| GOLD | 5.006,44 $/oz | 4.350,74 €/oz | 139,88 €/g | 139.880 €/kg |
| SILBER | 80,74 $/oz | 70,28 €/oz | 2,26 €/g | 2.259,55 €/kg |
Für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo sowie die anschließenden Paralympischen Winterspiele werden insgesamt 1.146 Medaillen vergeben. Zwischen dem 6. und 22. Februar treten Athletinnen und Athleten in 16 olympischen Sportarten an, ehe vom 6. bis 15. März die Entscheidungen in sechs paralympischen Disziplinen folgen. Jede Medaille steht dabei für einen klar definierten sportlichen Erfolg und zugleich für ein Objekt mit festgelegtem Material, Gewicht und Aufbau.
Das Design der Medaillen ist bewusst reduziert gehalten. Zwei klar getrennte Hälften treffen in der Mitte aufeinander und symbolisieren sowohl die Verbindung der Austragungsorte Mailand und Cortina als auch den gemeinschaftlichen Charakter sportlicher Leistung.
Alle Medaillen haben einen Durchmesser von 80 Millimetern und eine Dicke von rund 10 Millimetern. Gestaltet und gefertigt werden sie von der Italian State Mint and Polygraphic Institute (IPZS).
Für die Herstellung werden recycelte Metalle aus eigenen Produktionsabfällen verwendet. Die Prägung erfolgt in Induktionsöfen, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden.
Die Olympischen Silber-, Gold- und Bronze-Medaillen. © Fondazione Milano Cortina 2026, olympics.com
Entgegen der landläufigen Vorstellung bestehen olympische Goldmedaillen nicht aus massivem Gold. Die Zusammensetzung ist international festgelegt und seit vielen Jahren nahezu unverändert:
Damit liegt der Goldanteil der Goldmedaille bei lediglich etwas mehr als einem Prozent des Gesamtgewichts.
Auf Grundlage aktueller Edelmetall- und Rohstoffpreise ergibt sich folgender theoretischer Materialwert. Berücksichtigt wird ausschließlich der Metallwert, nicht jedoch Herstellungskosten, Prägung, Organisation oder ideelle Bedeutung.
| Medaille | Gewicht | Metall | Materialwert* |
|---|---|---|---|
| Gold | ca. 506 g | Silber (999) + Gold (999,9) | ca. 1.808 € |
| Silber | 500 g | Silber (999) | ca. 1.010 € |
| Bronze | 420 g | Kupfer | ca. 4 € |
Der Großteil des Materialwerts der Goldmedaille entfällt somit nicht auf Gold, sondern auf Silber. Die Bronzemedaille hat hingegen nahezu ausschließlich einen symbolischen Wert.
Die letzte olympische Goldmedaille aus massivem Gold wurde 1912 bei den Spielen in Stockholm vergeben. Sie wog damals rund 26 Gramm. Ihr Materialwert betrug zu dieser Zeit etwa 20 US-Dollar und lag deutlich unter der heutigen Wahrnehmung von „Goldmedaillen“.
Seither hat sich der Charakter olympischer Medaillen grundlegend gewandelt. Ihr materieller Wert tritt hinter der sportlichen Leistung, der historischen Bedeutung und der persönlichen Biografie der Athletinnen und Athleten klar zurück.
Einzelne Medaillen erzielen bei Auktionen hohe Preise, etwa jene von Jesse Owens aus den Spielen von 1936. Diese Erlöse resultieren jedoch nicht aus dem Edelmetallgehalt, sondern aus ihrer außergewöhnlichen historischen und kulturellen Bedeutung. Solche Fälle sind nicht auf heutige Medaillen übertragbar.
Der Materialwert olympischer Medaillen ist klar definierbar und vergleichsweise transparent. Er macht jedoch nur einen sehr kleinen Teil dessen aus, wofür die Medaille steht. Sportlicher Erfolg, internationale Anerkennung und persönliche Lebensleistung lassen sich nicht in Edelmetallpreisen abbilden.
Auch im Kontext volatiler Gold- oder Silberpreise bleibt der materielle Aspekt zweitrangig. Olympische Medaillen sind keine Anlageobjekte, sondern Auszeichnungen – ihr eigentlicher Wert liegt außerhalb von Märkten und Preislisten.
Medaillen fallen auseinander (>> Video)