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Stand: 26.01.2026 von Jörg Bernhard
In der vergangenen Woche wurde das Ergebnis der mit Spannung erwarteten LBMA-Umfrage zu Gold, Silber, Platin und Palladium veröffentlicht. Nachfolgend erfahren Sie, welche Erwartungen die befragten Experten hinsichtlich Gold haben.
Gold-Explosion 2026? LBMA-Umfrage sieht 7.150 USD

LBMA-Umfrage bietet hohen Nutzwert

Die „Precious Metals Forecast Survey“ der London Bullion Market Association (LBMA) hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Orientierungsgröße für Edelmetallanleger entwickelt. Jedes Jahr geben renommierte Analysten, Banken und Edelmetallexperten ihre Einschätzungen zu den Preisentwicklungen der vier wichtigsten Edelmetalle ab.

Der hohe Nutzwert der Umfrage liegt vor allem in ihrer Transparenz: Neben Konsensschätzungen werden auch Jahrestiefs und Jahreshochs veröffentlicht, wodurch ein differenziertes Bild der Markterwartungen entsteht.

Nachfolgend erfahren Sie die wichtigsten Fakten zu den Goldpreisprognosen. Seit 2015 ist der tatsächlich erzielte durchschnittliche Goldpreis ununterbrochen mehr oder weniger stark gestiegen (siehe Grafik). Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung des gelben Edelmetalls als strategische Absicherung in einem Umfeld zunehmender geopolitischer Spannungen, hoher Staatsverschuldung und geldpolitischer Unsicherheiten.

LBMA-Umfrage deutet bei Gold auf anhaltenden Optimismus hin

LBMA Umfragen 2026Quelle: www.lbma.org.uk

Die befragten Experten erwarten für das Jahr 2026 im Konsens einen durchschnittlichen Goldpreis von 4.741,97 US-Dollar (2025: 2.736,69 US-Dollar). Dies entspräche einer Steigerung um 38,2 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis des Jahres 2025.

Damit würde sich der langfristige Aufwärtstrend nicht nur fortsetzen, sondern ein neues historisches Niveau erreichen. Noch vor wenigen Jahren galten derartige Preisregionen als unrealistisch, inzwischen spiegeln sie die veränderte Wahrnehmung von Gold im globalen Finanzsystem wider.

Große Spannweite der Experteneinschätzungen

Die Bandbreite der einzelnen Prognosen fällt allerdings sehr groß aus. Die höchste Durchschnittsschätzung stammt von Julia Du (ICBC Standard Bank), die für 2026 einen mittleren Goldpreis von etwa 6.050 US-Dollar erwartet. In ihrer Prognose reicht die Preisspanne von einem Jahrestief bei rund 4.100 US-Dollar bis zu einem Jahreshoch von etwa 7.150 US-Dollar.

Diese Einschätzung reflektiert ein Szenario anhaltender geopolitischer Risiken sowie einer weiterhin starken Nachfrage institutioneller Akteure.

Deutlich vorsichtiger zeigt sich hingegen Robin Bhar (Robin Bhar Metals Consulting). Er liefert die niedrigste Durchschnittsprognose innerhalb der Umfrage und rechnet für 2026 mit einem mittleren Goldpreis von rund 4.000 US-Dollar.

Sein erwarteter Preisrahmen bewegt sich zwischen einem Jahrestief von etwa 3.500 US-Dollar und einem Hoch von rund 5.000 US-Dollar. Diese konservative Sichtweise basiert vor allem auf der Annahme, dass sich Teile der aktuellen Unsicherheiten im Zeitverlauf wieder abschwächen könnten.

Bei den prognostizierten Jahrestiefs bzw. Jahreshochs reichten die Schätzungen von 3.450 bis auf 7.150 US-Dollar – ein ungewöhnlich weiter Korridor, der die hohe Unsicherheit, aber auch das erhebliche Potenzial des Goldmarktes widerspiegelt.

Interessant dabei:Immerhin fünf Experten erwarten im Jahresverlauf ein Erreichen der Marke von 6.000 US-Dollar.

Übrigens: Im Vorjahr erwies sich Keisuke (Bill) Okui von Sumitomo Corp. als treffsicherster Analyst. Seine Prognose lag mit 2.925 US-Dollar allerdings deutlich unter dem tatsächlichen Durchschnittswert von über 3.431 US-Dollar. Für 2026 prognostiziert er nun bei Goldpreisschwankungen zwischen 3.500 und 6.000 US-Dollar einen Durchschnittswert von 5.300 US-Dollar.

Ausblick für die laufende Woche

Bei Gold scheinen derzeit vier Buchstaben die aktuelle Stimmung zu bestimmen: FOMO (Fear of Missing Out) – also die Angst, etwas zu verpassen. Hohe Goldpreise schrecken nicht ab, sondern lösen zusätzliches Kaufinteresse aus.

Weder Notenbanken noch ETF-Investoren sehen die Rekordfahrt als sonderlich großes Hindernis für neue Goldinvestments, wobei das Trio Trump, Putin und Xi für die anhaltende Kapitalflucht in Gold in hohem Maße mitverantwortlich sein dürften.

Das erodierende Vertrauen in US-Vermögenswerte hat sich nach dem Grönland-Disput zwischen Europa und den USA nochmals verstärkt. Dies hat sich im verstärkten Verkauf von US-Staatsanleihen niedergeschlagen.

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Trumps Antwort auf die Verkaufswelle fiel mit der Androhung massiver Vergeltung wie gewohnt aus. Bleibt zu hoffen, dass er nicht völlig den Verstand verliert und nicht dem Beispiel Russlands folgt.

In den USA steht derzeit viel auf dem Spiel – u.a. die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Sie wird am Mittwoch einmal mehr der Forderung Trumps nach massiven Zinssenkungen nicht nachgeben. Sobald er aber einen neuen Fed-Chef „installiert“ hat, dürfte sich dies ändern.

Profilbild von Jörg Bernhard
Stand: 26.01.2026
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von solider Anleger | 27.01.2026, 16:18 Uhr Antworten

Nicht der Zahlenwert sondern die Kaufkraft ist entscheidend!

Was nützte 1923 die Milliarde, wenn es kein Brot dafür gab?

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