Stand: 02.06.2013  0 Kommentare

Im Rohstoff-Monitor des DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) vom 29. Mai 2013 äußerte sich Sven Weisenhaus pessimistisch über die Aussichten für den Goldpreis: "Langfristig wird Gold in der Bedeutungslosigkeit verschwinden", meint der Chefredakteur von Wave Daily. Auch auf kurze Sicht traut er dem Edelmetall keine größere Preissteigerung zu. Silber hingegen habe kurzfristig durchaus Aufwärtspotential.

Niedrige Inflationsraten in Europa und den USA

Weisenhaus bezweifelt die Stichhaltigkeit der beiden wichtigsten Argumente, die häufig für einen steigenden Goldpreis angeführt werden: hohe Inflationsraten und große Nachfrage nach Gold. In Europa sei keine zunehmende, sondern aufgrund der Rezession eine abnehmende Inflation zu beobachten. Die hohe Arbeitslosigkeit, sinkende Löhne und eine rückläufige Güternachfrage würden eine Situation schaffen, in der es gar nicht zu einer (hohen) Inflation kommen kann.

Auch in den USA sieht Weisenhaus eine vergleichbare Situation: Trotz "weit geöffneter Geldschleusen" seien dort die Inflationsraten moderat. Es sei zwar richtig, dass der Goldpreis und die Inflation eine Korrelation zeigen (in einer Wechselbeziehung zueinander stehen), allerdings würden beide seit 2011 eben gemeinsam fallen und nicht steigen.

Sinkende Nachfrage nach Gold

"Die angeblich hohe Nachfrage ist im 1. Quartal dieses Jahres um 13 % gefallen", sagt Weisenhaus und beruft sich auf einen Bericht des World Gold Council. Die oft erwähnten Goldkäufe der Notenbanken in Schwellenländern finden zwar tatsächlich statt, betrachtet man aber sämtliche Notenbanken, so sei ihre Nachfrage nach Gold um 5 % gesunken. Auch dürfe das Verhalten der Notenbanken nicht isoliert gesehen werden, da sie nur einen kleinen Teil der Gesamtnachfrage stellen.

Charttechnische Situation beim Gold

Der charttechnische Ausblick auf den Goldpreis ist der Analyse von Weisenhaus zufolge ebenfalls negativ. Nach dem Tiefststand bei 1321 US-Dollar im April 2013 sei es zu einer kurzen Gegenbewegung und dann zu einem erneuten Absinken des Goldpreises auf 1341 USD gekommen. Dadurch habe sich zwar ein Doppelboden gebildet - eine prinzipiell bullische Chartformation, die häufig eine Kursumkehr ankündigt - die Gegenbewegung zwischen den beiden Tiefpunkten habe jedoch genau am 61,8 % Fibonacci-Retracement geendet. Damit sei das maximale Kurs-Korrekturziel bereits abgearbeitet.

Technische Analysten wie Weisenhaus nutzen Fibonacci-Retracements, um Unterstützungen und Widerstände im Chart aus der Höhe der vorangegangenen Kursbewegung abzuleiten. Dahinter steht die Annahme, dass Märkte nach einem Anstieg um einen vorhersehbaren prozentualen Anteil dieses Anstiegs korrigieren (engl. retrace: zurückverfolgen). Die wichtigsten Fibonacci-Retracements liegen bei 23,6 %, 38,2 %, 50,0 % und 61,8 %.

Ein Retracement von 38,2 %, das sich aus dem langjährigen Anstieg des Goldpreises bis 2011 ergibt, sieht der Chart-Techniker etwas unterhalb des aktuellen Preisniveaus, nämlich bei 1283 USD. Deshalb erwartet er, dass die durch den Doppelboden gebildete Unterstützung nicht halten, sondern nach dem Durchlaufen einer Seitwärtsbewegung durchbrochen wird.

Charttechnische Situation beim Silber

Den Silberchart beurteilt Weisenhaus positiver. Ein deutlicher Kursrutsch bis auf 20 USD sei sehr schnell wieder hochgekauft worden: ein Zeichen dafür, dass sich ein kurzfristiger Boden gebildet haben könnte. Bei einer möglichen Gegenbewegung bestehe für Silber ein Aufwärtspotential bis 26 USD.

Auf diesem Preisniveau liege eine ehemalige Unterstützung des Silberpreises, die sich mit dem Durchbrechen in einen Widerstand verwandelt habe. Bei einem Einstandspreis von beispielsweise 21 USD würde das Erreichen dieses Kursziels bereits einen Gewinn von 23 % bedeuten. Eine analoge Bewegung des Goldpreises wäre hingegen auf einen Kursanstieg von 12 % begrenzt. "Silber ist wie ein Hebel auf Gold. Die Kursbewegungen werden nachvollzogen, fallen aber in beiden Richtungen stärker aus", erklärt der Chart-Analyst.

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