Stand: 18.06.2019 von Jörg Bernhard 2 Kommentare

Zum neunten Mal führte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des Edelmetallhändlers pro aurum eine repräsentative Umfrage über das Thema „Geldanlagen“ durch und förderte wieder einmal einige interessante Erkenntnisse zu Tage.

Anlageklasse „Aktien“ erstmals auf der Pole Position

Wie in jedem Jahr basierte die Umfrage auf drei Themenkomplexen. So wurde bei einer bundesweit durchgeführten unter 1.002 Bundesbürgern über 18 Jahre anhand von computergestützten Telefoninterviews ermittelt, welcher Geldanlage man auf Sicht von drei Jahren das höchste Gewinnpotenzial zutraut.

Im zweiten Schritt wurde dann nachgefragt, welche Geldanlagen die Befragten tatsächlich besitzen. Zu guter Letzt waren noch diverse Thesen über Gold als Geldanlage zu bewerten, um ein allgemeines Meinungsbild der Bundesbürger über Goldinvestments zu erhalten.

Befragt nach der Geldanlage, die auf Sicht von drei Jahren das höchste Gewinnpotenzial bietet, landete erstmals nicht „Gold“ auf der Pole Position. Mit 28 Prozent wird derzeit nämlich der Anlageklasse „Aktien“ (2018: 27 Prozent) mehr zugetraut als Gold, das auf eine Quote von 26 Prozent kam (siehe Tabelle).

Wenn man sich heute dafür entscheidet, bringt nach mindestens drei Jahren Laufzeit den meisten Gewinn …*

2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011
Aktien 28 % 27 % 27 % 27 % 23 % 27 % 20 % 12 % 11 %
Gold 26 % 28 % 27 % 27 % 30 % 28 % 27 % 38 % 34 %
Fondsanteile 16 % 12 % 11 % 8 % 12 % 11 % 13 % 8 % 12 %
Festgeld bzw. Termingeld 3 % 6 % 5 % 6 % 7 % 9 % 12 % 16 % 22 %
Anleihen 3 % 2 % 2 % 3 % 3 % 2 % 3 % 3 % 5 %
weiß nicht / keine davon 24 % 25 % 28 % 29 % 24 % 23 % 25 % 23 % 16 %
Quelle: proaurum.de; *) gestützte Abfrage, nur eine Nennung möglich; durchgeführt von forsa

Zur Erinnerung: Im Vorjahr war noch ein Wert von 28 Prozent gemeldet worden. Besonders starke Veränderungen gab es einerseits bei „Fondsanteilen“, die einen wachsenden Zuspruch von 12 auf 16 Prozent aufwiesen und andererseits bei „Festgeld bzw. Termingeld“.

Diese Form der Geldanlage musste gegenüber 2018 allerdings einen signifikanten Rückgang von 6 auf 3 Prozent hinnehmen.

Bundesbürger bleiben in Edelmetallen eher unterinvestiert

Wie in den Jahren zuvor besteht hinsichtlich der tatsächlichen Besitzverhältnisse erhebliches Nachholpotenzial. Hier wurden nämlich Bausparverträge und Bausparpläne sowie Immobilien (beide 28 Prozent) am häufigsten genannt.

Mehr als ein Fünftel der Befragten sind zudem im Besitz von Lebensversicherungen (27 Prozent), Tagesgeldkonten (24 Prozent) und Fondsanteilen (24 Prozent). Selbst Aktien (15 Prozent) und Festgeld bzw. Termingeld (13 Prozent) sind in den Depots der Bundesbürger stärker vertreten als Gold und Silber.

So besitzen zum Beispiel 13 Prozent der Befragten sowohl Gold als auch Silber (2018: 12 Prozent). Der Besitz von Goldbarren und Goldmünzen war mit einer Quote von elf Prozent (2018: 10 Prozent) angegeben worden, während bei Silberbarren und Silbermünzen auf Jahressicht ein Rückgang von sechs auf vier Prozent zu verzeichnen war. Trotz überdurchschnittlicher Gewinnperspektiven sind die Bundesbürger in Edelmetallen eher unterinvestiert.

Bundesbürger sind von Gold ziemlich überzeugt

Auch in der diesjährigen forsa-Umfrage haben die Befragten vier Aussagen zum Thema „Gold als Geldanlage“ und damit ihre hohe Meinung zu Gold überwiegend bestätigt. Zwei Thesen haben an Zustimmung gewonnen. Dabei handelte es sich um die Aussage „Gold ist eine gute Ergänzung zu anderen Geldanlagen“, wo ein von 71 auf 75 Prozent gestiegener Zuspruch registriert wurde.

Bei dem Statement

„Gold ist eine geeignete Geldanlage für risikoscheue Anleger“

war lediglich ein leichter Anstieg von 60 auf 61 Prozent zu verzeichnen. An Zustimmung verloren hat die These

„Gold ist eine sichere Geldanlage“.

Hier schlug nämlich ein Minus von 72 auf 70 Prozent zu Buche. Etwas stärker hat die Zustimmung mit Blick auf folgende Aussage gelitten: 

„Gold ist zur Zeit eine lohnende Anlage, weil die Kurse steigen werden“.

Hier rutschte die Quote gegenüber dem Vorjahr von 45 auf 42 Prozent ab.

Ausblick für die laufende Woche

Der Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman hatte einen Angriff des Goldpreises auf die im Bereich von 1.350 Dollar angesiedelte Widerstandszone zur Folge. Bislang blieb ein nachhaltiges Überwinden dieser Hürde allerdings aus.

Der Timingindikator Relative-Stärke-Index zeigt mit 70 Prozent aktuell eine überkaufte Lage an, was die Chance auf einen Ausbruch nach oben erschwert. Unter fundamentalen Aspekten sehen die Perspektiven allerdings recht vielversprechend aus, schließlich ist die Gefahr einer US-Rezession in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Die Aussicht auf sinkende Leitzinsen und einen schwachen Dollar sprechen für die traditionelle Krisenwährung Gold.

Am morgigen Mittwoch dürfte vor allem die Zinsentscheidung der Fed mit Argusaugen beobachtet werden. Das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group zeigt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwas mehr als 17 Prozent an, dass bereits im Juni eine Zinssenkung beschlossen wird. Mit Blick auf die Sitzung im Juli wird ein deutlich höherer Wert von 84 Prozent angezeigt.

Neue forsa-Umfrage zu Gold veröffentlicht
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
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Kommentare [2]
  • von bernd | 19.06.2019, 23:05 Antworten

    gold ist eine glaubensfrage und eine frage der überzeugung - ich war und bin von gold überzeugt

  • von Bernd | 18.06.2019, 12:18 Antworten

    Völlig gleich ob sich Forsa positiv oder negativ zu Gold äußert, die können von mir aus auch in ein leeren Schrank quatschen. Dieses Meinugsmacheinstitut kann ich in diesem Leben nicht mehr ernst nehmen!

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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"