Stand: 22.03.2019  7 Kommentare

Geerbt? Im Lotto gewonnen? Alte Märklin Sachen vom Dachboden zu einem überraschend hohen Preis veräußert? Es gibt viele Möglichkeiten, die unverhofften Geldsegen bescheren. Und noch mehr, dieses Geld wieder auszugeben. Verprassen ist dabei die Schlechteste. Besser ist es, für die Zukunft zu planen. Aber wie soll man Geld richtig anlegen?

Im Folgenden stellen wir die gängigsten Anlageformen vor. Es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten der Geldanlage, allerdings hat die Vergangenheit oft gezeigt, dass komplizierte Anlageformen, wenn sie vom Anleger nicht verstanden werden, eine schlechte Wahl sind.

1. Zinsprodukte

Fürs klassische Sparen sind die Bedingungen heute denkbar schlecht. Egal ob Festgeld, Tagesgeld oder das Sparbuch – die Zinsen bei vielen Zinsprodukten gehen sogar gegen 0. Da die Inflationsrate aber höher ist, kommt dies einer schleichenden Geldentwertung gleich. Das Geld wird weniger wert, weil Lebenshaltungskosten sowie das allgemeine Preisniveau steigen. Manche Banken verlangen sogar schon Negativ-Zins für höhere Spareinlagen.

Dennoch: Zinsprodukte gelten als sicher, da Einlagen bis zur einer Obergrenze von 100 000 EUR über die Einlagensicherung der Banken und Sparkassen abgesichert sind. Zinsprodukte sollten daher in keiner Anlagestrategie fehlen. Denn bei aller Vermögensplanung sollte immer auch eine „Feuerwehr-Reserve“ einkalkuliert werden. Es kann immer passieren, dass kurzfristig ein größerer Geldbetrag benötigt wird. Tagesgeld etwa gilt als schnell verfügbar.

2. Aktien, Aktienfonds & ETFs

Hierbei handelt es sich um börsenhandelbare Beteiligungen an Unternehmen. Ohne nun ins Detail zu gehen: Grundsätzlich sind diese Anlagenformen eine spekulative Angelegenheit, denn im Grunde beteiligt man sich an einem Geschäftsmodell.

Insbesondere (Einzel-) Aktien können relativ schnell einen erklecklichen Gewinn einfahren. Allerdings ist man mit Aktien auch genauso schnell an den Verlusten beteiligt.

Aktienfonds gelten als risikoärmer, da hier nicht in ein einzelnes Unternehmen investiert wird, sondern in mehrere Firmen oder auch Branchen.

Ähnliches gilt für Exchange Traded Funds (ETFs). Hierbei handelt es sich um Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden, und oft in ihrer Zusammensetzung einen bestimmten Index nachbilden, wie etwa den DAX, oder STOXX Europe 50.

Grundsätzlich sind Unternehmensbeteiligungen eher geeignet für risikofreudige Personen mit langem Anlagehorizont. Wie hoch der Anteil am persönlichen Vermögens-Portfolio gewichtet ist, hängt also ab von der persönlichen Risikobereitschaft ab. Ausführlichere Informationen zum Thema Aktien hier:>> Aktien, Börsen, Indizes

3. Immobilien

Eine Investition in Immobilien ist grundsätzlich eine gute Idee, denn man hat sein Geld in einen dinglich greifbaren Sachwert investiert. Und „Betongold“ hat auch einen realen Nutzen: Man kann nämlich darin wohnen.

Investiert werden kann in Immobilienfonds, aber auch der Kauf einer Eigentumswohnung mit anschließender Vermietung ist eine Option. Eine weitere Möglichkeit besteht in der direkten Beteiligung an börsennotierten Immobilien Unternehmen.

