Stand: 29.05.2013  0 Kommentare

Marc Faber glaubt nicht an eine langfristige Fortsetzung der Aktienhausse. Im 2. Teil des Interviews mit dem DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) verweist er auf den rein liquiditätsgetriebenen Charakter des Bullenmarkts, der vor allem durch die lockere Geldpolitik der USA am Laufen gehalten werde. Eine Korrektur wird nach Einschätzung des auch als "Doctor Doom" bekannten Schweizer Investors auf jeden Fall kommen und sie könnte stärker ausfallen, als viele erwarten.

Steht ein Szenario wie 1987 am Aktienmarkt bevor?

Je länger eine Korrektur ausbleibt, desto höher schätzt Faber die Wahrscheinlichkeit eines Szenarios am Aktienmarkt wie im Jahr 1987 ein. Damals war der amerikanische Leitindex Dow Jones von Januar bis August um 41 % gestiegen, verlor dann aber 40 % seines Werts und verzeichnete alleine am 21. Oktober 1987 einen massiven Kurseinbruch von 22,6 %. Der Tag ist als "Schwarzer Montag " in die Börsengeschichte eingegangen.

Wenn alle das gleiche denken, werde ich vorsichtig

"Was mich stört: Die ganze Welt glaubt an den Aktienanstieg: nicht wegen einem guten wirtschaftlichen Ausblick und nicht wegen zunehmender Arbeitsplätze, sondern weil die Federal Reserve Geld druckt. Wenn alle das gleiche denken, werde ich vorsichtig", begründet Faber seine skeptische Einschätzung.

Ende der Aktienhausse?

Die Frage, ob sich im Moment nicht der Beginn einer neuen Aktienhausse abzeichnen könnte, verneint Faber. Die Hausse habe am 6. März 2009 begonnen und Aktien seien bereits stark gestiegen.

Ein Ende des Bullenmarktes sei hingegen durchaus möglich und die Situation eventuell mit dem Jahr 2000 vergleichbar. Vom 1. Januar bis zum 21. März dieses Jahres habe der amerikanische Technologie-Index NASDAQ noch einmal um 30 % zulegen können und sei dann sehr stark gefallen.

(Anmerkung: Das Jahr 2000 markierte nicht nur das Ende der Euphorie bei den Technologieaktien, sondern auch den Schlusspunkt des übergeordneten Bullenmarkts bei Aktien, der 1982 begonnen hatte.)

Mit einem Blick auf den grundsätzlich inflationären Charakter der heutigen Aktienhausse ergänzt "Doctor Doom ": "Ein Einbruch kommt. Die Frage ist nur, ob bei einem Stand des Dow Jones von 15.000 oder 150.000 oder 1,5 Millionen. Sie können ja einmal nachschauen, wie sich die Aktien während der deutschen Hyperinflation (1922 bis 1923) bewegt haben."

Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in den USA und Europa

Faber bekräftigt seineim ersten Teil des Interviews geäußerten Zweifel an offiziellen Daten zu Inflation und Wirtschaftswachstum. Europa befände sich heute bereits in einer Rezession, wenn die Statistiken richtig berechnet würden und die Frage, ob in den USA ein Wachstum von 2 % oder 0 % vorliegt sei schwierig zu beantworten. "In Anbetracht des Stimulus (gemeint ist die Bereitstellung von Liquidität durch die Notenbanken ) verhält sich die Wirtschaft ganz schwach."

Faber begründet seine Zweifel mit einem Vergleich der Wirtschaftsdaten aus den USA und Singapur. Der asiatische Stadtstaat veröffentlicht nach Fabers Einschätzung relativ ehrliche Statistiken, gibt die Inflationsrate für den Singapur-Dollar mit 4 % an, meldet eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts und eine rückläufige Industrieproduktion.

"Wenn Singapur mit seiner starken Währung 4 % Inflation hat, wie kann es sein, dass Amerika (Anmerkung: mit seiner tendenziell geldentwertenden Politik) weniger als 2 % hat? Ich würde mir die ausgewiesenen Statistiken gar nicht anschauen. Die Regierungen lügen doch alle", urteilt der Investor kategorisch.

Faber hält europäische Aktien

Trotz grundsätzlicher Skepsis gegenüber Aktien hält Faber aus Gründen der Diversifikation einen Aktienanteil von 25 % im eigenen Depot und gibt an, vor einem Jahr in europäische Werte investiert zu haben. Damals hatte sich der als wichtiger Indikator für die US-Wirtschaft geltende Index S&P 500 bereits mehr als verdoppelt, während die Aktienmärkte in Ländern wie Griechenland, Portugal, Italien, Frankreich und Spanien auf oder unter dem Niveau des März 2009 notierten.

Die Aktienpreise in Griechenland haben sich seither verdoppelt, die anderen Märkte seien 30 % bis 40 % gestiegen. "Ich halte Aktien in Europa, zum ersten Mal in meinem Leben. Wenn sie fallen, würde ich nachkaufen, denn die Bewertungen sind teilweise tief."

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