Stand: 23.09.2015  0 Kommentare

Die Bestände in Palladium-ETPs (börsengehandelten Produkte wie ETFs) haben sich in der sechsten Woche in Folge reduziert, berichtete Bloomberg am 17. September. Es ist der längste Zeitraum kontinuierlicher Abflüsse seit 2007 mit einem insgesamt allerdings eher moderaten Rückgang um etwa 4 Prozent. Der Palladiumpreis befindet sich seit Jahresbeginn mit etwa 20 Prozent im Minus. Der aktuelle Skandal wegen der Manipulation von Emissionsdaten bei Volkswagen kommt der aktuellen Preisentwicklung allerdings sehr zugute.

Palladiumbestände sinken auf 2,9 Millionen Unzen

Anfang August 2015 hatten die Palladiumbestände in ETPs nach einem kurzfristigen starken Anstieg bei etwa 3,03 Millionen Unzen oder 94,55 Tonnen gelegen. Es folgten kontinuierliche Mittelabflüsse, die bis heute anhalten. Aktuell belaufen sich die Bestände auf etwa 2,90 Millionen Unzen oder 90,20 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang um gut vier Prozent.

Palladiumpreis - wichtige Einflussfaktoren

Die Auswirkung der Zu- oder Abflüsse aus Fonds auf den Palladiumpreis ist allerdings weniger stark ausgeprägt als etwa bei den Goldfonds. So gehen die meisten Experten davon aus, dass die sinkenden Bestände in großen Gold-ETFs wie dem SPDR Gold Trust wesentlich zur rückläufigen Goldpreisentwicklung nach 2011 beigetragen haben. Beim Palladium hingegen stellen die industrielle Nachfrage der Automobilindustrie, die das Edelmetall für Katalysatoren benötigt und andererseits Produktionsüberschüsse oder Defizite in wichtigen Fördererländern wie Südafrika die beiden preisbestimmenden Faktoren dar.

Rückläufige Fahrzeugnachfrage in China

Derzeit steht der Palladiumpreis sowohl von der Angebots- als auch von der Nachfrageseite her unter Druck: Die Autoverkäufe in China, dem größten Fahrzeugmarkt der Welt, sind im August um drei Prozent gefallen und haben damit den dritten monatlichen Rückgang in Folge verzeichnet. Bei der Beratungsfirma AlixPartners LLP geht man sogar davon aus, dass in China erstmals seit 2008 auf Gesamtjahresbasis weniger Autos verkauft werden als im Vorjahr.

Ken Hoffmann von Bloomberg Intelligence fasst die Stimmung unter Investoren zusammen: "Die Anleger sind alles andere als optimistisch. Wir sind davon ausgegangen, dass die chinesische Nachfrage das Angebot aufsaugen wird.", so der Experte.

Südafrikanische Minen erholen sich

Streiks in südafrikanischen Platin- und Palladiumminen haben das Palladiumdefizit im letzten Jahr auf 1,8 Millionen Unzen ansteigen lassen. Seit der Beendigung der Arbeitskämpfe konnten die Fördermengen wieder deutlich gesteigert werden. 2015 wird die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage voraussichtlich auf überschaubare 100.000 Unzen schrumpfen. Neben einem höheren Output der Minen in Südafrika ist dafür auch ein steigendes Angebot an recyceltem Palladium feststellbar, das überwiegend aus den Katalysatoren alter Fahrzeuge stammt.

Ein Lichtblick für Palladium

Ein Lichtblick für Palladium hat sich allerdings in den letzten Tagen aufgetan: Der aktuelle Volkswagen-Skandal um manipulierte Emissionswerte bei Fahrzeugen mit Dieselmotoren in den USA könnte die Nachfrage nach diesen Autos negativ beeinträchtigen und in der Folge die Nachfrage nach Autos mit Benzinmotor stärken. In Katalysatoren von Dieselmotoren wird vorzugsweise Platin verwendet, während Palladium vor allem in Benzinmotoren zum Einsatz kommt. Ob der Skandal allerdings mehr bewirken kann, als eine kurzfristige Preiserholung, bleibt abzuwarten.

Palladiumpreisentwicklung im Vergleich

Edelmetallletzter Monat2015seit 2000
Palladium12,22 %-20,02 %47,48 %
Platin-6,06 %-22,24 %133,38 %
Gold-2,15 %-5,34 %301,56 %
Silber0,2 %-7,5 %187,98 %

Palladium - Investoren verabschieden sich aus ETPs
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