Stand: 18.03.2013  0 Kommentare

Was noch bis vor Kurzem undenkbar war, ist übers Wochenende zur Realität geworden: Erstmals wird Otto Normalsparer an der Rettung eines Schuldenstaates beteiligt - Privatanleger in Zypern müssen je nach Höhe ihrer Spareinlagen auf bis zu 9,9 Prozent verzichten. Die Einigung zwischen der zyprischen Regierung und den internationalen Geldgebern, die am Montag noch das Parlament in Nikosia passieren muss, hat in den vergangenen Tagen ein breites Medienecho hervorgerufen, welches auch die Frage nach der optimalen Vermögenssicherung aufwarf - denn wer in Zypern sein Geld rechtzeitig in Gold umgeschichtet hat, wird jetzt von der Zwangsenteignung verschont.

Das Krisenumfeld in Europa und den USA könnte schon bald für neue Höhenflüge bei Gold und Silber sorgen, wie Eckart Keil von der Premium Pearls Fund AG im Gespräch mit dem Deutschen Anleger Fernsehen deutlich macht. Er verweist darauf, dass sich die fundamentale Lage keinesfalls verändert habe und prognostiziert neue Rekorde im Laufe des Jahres. Der Aufwärtstrend ist nach der Analyse des Rohstoffexperten weiterhin intakt. Keil erklärt, dass Gold seit einem Dreivierteljahr konsolidiert, weil die Krisen kurzfristig in den Hintergrund gedrängt sind und die Diskussion um den Euro an Gewicht verloren haben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zypern-Rettung könnte der Markt aber schon bald wieder nach oben drehen - Eckart Keil erwartet einen Goldpreis von über 2000 US-Dollar bis zum Jahresende und verweist auf die technischen Indikatoren, die sich sehr positiv entwickelt haben. Auch beim Silber, wo seit nunmehr zwei Jahren eine Konsolidierung voran schreitet, erwartet Eckart Keil eine Rückkehr zu neuen Hochständen. Die Ausgangslage ist hier nach seiner Prognose noch besser als bei Gold, weil für Silber ein wesentlich kleinerer Markt besteht, der immer stärker nachgefragt wird. Keil empfiehlt Anlegern, auch Platin und Palladium in den Blick zu nehmen - besonders bei Platin erwartet der Rohstoffexperte eine regelrechte Knappheit, weil die Produktionsstätten in Südafrika massive Probleme haben - Kostensteigerungen sorgen schon jetzt für Minenschließungen.

Passend zu diesen Marktprognosen erklärt das Handelsblatt in einer ausführlichen Analyse, wie Anleger mit dem kleinen Bruder von Gold gewinnen können: Unter dem Titel "Glänzende Spekulation auf Silber" erklärt die Finanzzeitung, warum das Umfeld für steigende Silberpreise derzeit besonders attraktiv ist: "Der aktuelle Preisrückgang auf unter 30 US-Dollar ist übertrieben", sagt ein Rohstoffexperte der Commerzbank gegenüber dem Handelsblatt. Nach dem Silber-Crash, der durch verschärfte Handelsregeln an der New Yorker Terminbörse augelöst wurde, hat sich das weiße Metall bis heute nicht vollständig erholt. Allerdings hat nach Darstellung des Handelsblatts der Absatz von Silberschmuck in Asien stark zugenommen, zudem kaufen vor allem US-Anleger im großen Stil Anlagemünzen wie zum Beispiel den American Eagle in Silber. Und vor allem in China wird Silber verstärkt in der Industrie gebraucht, das Handelsblatt prognostiziert einen Rekordverbrauch im Jahr 2014. Das Handelsblatt stellt mehrere Investitionsmöglichkeiten vor: Von Inline-Optionsscheinen (die praktisch einer Wette auf bestimmte Höchst- oder Tiefstände gleichkommen) bis zu Discount-Zertifikaten (bei denen Optionen auf den Basiswert verkauft werden, die Anlegern als Rabatt weitergegeben werden).

Aktuell mehren sich die positiven Einschätzungen für Gold und Silber - auch der Analyst Jim Bianco stimmt in den Kanon der Gold-Optimisten ein. Er weist im Gespräch mit dem Finanzsender Bloomberg darauf hin, dass jetzt der richtige Zeitpunkt zum Goldkauf sei, weil der Goldpreis trotz Abflüssen aus den ETFs nicht gefallen ist - dies versteht Bianco als Zeichen der Stärke des Goldpreises. Er geht davon aus, dass die Nachfrage nach Gold wieder gestiegen ist, und belegt diese These mit aktuellen Verkaufszahlen: Demnach wurden in den vergangenen Wochen zwischen sieben und acht Prozent der weltweiten Produktion des gelben Metalls verkauft worden - es gibt also weiterhin eine starke Nachfrage auf der Käuferseite. Bianco weist im Gespräch mit Bloomberg darauf hin, dass Gold inzwischen mehr als ein Inflationsschutz ist. Er versteht Gold als die Allzweckwaffe im Währungskrieg der Zentralbanken, die sich in der Abwertung ihrer Währungen derzeit überbieten. "Gold ist die einzige harte Währung", stellt Bianco klar und vermutet, dass Gold nach dem Ausverkauf der vergangenen Wochen einen neuen Anlauf auf Notierungen zwischen 1900 und 2000 US-Dollar nehmen wird.

Bei allen Marktberichten, die regelmäßig veröffentlicht werden, tauchen bestimmte Formulierungen und Argumente immer wieder auf - beispielsweise die Rede von Gold als zinslosem Investment. In der Kolumne "Anlagemanöver" auf SPIEGEL ONLINE hat der Finanzjournalist Christian Kirchner die typischen Anlagefloskeln unter die Lupe genommen, die in Verbindung mit Gold immer wieder zu hören sind. Er stellt klar, dass Gold weiterhin ein guter Inflationsschutz ist, weist allerdings auch darauf hin, dass eine ausufernde Inflation nicht automatisch für höhere Goldpreise sorgt. Im Gegenteil: Die höchsten Erträge erzielte Gold nach Darstellung von Kirchner in starken Deflationsphasen. Zudem wehrt sich Kirchner gegen die Formel, nach der Gold kein Rohstoff mehr ist, sondern eine "Vertrauenswährung" - er erklärt, dass der Goldpreis immer noch aufgrund der Regeln von Angebot und Nachfrage auf dem Rohstoffmarkt entsteht. Allerdings seien an die Stelle der Industrie inzwischen verstärkt Notenbanken und Privatanleger getreten, die laut Kirchner "die sinkende Nachfrage derzeit mehr als wettmachen." Christian Kirchner prognostiziert, dass Goldanleger künftig gute Nerven brauchen - weiterhin sei Gold als Beimischung im Depot sinnvoll, allerdings nur noch mit gedämpften Erwartungen.

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