Stand: 06.06.2013  0 Kommentare

In seinem monatlich erscheinenden Gold Letter (Ausgabe Juni 2013) vergleicht Peter Schiff, Präsident der Investment-Firma Euro Pacific Capital, den aktuellen Anstieg des Aktienmarkts mit dem "irrationalen Überschwang", der den amerikanischen Immobilienmarkt vor dem Beginn seines Zusammenbruchs im Jahr 2007 gekennzeichnet habe.

Den Verkauf von börsengehandelten Goldprodukten und die Umschichtungen des Geldes in Aktien bezeichnet er als typisches Verhalten von "Schönwetter-Investoren" auf der Suche nach dem schnellen Dollar.

US-Fundamentaldaten und Aktienmarkt im Widerspruch

Der Zustand der US-Ökonomie rechtfertigt nach Schiffs Einschätzung die steigende Tendenz am Aktienmarkt keineswegs. Die Arbeitslosigkeit verharre auf hohem Niveau und die amerikanische Industrieproduktion sei noch im April um 5 % gesunken.

Auch zeigen die revidierten Zahlen zum 1. Quartal, dass die Sparquote der US-Amerikaner auf 2,3 % abgesackt und das verfügbare Einkommen um 8,4 % eingebrochen ist. Ein 5-Jahres-Hoch bei der Zuversicht der US-Konsumenten und der boomende Aktienmarkt seien Ausdruck einer Erwartungshaltung, die nicht mit den verfügbaren Daten begründbar ist.

Relative Stärke von Währungen ohne Aussagekraft

Am Devisenmarkt beobachtet Schiff einen verschärften Abwertungswettlauf zwischen den Währungen "ehemals starker Volkswirtschaften" wie der Schweiz und Japan mit dem Ziel, Wettbewerbsvorteile beim Export zu erzielen.

Da die aktuelle Stärke des Dollars nur eine relative Stärke gegenüber anderen abwertenden Papierwährungen sei, lasse sich daraus keine reale Stärke mit Bezug auf den Preis von Dienstleistungen und Gütern, also eine stabile Kaufkraft, ableiten. Schiff hält es für möglich und sogar wahrscheinlich, dass der Abwertungswettlauf mit dem gleichzeitigen Zusammenbruch aller Papierwährungen endet und dies sei wiederum für Gold ein extrem bullisches Szenario.

Kein Ende der quantitativen Lockerung in Sicht

"Wie kann es sein, dass die Menschen in großem Stil physisches Gold kaufen und der Goldpreis dennoch fällt?" fragt Schiff und gibt folgende Erklärung:

Die Korrektur des Goldpreises sei eine Folge der Verkäufe institutioneller Investoren am Markt für Papiergold. Die Korrektur habe im September 2012 begonnen, als erste Gerüchte kursierten, die Fed werde die dritte Runde der quantitativen Lockerungen (Käufe von Anleihen und durch Hypotheken besicherte Wertpapiere) zurückfahren.

Dies ist bisher nicht passiert und wird nach Schiffs Meinung erst dann geschehen, wenn das "Geld drucken" zu einer akuten Dollarkrise geführt hat und Preissteigerungen für Konsumgüter nicht mehr kontrollierbar sind.

Gold und Silber zu Schnäppchenpreisen

Schiff rät dazu, beim Aufbau von Vermögen den langfristigen Trends zu folgen, auch wenn dies bedeutet, deutliche Korrekturen wie aktuell bei den Edelmetallen durchstehen zu müssen. Während die fortgesetzte quantitative Lockerung nur der Aufrechterhaltung einer, so Schiff wörtlich, "Zombie-Ökonomie" diene (eine Ökonomie, die ohne die permanente Bereitstellung zusätzlicher Liquidität nicht selbsterhaltungsfähig wäre) seien Gold und Silber infolge der Korrektur zu Schnäppchenpreisen zu haben.

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