Stand: 20.09.2017 von Florian Grummes 0 Kommentare

Nach knapp zweimonatiger Rally erreichte der Goldpreis am 8.September mit 1.357 US-Dollar nicht nur den höchsten Stand seit dem August 2016, sondern auch ein erstes wichtiges Zwischenhoch. Wie vermutet kam es hier in den letzten acht Handelstagen zu einem deutlichen Rücksetzer, welcher den Goldpreis mittlerweile bis an die starke Unterstützungszone um 1.300 US-Dollar zurückgeworfen hat.

Angesichts der unmittelbar bevorstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank dürfte die überverkaufte Lage am Goldmarkt zumindest eine Reaktion erzwingen. Viel wahrscheinlicher aber ist der Beginn der nächsten Aufwärtswelle noch in der laufenden Handelswoche. Diese Aufwärtswelle müsste den Goldpreis mit etwas Glück bis in den Bereich um 1.375 US-Dollar voranbringen können. Erst im Anschluss sollte dann aber eine mehrwöchige und tiefe Korrektur folgen, welche sich den ganzen Oktober über bis in den November hinein erstrecken sollte.

Tageschart Gold in US-Dollar

TAgeschart in US-Dollar


Der Rücksetzer ausgehend von 1.357 US-Dollar war absehbar und ist völlig gesund. Nur so konnte die heiß gelaufene Lage am Goldmarkt bereinigt werden. Mit dem bisherigen Tief bei 1.304 US-Dollar liegt die Korrekturwelle auch vollkommen im Rahmen der Erwartungen. Die ehemalige Widerstandszone zwischen 1.295 und 1.310 US-Dollar fungiert nun als Unterstützung und hat den Bären bislang Einhalt gebieten können.

Da die Stochastik auf dem Tageschart mittlerweile überverkauft ist, liegen die Chancen nun wieder auf der Oberseite. Idealerweise gelingt den Bullen im Anschluss an den US-Zinsentscheid der Start der nächsten Aufwärtswelle, welche den vorläufigen Abschluss der Anfang Juli begonnenen, übergeordneten Aufwärtsbewegung bringen sollte.

Typischerweise ist die nun zu erwartende 5. Welle in etwa gleich lang wie die 1. Welle (also im aktuellen Fall ca. 70 US-Dollar). Sie stellt die letzte impulsive Bewegung einer fünfteiligen Aufwärtsbewegung dar und bringt deren Abschluss. Das Kursziel liegt somit im Bereich der Hochs vom Sommer 2016, also zwischen 1.370 und 1.380 US-Dollar. Bis hierhin könnte die Kraft der Bullen noch reichen, bevor eine größere Korrektur einsetzen müsste, die dann auch für eine vollständige Bereinigung des Wochencharts sorgen sollte.

Da die Saisonalität den Goldbullen noch bis Ende September/Anfang Oktober günstig gestimmt ist, bleiben also noch ca. zwei bis vier Wochen für das vorläufige Finale.

Gleichzeitig machen die ungünstigen Daten vom Terminmarkt sowie ein etwas zu optimistisches Sentiment klar, dass die Luft nach oben weiterhin dünn bleibt und im Herbst eine größere Korrektur zu erwarten ist.

Im großen Bild ist die Goldpreisentwicklung aber klar auf dem Weg in Richtung 1.500 USD unterwegs. Nach der typischen Herbstkorrektur wäre daher ausgehend von ca. 1.300 USD im Dezember mit einer weiteren mehrmonatigen Aufwärtswelle zu rechnen, welche dann im Frühjahr 2018 die bombenfeste Widerstandszone 1.480 – 1.525 USD erreichen müsste.

Sollte der Goldpreis jedoch unter 1.280 US-Dollar abtauchen, verliert dieses bullische Szenario deutlich an Wahrscheinlichkeit.

Tageschart Gold in Euro

Tageschart Gold in Euro


In Euro gerechnet bleibt der Goldpreis gedrückt, entwickelt sich aber mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen. Insbesondere der weiterhin schwache US-Dollar macht den europäischen Goldanlegern vorläufig noch einen Strich durch die Rechnung. Gleichzeitig sind Kurse unterhalb von 1.100 Euro aber interessant und grundsätzlich kaufenswert.

Ernüchternd bleibt die Tatsache, dass auf den scharfe Kursrückgang ab Ende April (1.224 Euro) bis Anfang Juli (1.057 Euro) bislang nur eine überschaubare und zähe Gegenbewegung folgte, die vor zwei Wochen bereits am 38,2%-Retracement (1.119 Euro) bzw. an der 200-Tagelinie (1.123 Euro) scheiterte und damit einen erneuten Rückfall bis an die jetzt steigende 50-Tagelinie (1.089 Euro) verursachte.

Immerhin ist der Tageschart nun aber wieder überverkauft, so dass die 50-Tagelinie in Verbindung mit dem unteren Bollinger Band (1.080 Euro) eigentlich eine tragfähige Unterstützung bieten sollte. Ein erstes Scheitern an der 200-Tagelinie ist im Übrigen durchaus typisch und führt meist zu einem mehrwöchigen Hin- & Herpendeln zwischen den Durchschnittslinien (50-Tagelinie und 200-Tagelinie). Trotz der eher enttäuschenden Vorstellung sollten Anleger hier aber auf die Chancen fokussieren.

Nachkauflimit jetzt bei 1.085 Euro

Das Nachkauflimit sollte nun leicht auf 1.085 Euro erhöht werden. Damit könnte man in diesen Tagen nochmals günstig zukaufen.

Natürlich hält die Phase der „günstigen Kurse“ nun mit Zwischenpausen schon einige Monate an, aber wie man beim Gold in US-Dollar gesehen hat, kann eine Rally die Kurse ganz schnell in eine andere Preisregion treiben. Noch ist der Goldpreis in Euro günstig und angesichts der fatalen Geldpolitik der EZB in meinen Augen unterbewertet.


Nächste Kaufchance für Gold?
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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