Stand: 01.06.2017  45 Kommentare

Wer Gold in Form eines Tafelgeschäfts anonym und in bar bei einem Edelmetallhändler seines Vertrauens kaufen möchten, kann das nur noch bis zum 25. Juni 2017 bis zur gewohnten Obergrenze von 14.999,99 Euro tun. Ab dem 26. Juni gilt die Neuregelung des Geldwäschegesetzes, die unter anderem eine Absenkung anonymer Barkäufe unter anderem von Gold auf 9.999,99 Euro vorsieht.

Rechtlicher Hintergrund des neuen Geldwäschegesetzes

Die Anpassung und Verschärfung des deutschen Geldwäschegesetzes folgt den Vorgaben der 4. Geldwäscherichtlinie vom 25. Mai 2015, die der „Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems zum Zwecke der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung“ dienen soll.

Die Richtlinie muss von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in nationales Recht umgesetzt werden. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde am 17. Mai 2017 vom Deutschen Bundestag beschlossen und tritt am 26. Juni 2017 in Kraft.

Ab 10.000 Euro keine anonymen Tafelgeschäfte mehr

Der Kreis der vom Geldwäschegesetz Betroffenen wird mit dem neuen Gesetz erweitert. Neben Spielbanken und Online-Glücksspielanbietern gehören nun auch alle anderen Veranstalter sowie Vermittler von Glücksspielen zu den Verpflichteten. Ausgenommen bleiben staatliche Lotterien. Bei diesen ist das Geldwäscherisiko als gering nachgewiesen.

Für Goldkäufer entscheidend: Güterhändler, also auch Edelmetallhändler, müssen geldwäscherechtliche Sorgfaltspflichten nach dem neuen Gesetz erfüllen, wenn Sie Barzahlungen ab einer Höhe von 10.000 Euro statt wie bisher wie bisher ab einer Höhe von 15.000 Euro entgegennehmen. Zu den wichtigsten Sorgfaltspflichten zählt die Identifizierung des Vertragspartners.

In anderen Worten: Gold anonym kaufen ist ab Inkrafttreten des Gesetzes nur noch bis zu einem Betrag von 9.999,99 Euro möglich. Beim aktuellen Goldpreis (1265 Euro je Feinunze - Stand 02.06. 2017) können nach der neuen Gesetzeslage also nur noch knapp 8 Feinunzen Gold in Form von Goldbarren oder Goldmünzen im Tafelgeschäft ohne Ausweis Vorlage geordert werden. 

Weitere Neuerungen im Geldwäschegesetz

Zentrales elektronisches Transparenzregister: Das neue Geldwäschegesetz sieht die Einrichtung eines zentralen elektronischen Transparenzregisters vor, in dem die Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten in Unternehmen einsehbar sind.

Auf die Daten sollen nicht nur Behörden und die Verpflichteten Zugriff haben, sondern „bei berechtigtem Interesse auch andere Personen und Organisationen wie Nichtregierungsorganisationen und Fachjournalisten.“

Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen: Aus der Zentralstelle für Verdachtsmeldungen beim Bundeskriminalamt (BKA) wird die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen bei der Generalzolldirektion, die ihrerseits dem Bundesfinanzministerium untersteht.

Die Zentralstelle wird geldwäscherechtliche Verdachtsmeldungen entgegennehmen, einer Analyse unterziehen bei einem Verdacht auf Geldwäsche oder Finanzierung des Terrorismus an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weiterleiten. Allerdings sollen nur „werthaltige“ Informationen weitergeleitet werden.

Erhöhung des Bußgelds: Die Sanktionen bei Verstößen gegen geldwäscherechtliche Vorschriften werden drastisch erhöht. Bei „schwerwiegenden, wiederholten oder systematischen Verstößen“ wird das maximale Bußgeld von bisher 100.000 Euro auf 1 Million Euro und für alle anderen Fälle auf 200.000 Euro erhöht.

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Kommentare [45]
  • von Hein Herlinger | 25.03.2018, 18:16 Antworten

    Anschrift des Käufers ermöglicht Diebstahl per Einbruch
    Da können Sie gleich die Mafia benachrichtigen

  • von Heinz | 27.02.2018, 11:46 Antworten

    Mit versteuetrem Geld kann ich machen was ich will.Das geht den Staat nichts an

  • von Katinka | 24.10.2017, 06:50 Antworten

    Es wird immer von der Obergrenze beim Ankauf von Gold gesprochen. Wie ist es denn, wenn ich Silber bzw. Gold wieder an die Bank verkaufen möchte. Bis zu welcher Grenze ist dies anonym möglich?

    [ Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihre Frage. Lesen Sie mehr dazu unter: Gold anonym kaufen ]

  • von Incamas SRL | 16.10.2017, 14:50 Antworten

    Freiheit, Eigentumsschutz wird in Zukunft teuer werden. Wer es sich nicht leisten kann oder will wird in Armut und Elend enden !

  • von wurschd | 19.08.2017, 03:13 Antworten

    Gestapo und Stasi leben weiter und haben heute das Werkzeug zur totalen Kontrolle. Terroristen kann man damit keinen Millimeter von ihrem Wahnsinn abhalten, aber der Staat kann aus seiner Paranoia eine Methode werden lassen. Würden doch die Transaktionen von Regierungen, Banken und Konzernen einmal sichtbar werden, das wäre eine segensreiche Tätigkeit. Aber eher wird noch der CO2-Gehalt eines Furzes nach Sauerkrautgenuß gemessen und amtlich registriert, als daß wir nicht am Ende der persönlichen Freiheit des Individuums angelangt sind.

    • von Kerlchen | 30.08.2017, 09:29 Antworten

      Ein sehr guter Kommentar.
      Das Thema könnte man vertiefen.
      Aber NEIN natürlich nicht vor der Wahl.

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