| GOLD | 4.704,73 $/oz | 4.016,60 €/oz | 129,14 €/g | 129.137 €/kg |
| SILBER | 87,18 $/oz | 74,44 €/oz | 2,39 €/g | 2.393,30 €/kg |
Ein derart kräftiger Rücksetzer innerhalb kurzer Zeit sorgt natürlich für ein hohes Maß an Verunsicherung, zumal der weltweit größte Gold-ETF SPDR Gold Shares im Monat März bislang rund 1,426 Millionen Unzen Gold verloren hat, was 44,34 Tonnen entspricht (Stand: 20.03.2026). Parallel dazu sank sein Marktwert um nahezu 30 Milliarden auf 155 Milliarden Dollar. Laut Angaben von Seeking Alpha handelt es sich dabei um die stärksten monatlichen Abflüsse seit 13 Jahren – und die jüngste Kursentwicklung ist in diesen Zahlen noch nicht einmal enthalten.
Der 2004 auf den Markt gebrachte SPDR Gold Shares wird von institutionellen Investoren häufig als Instrument genutzt, um kurzfristig und kostengünstig auf die Entwicklung des Goldpreises zu setzen. Dank hoher Liquidität und enger Spreads ermöglicht der ETF einen schnellen Ein- und Ausstieg. Gerade in volatilen Marktphasen wird er daher häufig genutzt, um auch größere Goldinvestments rasch anzupassen.
Trotz des massiven Einbruchs konnte sich der Goldpreis aber im weiteren Handelsverlauf stabilisieren und einen Teil der Verluste wieder aufholen (siehe Chart). Dennoch wirft der Kurssturz Fragen auf.
Als Auslöser kommen mehrere Faktoren in Betracht: Nach der vorangegangenen Rallye nutzten viele Investoren die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen. In den vergangenen Wochen belastete die Stärke des Dollarkurses den Goldpreis, da das Edelmetall in der Regel negativ mit der US-Währung korreliert. Hinzu kamen steigende US-Renditen beziehungsweise die Erwartung weiterer Zinserhöhungen, die die Opportunitätskosten für Gold (Zinsverzicht) erhöhen.
Obwohl Gold als langfristiger Inflations- und Krisenschutz gilt, wurden die negativen Begleitumstände wachsender Inflationssorgen (Zins- und Konjunkturrisiken) sowie der Iran-Krieg als belastender Begleitumstand wahrgenommen.
Goldpreisentwicklung am 23. März 2026
Quelle: GOLD.DE; Stand: 23.03.26; 15:15 Uhr
Ein weiterer Aspekt ist das aktuelle Marktsentiment. In Phasen erhöhter Nervosität werden häufig liquide Anlagen verkauft, um Verluste in anderen Bereichen auszugleichen oder Margin Calls zu bedienen.
Gold – und insbesondere ein liquider ETF wie der SPDR Gold Shares – wird in solchen Situationen oft als „Cash-Generator“ genutzt und entsprechend schnell abgestoßen.
Der seit dem Jahreswechsel von 26 auf 35 Prozent gestiegene CBOE-Goldvolatilitätsindex ist ein klares Signal für ein erhöhtes Timingrisiko. Kurzfristig orientierte Anleger sehen sich derzeit mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert, in dem schnelle Richtungswechsel jederzeit möglich sind. Doch die langfristige Perspektive fällt differenzierter aus.
Fundamental sprechen weiterhin mehrere Faktoren für Gold: Die weltweiten Schuldenstände bleiben auf hohem Niveau und die Haushaltsdefizite dürften eher steigen als fallen, während sich geopolitische Spannungen höchstwahrscheinlich nicht in Wohlgefallen auflösen werden. Gleichzeitig dürfte die Inflation langfristig ein Thema bleiben, nicht zuletzt durch strukturelle Trends wie hohe Energiepreise, Deglobalisierung und hohe Staatsausgaben.
Sollte sich das Zinsumfeld wieder lockern, könnte Gold erneut profitieren.
Nicht zuletzt dürften viele Zentralbanken – auch wegen der Politik von US-Präsident Trump – weiterhin auf das gelbe Edelmetall setzen und ihre Goldreserven ausbauen. Diese strategische Nachfrage bildet eine stabile Basis für den Markt. Vor diesem Hintergrund könnte der jüngste „Aderlass“ beim größten Gold-ETF eher als Ausdruck kurzfristiger Marktverwerfungen interpretiert werden – und weniger als grundlegende Trendwende.
Fazit: Die aktuellen Turbulenzen verdeutlichen, wie schnell Stimmungen drehen können. Während bei Gold kurzfristig Vorsicht geboten ist, bleiben die langfristigen Argumente für Gold intakt. Anleger sollten daher unbedingt zwischen taktischen Risiken und fundamentalen Chancen unterscheiden.
In den kommenden Handelstagen stehen mit dem ADP-Wochenbericht, diversen Einkaufsmanagerindizes, den Im- und Exportpreisen sowie den wöchentlichen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe jenseits des Atlantiks zwar einige wichtige Konjunkturindikatoren zur Bekanntgabe an, möglicherweise interessieren sich die Akteure an den Goldmärkten jedoch eher für die anstehenden Statements mehrerer US-Notenbanker.
Nur zur Erinnerung: Vor wenigen Wochen galten mit Blick auf das Jahresende 2026 zwei US-Zinssenkungen als relativ sicher. Mittlerweile fällt laut FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group sogar die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung (24,4 Prozent) höher als die Chance auf eine Zinssenkung (7,8 Prozent) aus.
Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.
Hohe oder steigende Zinsen gelten an den Finanzmärkten zwar als kontraproduktiv für Gold, langfristig agierende Investoren sollten sich dabei aber stets vor Augen führen, dass hohe Zinsen auch ein höheres Risiko nach sich ziehen, schließlich sind wachsende Schuldenberge und Haushaltsdefizite in einem Umfeld steigender Zinsen alles andere als ein gesunder „Cocktail“.
Artikel bestätigt das Konstrukt als Spekulationsobjekt. Wie war das noch?
Nur Gold ist Geld und alles andere nur Kredit?
Das ist richtig, Gold und Silber ist für den langfristigen Wertspeicher bestens geeignet. Also kein Spekulationsobjekt. Eine totaler Wertverlust ist sehr unrealistisch. Ich stehe nach wie vor zu meiner für mich richtigen Entscheidung, investiert zu haben und es in der Zukunft auch zu tun.
Nach 2025 mit plus 47 % hat man erwartet, dass es in dieser Tonart weitergeht. Wahrscheinlich unrealistisch, aber nach allgemeiner politischen Beruhigung wird es langfristig wieder bergaufgehen. Gold ist ein Langfristinvestment und für schnellen Spekulationsgewinn ungeeignet.