaten aus der Euro-Zone und die Sorge vor einem starken Schuldenanstieg in Italien den Euro nach unten.

Für den Kurseinbruch beim S&P500 gibt es eine Menge Gründe

Eine Menge von Faktoren sorgten dafür, dass der S&P500 plötzlich kräftig nach unten gedreht ist und die Talfahrt in den nächsten Monaten anhalten dürfte. Bislang hatten viele Investoren geglaubt, dass sich die US-Unternehmen von der Abkühlung der Weltwirtschaft abkoppeln könnten und die laufende Quartalssaison das bestätigen würde. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall. Reihenweise liefern Unternehmen entweder schwache Zahlen, oder geben Gewinnwarnungen ab, woraufhin die Aktien eingebrochen sind.

Schauen Sie sich einmal die Papiere der Halbleiterhersteller Texas Instruments, oder Advanced Micro Devices (AMD) an, oder des weltgrößten Baumaschinenherstellers Caterpillar. Die einen Firmen verweisen auf die schwache Nachfrage, die anderen, wie Caterpillar, auf die steigenden Rohstoffkosten.

Das sind Nachrichten, die den Investoren überhaupt nicht gefallen. Die Gefahr ist groß, dass die Quartalssaison deutlich schlechter ausfallen wird als viele Anleger erwarten, woraufhin der Kursrückgang bei vielen Einzelwerten und damit beim S&P500 anhalten dürfte.

US-Häusermarkt sendet starke Warnsignale für die Gesamtwirtschaft

Der zweite Belastungsfaktor ist, dass die Investoren beginnen, verstärkt auf die zunehmend schwachen Daten vom Immobilienmarkt zu reagieren. So waren die Verkäufe neuer Häuser zuletzt deutlich stärker gesunken als erwartet.

Grund ist, dass die Zinsen für Hypothekendarlehen auf Sieben-Jahres-Hochs gestiegen sind. Daher kocht bei Investoren die Sorge hoch, dass der kräftige Zinsanstieg in den nächsten Quartalen die Verbraucher und die Unternehmen noch mehr belasten wird, woraufhin auch andere Sektoren in Straucheln kommen könnten, wie der Autosektor, zumal die Aktien von General Motors und Ford auf Mehr-Jahres-Tiefs eingebrochen sind.

Sollte sich die US-Wirtschaft in den nächsten Quartalen deutlich abkühlen, oder gar in die Rezession abrutschen, dann dürfte das der Aktienmarkt bereits einige Monate vorher widerspiegeln. Der jüngste Kursrutsch sollte daher niemanden überraschen.

Ich gehe davon aus, dass bei einer anhaltenden Talfahrt am Aktienmarkt schon bald einige „Experten“ sagen werden, dass die Sorgen der Investoren vor einer möglichen Rezession völlig unbegründet seien.

Wenn Sie etwas Derartiges hören, sollten bei Ihnen alle Warnlampen angehen. Wenn die „Experten“ behaupten die Lage sei unter Kontrolle und die Probleme „eingedämmt“, dann ist genau das Gegenteil der Fall, dann brennt die Hütte bereits lichterloh.

Gold-Fans sollten die Entwicklung beim S&P500 genau beobachten. Ich gehe davon aus, dass sich die Korrektur um US-Aktienmarkt deutlich ausweiten wird. Die nächsten Monate werden zeigen, wie der Goldpreis auf die Entwicklung am US-Aktienmarkt reagieren wird.
Kurseinbruch am US-Aktienmarkt lässt Goldpreis steigen
Egmond Haidt - Nach der Bankausbildung und dem BWL-Studium begann Egmond Haidt im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.
Weitere Beiträge:
MEISTDISKUTIERTE ARTIKEL
MEISTGELESENE ARTIKEL
Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per Mail an info@gold.de widerrufen.
Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.
Kommentare [4]
  • von Helge Zabelt | 01.11.2018, 17:41 Antworten

    Immer ruhig bleiben, wer sich verrückt machen lässt, verliert, ich denk immer noch das vor allem Silber total unterbewertet ist und kaufe nach.

  • von Mr. Silver | 27.10.2018, 09:48 Antworten

    Erst ab 1300 Dollar wird das Gold bullischer. Schieflagen der Spekulanten in short Positonen müssen geschlossen werden. Dies treibt die Preise nach oben. Jetzt fließt auch wieder Geld in den Markt hinein Doch der Geldfluss geht nicht endlos. Nach einer Hausse kommt eine Baisse. Diese hat im September begonnen. 22 Monate gab es eine Megahausse an der Wallstreet. Nimmt man die Fibu Zahlen in der Zeit kann die Baisse erstmal 23,6 % oder 38% der Zeit nach unten gehen. Das sind ca 5 bis 8 Monate. Weitere Zinsanhebungen belasten die Börsen. Die Baume wachsen nicht in den Himmel. Sieht man in die Vergangenheit, haben Baissezeiten das Gold nicht stark bewegt.

  • von Hotspot | 26.10.2018, 16:37 Antworten

    Jetzt zeigt sich welche Anlageklasse glänzt ...

  • von Karin Quantus | 26.10.2018, 12:14 Antworten

    Mit Gold werden wir ab jetzt unser blaues Wunder erleben

Copyright © 2009-2018 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany