Stand: 29.11.2014  0 Kommentare

Die 12 Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) konnten sich am Donnerstag (27.11.14) bei ihrem mit Spannung erwarteten Treffen in Wien nicht darauf verständigen, ihre derzeitige Förderquote zu senken. Das wird den Druck auf den Ölpreis weiter erhöhen. 

"Im Interesse einer Wiederherstellung des Marktgleichgewichtes hat die Konferenz beschlossen, die Öl-Förderquote von 30 Millionen Barrel am Tag beizubehalten", hieß es in einer Opec-Mitteilung. In der Mitteilung war indes keine Rede davon, ob die Überproduktion einiger Opec-Staaten einzustellen ist. Die derzeitige Quote wurde bereits im Dezember 2011 beschlossen. Sie liegt höher, als die momentane Weltnachfrage absorbieren kann, was den Ölpreis seit Juni um 30 Prozent hat einstürzen lassen. 

Saudi-Arabien leistet Widerstand

Nach dem Beschluss der Opec-Konferenz wird nun erwartet, dass die Talfahrt der Rohölpreise weitergehen wird. Während Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien und andere reiche Golfstaaten durchaus in der Lage sind, die niedrigen Preise auszusitzen, fällt es einigen Mitgliedern der Organisation sichtlich schwerer, die tiefen Preise zu kompensieren. So haben sich Venezuela und Algerien für eine Senkung der Öl-Förderquote um bis zwei Millionen Barrel am Tag ausgesprochen, sind aber am Widerstand von Saudi-Arabien gescheitert. Der venezolanische Außenminister Rafael Ramirez sagte jedoch am Ende der Konferenz gegenüber Reuters, dass er den Beschluss als kollektive Entscheidung betrachte. Er hoffe, dass der niedrige Ölpreis einen Teil der teureren US-Schieferöl-Produktion vom Markt nehmen werde.

Ölpreis gibt erneut nach

Nicht-Opec-Land Russland dagegen hatte im Vorfeld des Treffens versucht, auf eine Förderquotensenkung hinzuwirken, ebenso wie Norwegen. Beide Staaten leiden unter dem Verfall des Ölpreises, welcher zum einen durch eine schwächere Weltnachfrage ausgelöst wurde, andererseits auch durch den Schieferöl-Boom in den USA. Speziell Russland, dass bereits unter Wirtschaftssanktionen des Westens leidet, bräuchte einen Barrelpreis von 100 Dollar, um rentabel zu operieren. Doch noch während die Konferenz andauerte, gab etwa der Preis für die Nordseesorte Brent auf knapp über 76 Dollar pro Barrel nach.

Kein Interesse an Senkung der Förderquote 

Beim gegenwärtigen Ölpreis wird von allen Opec-Staaten lediglich Katar und Kuwait im kommenden Jahr einen ausgeglichenen Haushalt aufweisen können, berichtet das Wall Street Journal. Demnach bleibt es unklar, wie die Opec seine eigene Öl-Förderquote zu überwachen gedenkt. Vor allem Saudi-Arabien ist an einer Drosselung der Produktion und einem Anstieg des Preises derzeit nicht interessiert, da es dadurch "indirekt die Ölschieferproduktion in den Vereinigten Staaten unterstützen" würde, heißt es bei Spiegel Online. So soll mit allen Mitteln Marktanteile gehalten werden. Marktbeobachter sprechen inzwischen von einem Preiskrieg, den die Opec-Staaten auch untereinander führen.

Zumindest bis zum nächsten Treffen der Opec-Staaten in sechs Monaten also werden sich Ölverbraucher, darunter Millionen Autofahrer, über einen günstigen Ölpreis freuen können.

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