Stand: 25.10.2013 von © Gold.de Redaktion CW/SH 1 Kommentare

Im Interview mit dem DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) vom 22. Oktober 2013 erklärt Waldemar Meyer vom Münchener Edelmetallhändler pro aurum, welche Aufgabe Gold in einem ausgewogen Portfolio erfüllt, weshalb Silber zu stärkeren Preisschwankungen neigt als Gold und warum er meint, der Goldmarkt sei aktuell zwischen institutionellen und privaten Anlegern gespalten.

Geteilter Goldmarkt

Die Goldpreisentwicklung 2013 habe gezeigt, dass sich institutionelle und private Goldanlege r in ihrem Kaufverhalten derzeit grundsätzlich unterscheiden. Die Bereitschaft großer Investoren, sich von ihren Goldbeständen (gemeint sind vor allem Positionen in ETFs ) zu trennen, habe wesentlich zum fallenden Goldpreis beigetragen, glaubt Meyer. Er verweist insbesondere auf den starken Preiseinbruch im April dieses Jahres, der von massiven einzelnen Verkaufsorders begleitet worden sei.

Die Nachfrage der Privatanleger nach Gold im physischen Markt, also nach Goldmünzen und Goldbarren, sei hingegen bemerkenswert konstant, was auch in den Filialen von pro aurum feststellbar sei. In Wochen mit einem besonders schwachen Goldpreis würde diese Nachfrage sogar noch zunehmen.

Vorteile von physischem Gold

Zu den wesentlichen Vorzügen von physischem Gold zählt Meyer den Wegfall des Emittenten-Risikos, also der Möglichkeit der Zahlungsunfähigkeit oder des vollständigen Bankrotts eines privaten Unternehmens oder Staates. In beiden Fällen würden die ausgegebenen (emittierten) Aktien und Unternehmensanleihen beziehungsweise Staatsanleihen wertlos.

Das Thema eines drohenden Staatsbankrotts hatte zuletzt durch den Streit um die sogenannte Schuldendecke in den USA wieder eine aktuelle Brisanz erhalten. Die bekannteste und folgenreichste Unternehmenspleite der letzten Dekade war die Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehmann Brothers im Jahr 2008.

Auch Bargeld unterliegt dem Emittenten-Risiko, da es dem ausgebenden Staat - zumindest im Prinzip - jederzeit möglich ist, einer Währung den Status als gesetzliches Zahlungsmittel zu entziehen. "All diese Risiken haben Sie beim physischen Edelmetall, egal ob Gold oder Silber, nicht", erklärt Meyer.

Edelmetall im Portfolio

Wer Gold und Silber im Depot hat, macht sich laut Meyer ein Stück weit unabhängig von den Finanzmärkten, von Währungen und Währungskrisen wie der Eurokrise. Für Anleger die "in ein bis zwei Jahren den großen Reibach machen wollen", sei physisches Edelmetall hingegen nicht wirklich geeignet. Gold sei kein geeignetes Gut für die Spekulation und für die regelmäßige Rendite seien andere Depotbestandteile wiel dividendenstarke Aktien zuständig.

Meyer empfiehlt, einen Depotanteil von etwa 15 % bis 20 % im Depot für physisches Edelmetall zu veranschlagen und zu gleichen Teilen Gold und Silber zu kaufen. Komplett auf Edelmetalle zu verzichten findet Meyer hingegen "sehr ambitioniert und riskant."

Höhere Volatilität von Silber

Der Silberpreis ist im Verlauf dieses Jahres deutlich stärker gefallen als der Goldpreis. Die Ursache hierfür liegt nach Meyers Einschätzung in der insgesamt höheren Volatilität des weißen Edelmetalls und diese sei wiederum eine Folge der Winzigkeit des Silbermarkts. "Das weltweite jährliche Handelsvolumen von Silber beträgt achtzehn Milliarden Dollar: Das ist gar nichts", so Meyer. "Wenn da eine größere Order kommt, dann kann sie den Preis nach oben jagen oder nach unten treiben."

Vorgezogene Käufe von Silbermünzen

Ab dem 1. Januar 2014 läuft in Deutschland die steuerliche Begünstigung von Silbermünzen gegenüber Silberbarren aus. Statt wie bisher 7 % Mehrwertsteuer wird ab nächstem Jahr für den Kauf von Münzen der volle Mehrwertsteuersatz von 19 % fällig, der beim Kauf von Barren schon heute aufgeschlagen wird. Meyer glaubt, dass viele Privatanleger ihre für 2014 geplanten Käufe von Silbermünzen aus diesem Grund noch vor dem Jahreswechsel tätigen werden.

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Kommentare [1]
  • von Mr Silver | 28.10.2013, 17:32 Antworten

    ja ja die Welt ist nurnoch voller Schwarzseher.
    Alle die dies hier lesen, sollten sich mal etwas mehr mit der Geldgeschichte des letzten Jahrhundert befassen.
    Wer heute Gold kauft ist immer noch auf der falschen Seite der Währung unterwegs. Die Wirtschaftslage ist kein Vergleich zu 1923.
    Man sieht doch was passiert ist. Gar nichts.Die Amerikaner haben
    3000 Millarden Dollar gedruckt, und jedem die Anleihen abgekauft der Sie loswerden wollte. Eine Währung ist so gut wie sein Volk und die Wirtschaft des Landes. Alle Länder schwächen Ihre Währung ab, damit die Wirtschaft besser läuft. Bloss der Euro wird immer stärker.
    Da kann die EZB auch mal 1000 Milliarden Euro drucken, um Staatsanleihen zu kaufen. Das wird den Euro etwas schwächen, doch der Geldfluss der dadurch entsteht, bringt alles wieder in Schwung.
    Gold ist eine banale Ware, weil es Investiionen zurückhält und die Wirtschaft zum erliegen bringt.
    Auch sollten Sie nicht vergessen. Wer auf steigene Gold und Silberpreise spekuliert, hat den stärksten Hegdegegner den man haben kann. Die USA.

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