Stand: 01.01.2016  0 Kommentare

Mit deutlichem Vorsprung bleibt Mexiko der weltgrößte Silberproduzent. Doch trotz der anhaltend hohen Produktion brechen die Einnahmen aus dem Export des weißen Edelmetalls ein. Ein Umstand, mit dem alle wichtigen Förderländer von Silber konfrontiert sind. Dennoch werden die Silberexporte von Mexiko in Zukunft weiter steigen. Denn das Land ist einfach nicht in der Lage, seine Silberproduktion zu drosseln.

Die Menge an Silber, die aus Minen rund um dem Globus geholt wird, hat sich in den vergangenen drei Jahren kaum verändert. Einem Bericht der U.S. Geological Survey (USGS) zufolge lag die gesamte bergbauliche Silberproduktion aller Förderländer seit dem Jahr 2013 relativ konstant bei gut 26.000 Tonnen pro Jahr - Tendenz leicht steigend. Das ist viel, wenn man bedenkt, dass die globalen Silberreserven derzeit auf etwa 530.000 Tonnen geschätzt werden. Halten die Silberproduzenten ihre derzeitigen Quoten aufrecht, dann dürfte also in rund 20 Jahren Schluss sein mit dem Silberabbau. Dennoch wollen die zehn größten Förderländer allesamt ihre Silberproduktion nicht nur auf hohem Niveau halten, sondern den Ausstoß in den kommenden Jahren sogar noch erhöhen. Die Minenbetreiber scheinen sich vordergründig mit dem tief gefallenen Silberpreis arrangiert zu haben. Mexiko als der unangefochten weltgrößte Silberproduzent gibt dabei die Marschrichtung vor. Wenngleich die Einnahmen aus dem Silbergeschäft allein in diesem Jahr abermals um mehr als ein Fünftel eingebrochen sind, wird dort weiterhin eifrig gefördert und exportiert. Allerdings gibt es triftige Gründe, warum das Land die Silberförderung nicht einfach senken kann.

Silberexporte von Mexiko werfen 20 Prozent weniger ab

Nahezu die Hälfte der globalen Silberproduktion aus Minen wird laut USGS von nur drei Ländern gestemmt. Allen voran steht Mexiko mit einer Jahresproduktion von rund 4.700 Tonnen (Jahr 2014). Der zweite Platz wird mittlerweile von China - vor wenigen Jahren noch Platz vier - mit 4.200 Tonnen pro Jahr eingenommen. An dritter Stelle findet sich mit Peru (3.700 Tonnen) abermals ein lateinamerikanisches Land. Unbeirrt vom fallenden Silberpreis haben diese drei Staaten im letzten Jahr zusammengerechnet also 12.600 Tonnen Silber aus der Erde geholt. Das entspricht grob gerundet 400 Millionen Unzen mit einem gegenwärtigen Marktwert von mehr als fünfeinhalb Milliarden Dollar. Noch Anfang diesen Jahres hätte man für dieselbe Menge rund 1,2 Milliarden Dollar mehr bekommen. Und Anfang 2013 sogar den doppelten Betrag.

Besonders anschaulich werden die Verluste auf der Einnahmenseite der Minenbetreiber am Beispiel von Mexiko dokumentiert. Dort sind - bei relativ konstantem Ausstoß - im Zeitraum Januar bis Oktober 2015 die erzielten Erlöse durch Silberexporte um stolze 20,4 Prozent von 1,99 Milliarden Dollar auf 1,59 Milliarden Dollar gefallen. Das berichtete das auf Bergbau spezialisierte Branchenportal BNamericas am vergangenen Freitag (18.12.15) unter Berufung auf die mexikanische Statistikbehörde Inegi. Doch der Branchenprimus Mexiko steht ja nicht allein auf weiter Flur. Den Minenbetreibern anderer Förderländer von Silber dürfte es derweil nicht anders ergangen sein.

Minenbetreiber können Silberproduktion nicht drosseln

Doch warum nur wird dann weiter produziert, als gäbe es kein morgen mehr? Auf den ersten Blick erinnert die Situation ein wenig an die OPEC-Staaten, die sich trotz der um rund 60 Prozent gefallenen Ölpreise nach wie vor nicht auf eine Drosselung der Fördermenge einigen können und dem Weltmarkt weiterhin eine Ölschwemme bescheren. Doch anders als bei der politischen Entscheidung der OPEC, die hauptsächlich - und nicht ganz erfolglos - darauf abzielt, die amerikanische Fracking-Konkurrenz in die Knie zu zwingen, handelt es sich bei der ungedrosselten Silberproduktion lediglich um ein pragmatisches Problem der Förderländer. Denn vor allem die drei großen Silberproduzenten Mexiko, China und Peru haben eines gemeinsam: In ihren Minen werden größtenteils polymetallische Lagerstätten ausgebeutet.

