Stand: 07.03.2013  0 Kommentare

Wenn es in Hollywood um das ganz große Geld und Gaunergeschichten geht, ist ein verblichener Steinklotz in der unendlichen Weite von Kentucky eine der beliebtesten Kulissen - wie einst im James-Bond-Streifen "Goldfinger", wo der gerissene Goldschmuggler Auric Goldfinger einen kuriosen Plan entwickelt: Um den Wert seiner Goldreserven zu vervielfachen, will er einfach die Goldreserven der USA verstrahlen und kann nur wenige Sekunden vor der Detonation der Atombombe vom Geheimagenten höchstpersönlich beseitigt wird. Wie bei allen Szenen dieser Art können die Kinozuschauer sicher sein, dass das Innenleben des Gebäudes in jedem Falle nicht der Realität entspricht - denn in "Fort Knox" herrscht striktes Foto- und Filmverbot.

United States Bullion Depository - bekannt als Fort Knox

Das "United States Bullion Depository" ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der Vereinigten Staaten von Amerika. Seinen Namen hat das wohl bekannteste Goldlager der Welt von einer benachbarten Armeebasis - während das eigentliche "Fort Knox" in der öffentlichen Wahrnehmung kaum auffällt, ranken sich um das zweistöckige Lagergebäude hingegen Mythen und Verschwörungstheorien, die nicht zuletzt durch die strikte Geheimhaltungspolitik der US-Regierung befeuert werden. Schon beim Bau des Goldlagers im Jahre 1936 zeigte sich, wie ernst es die US-Regierung mit dem Schutz ihres Goldes meinte: Ein ganzer Wald wurde dem Erdboden gleich
gemacht, um möglichen Angreifern keinen Rückzugsraum zu bieten.

Beschützt wird das "bullion depository" von einer mächtigen Infanteriedivision, die in der Nachbarschaft stationiert ist und etwa 10.000 Soldaten umfasst - darüber hinaus ist praktisch alles installiert, was die moderne Sicherheitstechnik an Spezialitäten hergibt: Minenfelder, Stacheldraht, Elektrozäune, daneben Alarmanlagen, Videokameras - und eine eigene Polizeieinheit: Die United States Mint Police steht für den Schutz des Goldes bereit.

Goldreserven im Fort Knox - Reichlich Stoff für Hollywood-Drehbuchautoren

Besonders groß ist das Interesse von Hollywood-Regisseuren und Verschwörungstheoretikern an den Sicherheitsmechanismen des Gebäudes. Hier sind nur vereinzelte Details an die Öffentlichkeit gelangt, die offiziell nie bestätigt wurden. Beispielsweise soll der Eingang von einer Tür geschützt sein, die je nach Bericht zwischen 20 und 22 Tonnen wiegt und eine Stärke von 60 Zentimetern bis einem Meter hat. Sieben Schichten Stahl müssten beseitigt werden, um sich Zutritt zu den Goldreserven der Amerikaner zu verschaffen. Legendär ist auch das Procedere bei der Öffnung der Panzertür: Mehrere Mitarbeitende müssen unabhängig voneinander einen Teil des Codes eingeben, nur bei richtiger Abfolge öffnet sich der Goldspeicher, der in 28 verschiedene Einheiten unterteilt ist. Was sich hinter den mächtigen Sicherheitstüren verbirgt, bekommen in der Regel nur wenige Menschen zu sehen: Rund 4.580 Tonnen oder umgerechnet etwa 147 Millionen Unzen Feingold sollen Stand 2011 in Fort Knox gelagert werden, dies entspricht etwa drei Prozent der Menge, die jemals auf der Welt gefördert wurde. Bei den gelagerten Goldbarren dürfte es sich hauptsächlich um so genannte "good delivery"- Standardbarren der Einheit 400 oz (ca. 12,441 kg) handeln.

Obwohl der erste und einzige Besuch von externen Beobachtern im Jahr 1974 stattfand und die Federal Reserve Bank (FED) weitere Besuchswünsche seitdem strikt ablehnt, ist das Interesse an dem Goldspeicher groß: In Kinofilmen und Fernsehproduktionen wird das "Bullion Depository" immer wieder aufs Neue in Szene gesetzt, in Videospielen wird der Angriff auf das Goldlager simuliert. Dabei spielen immer wieder Verschwörungstheorien eine Rolle. Der bekannteste Mythos: In Fort Knox gibt es gar kein Edelmetall. Vertreter dieser Theorie haben viele - vermeintlich gute - Argumente: So soll kein US-Präsident jemals das Gold in Fort Knox selbst zu Gesicht bekommen haben. Schon bei der Anlieferung des Lagerinhalts übte sich die US-Regierung in höchster Geheimhaltung: Lange Güterzüge mit verdunkelten Scheiben rollten im Morgengrauen in den Armeestützpunkt, begleitet von Soldaten mit Maschinengewehren und schweren Armee-Trucks.

Ein gut gesichertes Goldlager war im Jahre 1936, als Fort Knox errichtet wurde, allerdings dringend nötig: Sicher ist, dass US-Präsident Franklin D. Roosevelt massenhaft Gold ankaufte. Parallel wurde ab 1933 der private Besitz von Gold verboten, Otto Normalverbraucher musste sein Gold zu einem niedrigen Festpreis an den Staat verkaufen - und diese Goldmassen mussten irgendwo geparkt werden. Denn die Banken, in denen das Gold der Bürger abgegeben wurden, waren auf die Lagerung von derartigen Werten nicht vorbereitet. Und die Angst vor einem Krieg nahm 1935 zu, sodass Roosevelt in diesem Jahr den Auftrag zum Bau des "bullion depository" gab. Doch schon während seiner Fertigstellung lockte der funktionale Flachbau, der aus Stahl, Beton und Granit besteht, neugierige Blicke an.

Fed - Federal Reserve Bank
 
Federal Reserve Bank in New York

In Fort Knox selbst lagert übrigens kein Gold der Bundesbank Deutschland. Obwohl "Fort Knox" weiterhin der Inbegriff der Schatzkammer für goldene Münzen und Barren ist, handelt es sich bei dem sagenumwobenen Gebäude quasi nur um den kleinen Bruder der Goldtresore der Federal Reserve Bank (Bild rechts), die sich unterhalb des New Yorker Stadtteils Manhattan befinden. Hier sollen etwa 8.000 Tonnen Gold oder umgerechnet rund 257 Millionen Unzen gelagert werden - und aus New York dürften in den nächsten Monaten und Jahren erneut einige geheime Goldtransporte in alle Welt aufbrechen, weil Länder wie Deutschland ihre Goldreserven aus den Vereinigten Staaten abziehen möchten. Dann dürfte auch hierzulande die Suche nach einem deutschen "Fort Knox" mit entsprechenden Gerüchten und Mythen starten - denn bislang ist auch das Lagerkonzept der Bundesbank und der genaue Standort der deutschen Lagerstätten ein gut behütetes Geheimnis.

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