Stand: 10.07.2013  0 Kommentare

Uwe Bergold, Geschäftsführer der GR Asset Management GmbH rechnet damit, dass der Goldpreis und der Silberpreis am Jahresende "um einiges höher liegen" werden als heute. Im "Rohstoff-Monitor" des DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) vom 10. Juli 2013 begründet der Experte seine Ansicht mit den Gesamtkosten der Minenbetreiber, saisonalen Preisaspekten, einer überverkauften Situation am Goldmark und der Backwardation (siehe unten) der Gold-Futures.

All-in-Costs der Goldminenbetreiber bei 1.200 Dollar

Nach Bergolds Auffassung ist der Bullenmarkt beim Gold keineswegs vorbei, auch wenn dies derzeit in den Medien oft behauptet wird. Die natürliche Untergrenze für den Goldpreis sieht er bei 1.200 Dollar. In diesem Bereich liegen die sogenannten All-in-Costs der Goldminenbetreiber, die neben den reinen Produktionskosten von 1.000 bis 1.100 Dollar je Feinunze Gold auch die Kapitalkosten enthalten. Bereits beim aktuellen Goldpreis von etwa 1.250 Dollar könne das gelbe Edelmetall in etwa 50 % der Minen nicht mehr rentabel gefördert werden.

Die Betreiber reagieren auf den niedrigen Goldpreis mit massiven Kosteneinsparungen und der Drosselung von Kapazitäten. Dazu gehören auch vereinzelte Schließungen von Goldminen. Bei einem Goldpreis, der für längere Zweit unter der 1.200-Dollar-Grenze verharrt, werde ein selbstregulierender Mechanismus zu dann nicht mehr vereinzelten, sondern massiven Minenschließungen führen (Anmerkung: ? und damit zu einer Verknappung des Angebots, die wiederum einen Goldpreis oberhalb der All-In-Costs nach sich zieht).

Gold überverkauft, saisonales Tief und Backwardation

Die seit Oktober 2012 steigenden Aktienmärkte und fallenden Edelmetallpreise hätten zu einer Situation geführt, in der Aktien überkauft, Edelmetalle und auch andere Rohstoffe hingegen überverkauft seien. Diese Gegenläufigkeit werde sich früher oder später umkehren. Sobald dies geschieht, "haben wir den endgültigen Boden beim Goldpreis gesehen", sagt Bergold.

Für einen in der zweiten Jahreshälfte ansteigenden Goldpreis spreche auch der jahreszeitliche Aspekt, denn Gold markiere im Juli generell ein saisonales Tief. (Anmerkung: Einem aktuellen Bloomberg-Artikel zufolge war die Preisentwicklung von Gold in der zweiten Jahreshälfte seit 1980 sowohl in der Hausse seit 2001 als auch in der vorangegangenen Baisse im Durchschnitt positiv).

Auch die Lage am Futures-Markt weise auf einen steigenden Goldpreis hin. Gold-Futures befinden sich in Backwardation. So bezeichnet man eine Situation am Terminmarkt, bei der der aktuelle Preis eines Futures (Warenterminkontrakts) unter dem zu erwartenden Spot-Preis bei Fälligkeit des Kontrakts liegt. In den letzten 13 Jahren sei dies nur 4-mal geschehen und immer hätte anschließend eine relativ signifikante Aufwärtsbewegung stattgefunden.

Silber und Minenaktien als Hebel auf Gold

Den Silberpreis sieht Bergold aufgrund der All-in-Costs der Minenbetreiber in einer ähnlichen Situation wie den Goldpreis. Er rechnet also mit einem Kursanstieg und sogar mit einer "hervorragenden Outperformance von Silber gegenüber Gold". Silber wirke wie ein Hebel, vollziehe also dieselben Kursbewegungen wie Gold, zeige dabei jedoch Übertreibungen, also größere Preisausschläge.

Dieselbe Hebelwirkung sei auch bei Minenaktien feststellbar. Während Gold rund 35 % unter seinem Hoch notiert, haben Silber und die Minenaktien zwischen 60 % und 70 % ihres Werts verloren. Dieser "Hebel nach unten" wird sich bei Kursanstiegen von Gold in einen "Hebel nach oben" verwandeln, meint der Experte.

Hier geht es zum DAF-Videobeitrag

Du hast eine Meinung dazu? Her damit!
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen siehst du?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Du kannst deine Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Hier findest du unsere Datenschutzerklärung.

Copyright © 2009-2019 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany