Stand: 25.03.2014  0 Kommentare

Bisher gleichen die Sanktionen, mit denen der Westen Russland nach der Annektierung der Krim belegt hat, gezielten Nadelstichen, von denen einzelne deutsche Firmen jedoch bereits deutlich spürbar betroffen sind. Welche Folgen würde eine Eskalation wirtschaftlicher Straf- und Vergeltungsmaßnahmen für die deutsche Wirtschaft insgesamt haben? Dieser Frage gehen die Experten des DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) in einem Beitrag vom 21. März 2014 nach.

Rüstungsgeschäft im Wert von 120 Millionen Euro gestoppt

Die Rheinmetall AG mit Sitz in Düsseldorf ist der erste deutsche Konzern, der die negativen Folgen der Handelsbeschränkungen von deutscher Regierungsseite zu spüren bekam. Das Unternehmen hatte geplant, eine militärische Ausbildungsanlage im Wert von ca. 120 Millionen Euro an die russische Armee verkaufen, doch der Deal wurde vom Wirtschaftsministerium erst einmal auf Eis gelegt. Der Grund: Spannungen zwischen Russland und dem Westen die seit der Annektierung der Krim durch Russland inzwischen so ausgeprägt sind wie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr.

Sollte es zu einer beiderseitigen Eskalation von Handelssanktionen oder anderen wirtschaftlichen Strafmaßnahmen kommen, wäre Rheinmetall aller Voraussicht nach nur eines von vielen betroffenen deutschen Unternehmen. Der Grad der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Deutschland und Russland ist relativ hoch, viel ausgeprägter als beispielsweise zwischen Russland und den USA.

Mit einer Verschärfung westlicher Sanktionen, die dann auch ganze Wirtschaftszweige betreffen könnten, ist in jedem Fall zu rechnen, sollte Russland die territoriale Integrität der Ukraine durch einen Einmarsch in den östlichen Landesteil erneut verletzen. Manche Kommentatoren sehen in der Annektierung der Krim eine Art Blaupause, die sich von Seiten Russlands durchaus auf den Osten der Ukraine übertragen ließe.

Deutsche Auslandsinvestitionen in Russland in Gefahr?

Das Außenhandelsvolumen zwischen Deutschland und Russland beläuft sich auf insgesamt 76 Milliarden Dollar. Beim Großteil der russischen Exporte nach Deutschland im Gesamtwert von ca.30 Milliarden Euro handelt es sich um Rohstoffe, vor allem um die Energierohstoffe Öl und Gas. Deutschland exportiert in erster Linie Autos, Maschinen, Chemieerzeugnisse und Elektronik mit einem Gesamtwert von ca. 36 Milliarden Dollar nach Russland.

Von Sanktionen wäre möglicherweise nicht nur der deutsch-russische Außenhandel betroffen. Auch die Geschäfte deutscher Unternehmen, die in Russland tätig sind, könnten unmittelbar bedroht sein. Laut der Außenhandelskammer sind 6.300 deutsche Firmen in Putins Reich aktiv. Das Investitionsvolumen liegt bei ca. 20 Milliarden Euro.

Diese Unternehmen sind ein vorstellbares Ziel von Enteignungen ausländischer Besitzes durch die russische Regierung. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine konkret angekündigte mögliche Vergeltungsmaßnahme Russlands, sondern um ein eher hypothetisches Szenario - zumindest bis jetzt.

Hier geht es zum DAF-Videobeitrag

Du hast eine Meinung dazu? Her damit!
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen siehst du?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Du kannst deine Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Hier findest du unsere Datenschutzerklärung.

Copyright © 2009-2019 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handcrafted with in "Schwäbisch Sibirien", Germany