Stand: 03.12.2014  0 Kommentare

In den Zentralbanken geht die Angst vor Deflation um. Deshalb wollen sie die Inflation antreiben. Es scheint zunehmend unwahrscheinlich, dass sie im kommenden Jahr wie vielerorts erwartet ihre Niedrigzinspolitik beenden werden. Und ihr erbittert geführte Kampf gegen die "Lowflation" hat gerade erst begonnen.

Wer glaubt, das Jahr 2015 würde das Ende der ultra-lockeren Geldpolitik der westlichen Zentralbanken mit sich bringen, der könnte sich gewaltig irren. Bei Zentralbankern geht die Angst vor Deflation um. Denn nicht nur erscheint ihnen die Inflationsrate viel zu niedrig, nein, diese sei nachhaltig und unmäßig niedrig und mit den bisherigen Maßnahmen nicht annähernd überwunden worden, hieß es am Montag in London bei der Investmentbank Morgan Stanley. Brancheninsider sprechen mittlerweile von einer Phase der "Lowflation", also nachhaltig niedrigen Inflationsraten. "Die Märkte glauben nicht mehr daran, dass die Zentralbanken in naher Zukunft in der Lage sind, die Inflation anzukurbeln", sagte Joachim Fels, Chefvolkswirt bei Morgan Stanley. 

Kampf gegen Lowflation

Das neue Schreckgespenst der Zentralbanken lautet daher: Lowflation. Die Inflationsraten seien dauerhaft so niedrig, dass sie "allesbeherrschend, hartnäckig und schädlich" daherkämen, so Fels. Im kommenden Jahr sei deshalb von den Zentralbanken noch einiges zu erwarten. "Wir glauben, dass sie (die Zentralbanken) den Kampf gegen Lowflation bereits begonnen haben, aber da kommt noch mehr", sagte Fels

Groß angelegte quantitative Lockerung

Bei der Europäischen Zentralbank werde es voraussichtlich auf eine groß angelegte quantitative Lockerung hinauslaufen. Die EZB werde zudem beginnen, Unternehmensanleihen zu kaufen, bevor sie sich irgendwann auch an Staatsanleihen traue. Laut Fels wird sich auch die US-Notenbank nicht auf eine Anhebung der Zinssätze im kommenden Jahr einlassen. Die erste Anhebung werde voraussichtlich erst im Januar 2016 kommen, und nicht Mitte des kommenden Jahres, wie allgemein von den Märkten erwartet werde. Auch die Bank of England werde erst gegen Ende des nächsten Jahres an eine Zinsanhebung denken.

Zentralbank-Bonanza geht weiter

So wird die Zentralbank-Bonanza auch im nächsten Jahr weitergehen, inklusive billigem Geld und einer aggressiven Konjunkturpolitik. Doch den Zentralbanken gehen zusehends die geldpolitischen Instrumente aus. So wurden die Kapitalmarktzinsen von den Zentralbanken bereits weit unter natürliche Niveaus gedrückt, was die Preise für Finanzprodukte von der Politik der Zentralbanken abhängig und daher anfällig macht. Der neue Kampf der Zentralbanken gegen Lowflation liegt in der Angst vor einer Deflation begründet. Deshalb wird die Normalisierung der Geldpolitik verschoben.

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