Allerdings: Die Immobilienpreise in Deutschland sind derzeit auf rekordverdächtigem Niveau. Viele Experten sprechen gar schon von einem überhitzten Markt, insbesondere in attraktiven Ballungsräumen. Wer heute einsteigt, tut dies zu Spitzenpreisen. Eine Korrektur der Immobilienpreise nach unten ist grundsätzlich nicht auszuschließen. Weiterer Nachteil: Wer sein Geld wieder liquide machen will, muss warten können. Eine Immobilie verkauft sich nicht über Nacht. Zudem entstehen erhebliche Nebenkosten für Notar, Makler, Grundbucheintrag, oder Grunderwerbssteuer. Und wer innerhalb von 10 Jahren mit Gewinn verkauft, zahlt Spekulationssteuer. Eine Immobilie ist also eine unflexible Anlageform.

4. Gold und Edelmetalle

Edelmetalle sind begehrt, seit die Menschheit denken kann. In ganz besonderem Maße gilt dies für Gold. Warum ist das so? Gold gilt als sicherer Hafen, ist das Symbol für Wert schlechthin. Gold ist unvergänglich, es ist nicht beliebig vermehrbar wie etwa Papiergeld, und es wird niemals einen Totalverlust erleiden, da es einen realen Wert hat. Dies ist der Grund, warum Gold seit je ein kulturübergreifend akzeptiertes Tausch- und Zahlungsmittel war - und bis heute ist. Man kann es transportieren, und es lässt sich eintauschen, egal wann und wo. Es bietet somit eine Anlageform unabhängig von Banken, Unternehmen, Währungen, Staaten oder politischen Großwetterlagen.

Gold sollte daher in keiner Anlagestrategie fehlen. Und was spricht eigentlich dagegen, einen Krügerrand zu Hause aufzubewahren? Dem Risiko von Einbruch oder Diebstahl unterliegen schließlich auch andere Gegenstände, wie etwa ein Auto, oder das Bargeld in der Esstisch-Schublade. Zum Gold.de Preisvergleich für Gold und Edelmetalle: >> Edelmetalle kaufen

5. Unternehmens- oder Staatsanleihen

Anleihen (engl. Bonds) sind verzinste Wertpapiere, die von Unternehmen oder Staaten herausgegeben werden. Im Gegensatz zu Aktien (hier ist man Anteils-Eigener) wird der Käufer einer Anleihe aber zum Kreditgeber. Der Zins ist der Preis dafür, dass man als Kreditgeber dieses Risiko eingeht. Damit wird auch klar, wo der Haken ist: Kreditnehmer können pleitegehen. Als Kreditgeber geht man grundsätzlich das Risiko ein, dass der Emittent einer Anleihe zahlungsunfähig wird. Das kann reichen bis zum zum Totalverlust des angelegten Geldes.

Dennoch: Gute Bonität des Emittenten vorausgesetzt, gelten Anleihen als relativ sicher. Wie bei Tagesgeld oder Festgeld trägt das investierte Geld Früchte. Während der Laufzeit erhält man Zinsen, und am Ende der Laufzeit gibt es das Geld zurück. Deshalb heißen Anleihen auch Renten oder Rentenpapiere, weil sie regelmäßige Zahlungen erbringen.

(6. Kryptos)

Da Krypto-Währungen wie Bitcoin & Co. inzwischen auch der breiten Masse bekannt sind, wollen wie sie hier mit aufzählen. Aber unter Vorbehalt. Denn Kryptowährungen sind eine junge Erscheinung. Wie sich (welche) Kryptos in Zukunft entwickeln werden, ist derzeit nicht vorhersehbar. Bis dahin sollte der Grundsatz gelten: Nur soviel Geld in Kryptowährungen investieren, wie man im Fall des Falles auch entbehren kann. Extreme Kurs-Kapriolen lassen nur eine Empfehlung zu: Anlageform für Zocker mit Nerven aus Stahl, Totalverlust nicht ausgeschlossen.

Fazit: Der Mix macht's

Streuen ist der wichtigste Tipp, der von allen Experten gegeben wird. Und das mit gutem Grund. Wer verschiedene Anlageformen mixt, der mindert das Risiko; bleibt aber gleichzeitig flexibel genug, um auf alle möglichen Lebenslagen reagieren zu können. Wer also vor der Frage steht: „Was tun mit meinem Geld“, der sollte nicht nur auf ein Pferd setzen.

