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Silber: 64,35 € -1,47 %
Stand: 12.01.2026 von Jörg Bernhard
Ende 2025 hat die Terminbörse Comex durch zwei massive Margin-Erhöhungen versucht, den Aufwärtsdrang von Gold und Silber zu bremsen – ohne Erfolg. Beide monetären Edelmetalle setzen ihre Rekordfahrt fort.
Gold und Silber trotzen der COMEX – neue Allzeithochs

Margin-Erhöhungen ohne Wirkung

Im Jahr 2025 hat die Terminbörse COMEX bereits mehrfach die Margin-Anforderungen für den Handel mit Gold- und Silber-Futures erhöht – teils moderat, teils deutlich. Ziel dieser Maßnahmen war es, der stark gestiegenen Volatilität und den außergewöhnlich kräftigen Preisanstiegen bei beiden Edelmetallen Rechnung zu tragen.

Grundsätzlich sind Margin-Erhöhungen ein normales und sinnvolles Mittel funktionierender Terminmärkte. Steigen Preise sehr schnell und nehmen die täglichen Schwankungen zu, erhöht sich automatisch das Ausfall- und Kontrahentenrisiko. Höhere Margins zwingen Marktteilnehmer dazu, mehr Eigenkapital zu hinterlegen, reduzieren eine übermäßige Hebelwirkung und stellen sicher, dass Verpflichtungen aus Futures-Kontrakten auch in extremen Marktphasen erfüllt werden können. Insofern sind Margin-Anpassungen kein Zeichen von Marktstress per se, sondern ein Mechanismus zur Stabilisierung und Risikokontrolle.

Als außergewöhnlich stachen jedoch die beiden Margin-Erhöhungen gegen Ende Dezember hervor.

Innerhalb kurzer Zeit wurden die Anforderungen gleich zweimal angehoben – ein Schritt, der selbst für erfahrene Marktbeobachter bemerkenswert war. Historisch betrachtet sind derart eng aufeinanderfolgende Anpassungen eher selten und treten meist nur in Phasen extremen Marktverhaltens auf. Die COMEX reagierte damit auf eine Kombination aus stark gestiegenen Preisen, zunehmender spekulativer Aktivität und hoher Unsicherheit zum Jahresende.

Normalerweise führen solche Maßnahmen zumindest kurzfristig zu spürbarem Verkaufsdruck. Marktteilnehmer mit stark gehebelten Positionen sind gezwungen, Kapital nachzuschießen oder Positionen zu reduzieren. Nicht selten resultieren daraus scharfe, teils abrupte Korrekturen. Genau hier zeigte sich jedoch 2025 ein bemerkenswertes Bild: Der erwartete Abverkauf blieb weitgehend aus.

Zwar kam es zu kurzfristigen Schwankungen, doch weder Gold noch Silber verloren nachhaltig an Boden. Vielmehr stabilisierten sich die Preise rasch auf hohem Niveau und setzten danach ihre Rekordfahrt fort.

Gold und Silber „strotzen“ vor Stärke

Dieses „Verpuffen“ der Margin-Erhöhungen (siehe Chart) sollten Anleger als ein hohes Maß an relativer Stärke interpretieren. Offenbar war ein großer Teil der Marktteilnehmer bereit und in der Lage, die höheren Kapitalanforderungen zu tragen. Das deutet darauf hin, dass die Positionierung nicht ausschließlich von kurzfristig orientierten, hoch gehebelten Spekulanten getragen wurde, sondern von Investoren mit längerem Anlagehorizont und ausreichender Kapitalbasis. Auch fundamental orientierte Akteure, die Gold und Silber als strategische Absicherung betrachten, dürften eine wichtige Rolle gespielt haben.

USD Margins

Gleichzeitig wäre es jedoch zu kurz gegriffen, die robuste Reaktion der Edelmetalle allein auf die Margin-Thematik zu reduzieren. Die ausgebliebenen Korrekturen sind nur ein Mosaiksteinchen im Gesamtbild. Weitere Faktoren wie geopolitische Spannungen, strukturelle Nachfrage, Käufe der Zentralbanken, Angebotsengpässe und die zunehmende Skepsis gegenüber ungedeckten Papierforderungen tragen ebenfalls zur Stärke von Gold und Silber bei.

Fazit: Gold und Silber sollte man auf lange Sicht besitzen. Sie sind kein kurzfristiger Trade, sondern Vermögenswerte, deren Bedeutung gerade in einem Umfeld wachsender Unsicherheiten weiter zunimmt.

Ausblick für die laufende Woche

Die Politik von US-Präsident Donald Trump (Venezuela, Iran, Grönland) bescherte Gold- und Silberpreis neue Allzeithochs. Immer mehr Krisenherde führen zu einer wachsenden Attraktivität von Gold und Silber als sichere Häfen in unsicheren Zeiten.

Es ist zu befürchten, dass sich daran in diesem Jahr wenig ändern wird. In den kommenden Tagen dürfte zudem das Thema US-Inflation heiß diskutiert werden, schließlich stehen am Dienstag die Konsumentenpreise und am Mittwoch die Produzentenpreise zur Bekanntgabe an.

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Danach dürften zudem die Reden diverser US-Notenbanker, die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, der Konjunkturausblick der Philadelphia Fed sowie aktuelle Zahlen zur Industrieproduktion für erhöhte Spannung sorgen. Nicht zu vergessen Donald Trump, der mit seinen Drohungen gegen andere Länder, die Bevölkerung im eigenen Land und die US-Notenbank Fed Investoren stets vor Augen führt, dass Gold und dessen Schutzfunktion auch in diesem Jahr höchstwahrscheinlich nicht aus der Mode geraten wird.

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Stand: 12.01.2026
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von Anonymisiert | 13.01.2026, 22:32 Uhr Antworten

Die Realität zwischen Papiersilber/Papiergold und Physischen Silber/Gold ist nicht mehr zu deckeln,und wird unausweichlich zu enormen Problemen führen! Was zu enormen Preisanstiegen in den Edelmetallen führen wird ! Mein Persöhnlicher Rat haltet euer Physisches Silber/Gold Fest !!!

von Anonymisiert | 13.01.2026, 10:32 Uhr Antworten

Moin, vielleicht sollte man diese margin Geschichte komplett überdenken?
Wenn Menschen oder Institutionen, privat oder geschäftlich, mit Werten spekulieren, die sie nicht bezahlen können, dann ist das Risiko doch schon da. Da helfen auch irgendwelche Erhöhungen nicht, da das Geld ja schon vorher nicht da war.
Kann die Umschichtung nicht vorhandenen Geldes (Fiat und ,,Wertschöpfung" lassen grüßen) die Sicherheit erhöhen?
Wir werden höchstwahrscheinlich noch dieses Jahr erfahren in welchen Traumwelten sich unser Finanzsystem bewegt.

von Anonymisiert | 12.01.2026, 22:02 Uhr Antworten

„ Gold und Silber sollte man auf lange Sicht besitzen. Sie sind kein kurzfristiger Trade, sondern Vermögenswerte“


Vermögen aus freiem Kapital zu schützen, war schon immer das Grundanliegen denkender Menschen. Die Remonetarisierung ins Papier sollte nur bei dringenden Anliegen für ein gutes Leben erfolgen. Es nützt übrigens niemandem, als Reichster auf dem Friedhof zu liegen.

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