Stand: 18.03.2016  2 Kommentare

Der weltweit größte Rückversicherer Münchener Rück sucht nach Möglichkeiten, die negativen Einlagenzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu umgehen. Jetzt hat der Versicherungskonzern bekannt gegeben, dass er Gold und Bargeld in seinen hauseigenen Tresoren eingelagert hat.

Schon vor einiger Zeit habe die Münchener Rück (Munich Re) Gold in hauseigenen Tresoren eingelagert, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch (16.03.16) auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in München. In jüngster Zeit habe man zudem auch Bargeld in zweistelliger Millionenhöhe gebunkert, ergänzte von Bomhard und kritisierte zugleich die Geldpolitik der EZB scharf. Diese hatte erst vergangene Woche die Einlagenzinsen, die Geschäftsbanken für geparktes Geld bei der EZB bezahlen müssen, abermals auf 0,4 Prozent erhöht.

"Erosion des Rechts": Gold und Bargeld in eigenen Tresoren

Wie zuerst die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, suche jetzt auch die Münchener Rück angesichts der umgangssprachlich auch als "Strafzinsen" bezeichneten negativen Einlagenzinsen der EZB nach alternativen Anlagestrategien. Laut der Welt ist der weltgrößte Rückversicherer damit nicht alleine. Demnach spielen auch die Sparkassen bereits seit einigen Wochen mit dem Gedanken, überschüssige Kundeneinlagen künftig nicht mehr bei der Zentralbank parken zu wollen, sondern in eigenen Tresoren aufzubewahren. Über die jetzt bekannt gemachte Entscheidung der Münchener Rück sagte Vorstandschef von Bomhard wörtlich:

"Wir probieren das jetzt einfach mal aus. Daran sehen Sie, wie ernst die Situation ist."

Wie alle großen Kapitalanleger leidet auch der Rückversicherer unter der Null-Zins-Politik der EZB. Um wenigstens einen Teil der bei großen Guthaben anfallenden hohen negativen Einlagenzinsen der EZB zu umgehen, sollen deshalb künftig Gold und Bargeld in eigenen Tresoren verwahrt werden. An dieser Stelle weitete von Bomhard seine Kritik zudem in Richtung der Bundesregierung aus. Dass sich die Bundesregierung angesichts der "verhängnisvollen Zinspolitik" der EZB nicht einschalte, halte er für "in höchstem Maße befremdlich", rügte von Bomhard und ergänzte: "Was wir sehen, besorgt uns in höchstem Maße". Die "Erosion des Rechts" sei mit Händen zu greifen, schob von Bomhard hinterher.

Strafzinsen: "Das offizielle Ende der Geldpolitik"

Dem Wirtschaftsblatt zufolge sagte von Bomhard, dass es nur Großanlegern wie Hedgefonds oder Staatsfonds möglich sei, dem auf null Prozent gesenkten Leitzins auszuweichen. "Getroffen sind die Ärmeren", die das nicht könnten, kritisierte der 61-jährige Münchener-Rück-Chef, der das Unternehmen seit 13 Jahren leitet. Auf die abermalige Senkung des Leitzinses durch die EZB und die Erhöhung der Strafzinsen für Kapitalanleger und Geschäftsbanken in der vergangenen Woche reagierte von Bomhard den Angaben zufolge mit den Worten:

"Das ist das offizielle Ende der Geldpolitik".

Die Nebenwirkungen der Zinspolitik der EZB hätten mittlerweile "verheerende Ausmaße" angenommen. "Hier ist alles aus dem Ruder gelaufen", gab von Bomhard zu bedenken. Der Vorstandschef des Rückversicherers ist für seine äußerst kritische Haltung gegenüber der ultra-lockeren Geldpolitik der EZB bekannt. Bereits am Dienstag wurde zudem mitgeteilt, dass der Manager seinen Chefposten bei der Münchener Rück im nächsten Jahr niederlegen will. Dies habe aber ausschließlich mit seiner persönlichen Lebensplanung zu tun, betonte von Bomhard. "Ich gehe nicht deshalb, weil es immer schwieriger wird - aber das Umfeld ist heftig", zitierte ihn die "Welt".

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Kommentare [2]
  • von Chris | 06.04.2016, 17:46 Antworten

    Der gedruckte Euro hat seit Einführung bereits 50% seiner Kaufkraft verloren.. jeder entscheidet selbst.

  • von Roland | 04.04.2016, 23:49 Antworten

    Werde ich auch so machen, ehe alles zu spaet ist. Behaelt denn der gedruckte Euro (s)einen Wert? Oder sollte man besser tschechische Kronen bunkern? Was machen die mit uns?

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