Stand: 08.01.2014 von © Gold.de Redaktion CW/SH 3 Kommentare

Im Interview mit dem DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) vom 6. Januar 2014 geht Rohstoff-Analyst Eugen Weinberg davon aus, dass der Goldpreis zum Jahresende 2014 bei etwa 1.500 Dollar notieren wird. Beim Silber rechnet Weinberg in diesem Jahr mit einer zweistelligen Performance und auch die Entwicklung der Platin-, Palladium- und Kupferpreise 2014 schätzt er positiv ein. Rohöl wird nach der Prognose des Experten seitwärts tendieren.

Entwicklung des Goldpreises

Die rückläufige Goldpreisentwicklung 2013 sieht Weinberg als eine Folge der gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger und einer optimistischeren Einschätzung der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Ängste vor hohen Inflationsraten, einer negativen Konjunkturentwicklung und Verwerfungen auf den Finanzmärkten seien im letzten Jahr spürbar zurückgegangen.

Die positive Stimmung habe zu haussierenden Aktienmärkten geführt und Gold als klassischer Risikoindikator habe auf das veränderte Sentiment an den Märkten mit fallenden Preisen reagiert. Die Deutlichkeit der Preiseinbrüche im April und Juni 2014 haben Weinberg allerdings überrascht, gibt der Rohstoff-Experte von der Commerzbank zu.

Dass der Goldpreis trotz massiver ETF-Abflüsse bisher nicht nachhaltig unter die Marke von 1.200 Dollar gefallen ist, sei der anhaltend starken physischen Nachfrage aus China zu verdanken. Das Land hat 2013 über 1.000 Tonnen Gold eingeführt und damit Indien (voraussichtlich, die Importzahlen für Dezember liegen noch nicht vor) als wichtigsten Goldimporteur abgelöst.

Im größeren Kontext der Goldpreisentwicklung sieht Weinberg eine Art Kampf um die Rolle von Gold. Manche Marktteilnehmer betrachten Gold als reinen Rohstoff und als solcher sei das gelbe Edelmetall mit derzeit ca. 1.200 Dollar eigentlich noch zu teuer. Eine faire Bewertung für den Rohstoff Gold sieht Weinberg erst in einem Bereich von 800 bis 900 Dollar. Hält man Gold hingegen nicht für einen Rohstoff wie jeden anderen, sondern primär für eine Versicherung, die in jedes Portfolio gehört, wäre ein Goldpreis von 1.500 bis 1.600 Dollar angemessen.

Weinberg glaubt, dass sich die traditionelle Betrachtungsweise von Gold als Versicherung wieder durchsetzen wird. Folglich rechnet er mit einer steigenden Goldpreisentwicklung 2014. Bis zum Jahresende sieht er den Goldpreis bei etwa 1.500 Dollar.

Entwicklung des Silberpreises

Silber habe sich 2014 wie ein klassisches Industriemetall und nicht wie ein Anlagemetall verhalten, meint Weinberg. Er begründet diese Einschätzung damit, dass sich die Bestände der Silber-ETFs anders als die Bestände der Gold-ETFs im letzten Jahr stabil gezeigt haben. Dennoch war der Silberpreis sogar stärker gefallen als der Goldpreis und dies sei durch die schwache industrielle Nachfrage nach Silber erklärbar.

Auch aktuell sieht Weinberg die industrielle Seite des weißen Edelmetalls als den preisbestimmenden Faktor an. Er rechnet aber damit, dass die Bedeutung von Silber als Investment bereits in diesem Jahr zunehmen wird. Der Experte sagt einem zweistelligen prozentualen Preisanstieg bis auf "deutlich über 20 Dollar" voraus. Ein genaues Kursziel nennt er nicht.

Platinpreis und Palladiumpreis

Platin hat im letzten Jahr eine deutlich weniger negative Preisentwicklung als Gold und Silber durchlaufen. Palladium konnte 2013 sogar mit einem kleinen Plus abschließen.

Zum Vergleich (basierend auf dem ersten und letzte Londoner Fixing 2013 in US-Dollar):

  • Goldpreisentwicklung 2013: 26,69 % Rückgang
  • Silberpreisentwicklung 2013: 36,83 % Rückgang
  • Platinpreisentwicklung 2013: 12,89 % Rückgang
  • Palladiumpreisentwicklung 2013: 0,57 % Anstieg

Die bessere Performance von Platin und insbesondere Palladium gegenüber Gold und Silber sieht Weinberg in einem anhaltenden Angebotsdefizit begründet. Die Minenbetreiber in Südafrika, dem mit Abstand wichtigsten Förderer von Platinmetallen, haben mit permanenten Schwierigkeiten zu kämpfen, die von häufigen Stromausfällen in den Minen bis hin zu zweistelligen Lohnzuwächsen der Beschäftigten reichen.