Und das heißt, dass es in diesen Ländern kaum Minen gibt, die ausschließlich Silber fördern. Vorrangig geht es dort um Kupfer, Blei und Zink. Deshalb wird Silber sozusagen nur beiläufig mitgenommen, quasi als Nebenprodukt des Bergbaus. Ein sehr rentables Nebenprodukt zwar, das aber zugleich das Problem aufwirft, dass die Silberproduktion> nicht einfach gedrosselt werden kann. Denn wollte man dort die Silberproduktion drosseln, müsste man zugleich die gesamte Förderung der Hauptmetalle aus diesen Minen senken. Ein Szenario, das dort aus rein wirtschaftlicher Sicht keinesfalls vermittelbar ist. Im Gegenteil: Gerade in Mexiko und China wird die Förderung dieser Metalle weiter hochgefahren. Auf diese Weise hat China in den letzten zehn Jahren seine Silberproduktion sogar verdoppelt. Und auch aus Mexiko dürften schon bald bis zu 5.000 Tonnen pro Jahr gemeldet werden.

Wer sind die Top Ten der globalen Silberproduktion?

Nach Angaben der USGS verfügen die drei größten Silberproduzenten Mexiko, China und Peru zusammen noch über Silberreserven von rund 179.000 Tonnen. Diese Menge entspricht etwas mehr als einem Drittel der gesamten globalen Reserven. Davon entfallen etwa 37.000 Tonnen auf Mexiko. In China lagern den Schätzungen zufolge noch 43.000 Tonnen und in Peru knapp 99.000 Tonnen. Das südamerikanische Land verfügt somit über die größten Silberreserven der Welt. Noch steht Peru bei der Silberproduktion an dritter Stelle hinter China. Doch den umfangreichen Reserven des Landes nach zu urteilen könnte Peru schon bald einen oder gar zwei Zähler nach oben rücken.

An vierter Stelle meldet sich dann endlich Australien mit einem jährlichen Ausstoß von rund 1.900 Tonnen (2014) zu Wort. Auch dort sind die Reserven über 85.000 Tonnen noch lange nicht erschöpft. Was derweil den Umfang der Silberreserven in Russland anbelangt, ist zwar nichts bekannt. Doch mit einer jährlichen Silberproduktion von 1.700 Tonnen (2014) steht das Riesenreich souverän und kontinuierlich auf dem fünften Platz der Top Ten. Den sechsten Platz nimmt Bolivien mit jährlichen 1.300 Tonnen (2014) ein. Das meiste Silber von dort stammt - nach einer langen und wechselvollen Geschichte - auch heute noch aus der Region um Potosi. Die Reserven des Andenstaates werden aber immer noch auf 22.000 Tonnen geschätzt. Just hinter Bolivien folgt das südlich davon gelegene Nachbarland Chile mit jährlichen 1.200 Tonnen und Reserven über 77.000 Tonnen.

Polen hat zweitgrößte Silberreserven der Welt

Diesselbe Menge wie Chile produziert derweil Polen (1.200 Tonnen jährlich). Die Silberreserven in unserem Nachbarstaat entsprechen mit 85.000 Tonnen denen von Australien und sind damit die Zweitgrößten der Welt. In den USA (Platz neun der Top Ten) wurde die Silberproduktion in den vergangenen Jahren ebenfalls merklich hochgefahren. In 2014 sogar um satte 130 Tonnen auf insgesamt 1.170 Tonnen (Reserven 25.000 Tonnen). Das meiste Silber der USA kommt aus Alaska. Das Schlusslicht der Top Ten der Silberproduzenten bildet unterdessen Kanada mit einem jährlichen Ausstoß von 646 Tonnen. Noch vor zwei Jahren war Kanada mit Silberreserven über lediglich 7.000 Tonnen nicht in der Liste der Top Ten zu finden. Doch auch in Kanada wird Silber - wie in den meisten Förderländern - hauptsächlich nur als profitables Nebenprodukt aus polymetallischen Lagerstätten gewonnen. Insgesamt förderten allein die Top Ten der globalen Silberproduzenten eine Gesamtmenge von 21.700 Tonnen Silber (in 2014). Das entspricht einem Anteil von mehr als 83 Prozent an der gesamten weltweiten Minenproduktion.

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