Damit das Geld aber auch richtig gestreut wird, müssen im Vorfeld wichtige Fragen zum Anlageziel und zur persönlichen Lebenssituation geklärt werden. Wer jung ist, der kann mehr Risiken eingehen und auch längerfristiger planen als jemand im fortgeschrittenen Alter. Hier ist Sicherheit wichtiger. Wer dagegen mittelfristig größere liquide Mittel braucht, der wird wieder anders streuen müssen als jemand, der vor allem an Rendite orientiert ist. Zudem muss geschaut werden, wie der persönliche Vermögensstatus aktuell aufgestellt ist. Denn wenn bereits ein erheblicher Geldbetrag in Aktien investiert ist, dann macht es keinen Sinn, den neuen Geldsegen ebenfalls in Aktien anzulegen.

Plötzlich reich - was nun?

Tipp: Schulden zurück zahlen!

Dieser clevere Tipp kostet gar nichts und ist immer gut: Erstmal Schulden zurückzahlen! Schulden verringern bedeutet unterm Strich immer ein gutes Geschäft, denn Schuldzinsen sind höher als Habenzinsen. Auch wenn das eigentlich nahe liegend ist, so denken viele nicht daran.

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Kommentare [7]
  • von Franz P. | 19.04.2019, 08:18 Antworten

    Allgemein gesehen ist dies ein hilfreicher und guter Artikel. Bei einer Diversifikation bin ich auch dabei.

    Anmerkung zur Immobilie: “Wer heute einsteigt, tut dies zu Spitzenpreisen.“
    Meine Meinung: das ist nur bedingt ein Gegenargument zu Gold, denn Gold ist mittlerweile relativ teuer, sowie wie viele Investitionsmöglichkeiten, z. B. Aktien.

    Die Spekulationsfrist beträgt bei eigengenutzten Immobilien 2 Jahre. Das sollte durchaus erwähnt werden, denn viele Käufer werden sich z. B. eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen und selber einziehen und Miete sparen. Meine Wohnung ist mittlerweile abbezahlt, ich habe jetzt sog. Betongold (!), aber auch physisches Gold! Das Betongold schützt mich ebenfalls in der Kriese und vor gierigen Vermietern (nicht alle sind gierig).

    Guter Artikel sonst wie gesagt...

    • von Baca | 22.05.2019, 22:57 Antworten

      Woo am günst. kaufen?

  • von Ulf Überweger | 11.12.2018, 10:40 Antworten

    Eigenes Geld verstecken weiter Schulden machen Hartz 4 beantragen

    • von Willi Wunder | 10.04.2019, 17:20 Antworten

      Jo super. Wenn alle so denken würden, dann gute Nacht Deutschland.

  • von Anlage Experte | 07.03.2019, 13:34 Antworten

    Schulden zurückzahlen und dann nur Gold kaufen.

    Da gibt es keine Probleme, bei [Händler..] kann man schnell Gold kaufen und verkaufen, Anlagemünzen z.B. in jeder Größe.

    Die sind doch viel schöner als Goldbarren.

    Schulden zurückzahlen an 1. Stelle, denn die Schuldzinsen sind enorm hoch, z.B. wenn auf seinen Kreditkarten im Minus liegt.

    Man kann gern mal die Kreditkarte benutzen, auch für höhere Beträge, aber dann so schnell wie möglich alles zurück zahlen, damit der Kreditbetrag durch die hohen Schuldzinsen nicht immer höher wird.

    Die Kreditkarten Institute bieten ja eine Rückzahlung von 3 % der Kreditsumme an, das ist anfangs sehr wenig und das spürt man kaum.

    Allerdings erhöht sich so die Kreditschuld immer mehr, deshalb heißt es natürlich erstmal die Schulden zurückzahlen und dann Gold kaufen, ohne neue Schulden aufzunehmen.

  • von Hans Glückaufer | 11.12.2018, 10:52 Antworten

    Mit Schattenbanken und Cum Ex Geschäften nicht gezahlte Steuern zwei mal Zurückholen

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