Auch die diesjährigen Wahlen in Südafrika hält Weinberg für einen Faktor, der den Rohstoffsektor des Landes potentiell belasten könnte. Welcher Art diese Belastungen konkret sein könnten, sagt er allerdings nicht. Die Nachfrage nach Platin und Palladium, vor allem aus der Automobilindustrie, sei stabil und könne 2014 sogar noch steigen. Als Konsequenz rechnet Weinberg in diesem Jahr mit anziehenden Platin- und Palladiumpreisen.

Kupferpreis

Die Entwicklung des Kupferpreises sei stark abhängig von der Nachfrage aus der chinesischen Industrie. Diese Abhängigkeit lasse sich laut Weinberg auch sehr schön an der nahezu identischen fallenden Entwicklung des Kupferpreises und des chinesischen Aktienmarktes 2013 ablesen. Zahlreiche Analysten hatten insbesondere in der ersten Jahreshälfte Zweifel an einer erfolgreichen Fortsetzung der chinesischen Wachstumsstory geäußert. Im Juni hatten der Shanghai Composite Index und ebenso Kupfer ihre Jahrestiefststände erreicht und waren dann in Seitwärtsbewegung übergegangen.

Die chinesische Regierung hat ein jährliches Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 7 % bis 8 % bis 2020 als Ziel ausgegeben. Auch Weinberg glaubt an eine Fortsetzung des chinesischen Wirtschaftswachstums auf diesem relativ hohen Niveau und rechnet bis zum Jahresende mit einem Kupferpreis von 8.000 Dollar. Dies wäre in etwa das Preisniveau, auf dem das wichtige Industriemetall bereits zum Jahresanfang 2013 notierte. Aktuell kostet Kupfer etwas mehr als 7.300 Dollar je Tonne.

Ölpreis

Für den Ölpreis 2014 sagt Weinberg eine Seitwärtsbewegung voraus. Ein steigendes Angebot durch neue Fördertechniken in den USA mache einen Ölpreis von mehr als 120 Dollar unwahrscheinlich, so Weinberg. Zugleich werde es die OPEC jedoch nicht zulassen, dass ihr erklärter Wunschpreis für Öl im Bereich von 100 Dollar nachhaltig unterschritten wird.

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Kommentare [3]
  • von Goldpreis_Orakel | 08.01.2014, 12:46 Antworten

    Dieser Artikel ist wahrlich aus der Glaskugel gegriffen! Den Herrn Experten überraschen Preisstürze im April und Juni 2014 ?!?!?
    Wie oft haben wir ähnliches voriges Jahr schon über die Goldpreisentwicklung gelesen? Hätte ich für jede Fehleinschätzung 1 Euro bekommen wäre ich Millionär !!!

  • von N,Maier | 09.01.2014, 10:42 Antworten

    Wenn der Hahn kräht auf dem Mist ,ändert sich das Wetter ,oder es

    bleibt wie es ist !!!Werden diese Wahrsager auch noch bezahlt?
    Ein bisschen Metall in die Birne und der Wahrheitsgehalt in diesen

    Blättern würde steigen,die Anlegerverdummung muss aufhören .
    iM SOMMER 13 wude geweissagt bis Ende 13 *1600$*.was ist hin -
    manipöliert worden 1200$dank Kimineller Banken ,die trotz Millionen
    Strafen den Kurs bestimmen .Steckt die Politik mit denen unter einert
    Decke?

  • von Futurama | 09.01.2014, 11:42 Antworten

    > Silber habe sich 2014 wie ein klassisches Industriemetall und nicht wie ein Anlagemetall verhalten

    Dann besitzt der Herr wohl eine Zeitmaschine. 2014 hat noch nichtmal richtig angefangen...

    Ich denke dass aufgrund der MWSt- Erhöhung auf Silbermünzen ein regelrechter Run auf physisches Silber gab, vor allem im Dezember. Aber Experten schauen ja gerne nur auf ETF und Börsen.

    Dass der Preis auch mal wieder steigt ist kein Geheimnis, und auch keine Expertenmeinung. Sondern logische Konsequenz wenn man sich ein historisches Chart mal so anschaut....

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