Stand: 10.10.2013  1 Kommentare

Der Goldpreis und der Ölpreis werden bis Ende 2014 leicht nachgeben, Silber und Palladium werden im selben Zeitraum etwa 10 % bis 15 % zulegen können. Zu dieser Einschätzung gelangt Dr. Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg im "Rohstoffmonitor" des DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) vom 9. Oktober 2013.

Goldpreis: Prognose 1.200 Dollar

"Gold braucht man gerade wirklich nicht", fasst Schallenberger seine Einschätzung zu dem gelben Edelmetall zusammen. Der langjährige Aufwärtstrend sei eindeutig gebrochen und ein inzwischen anderthalb Jahre alter Abwärtstrend beim Gold etabliert.

Auch aus fundamentaler Sicht spricht nach Meinung des Experten von der LBWW wenig für eine steigende Goldpreisentwicklung. Das Edelmetall habe viel von seinem alten Glanz als sicherer Hafen verloren.

Anleger würden sich gegen geopolitische Risiken heute vor allem durch den Kauf von Öl absichern. Darüber hinaus sei die Aussicht auf steigende Zinsen für Anleihen Gift für Gold, das keine Zinsen abwirft.

Die physischen Goldverkäufe - gemeint sind Abflüsse aus Gold-ETFs wie dem SPRD Gold Trust - in der ersten Jahreshälfte sprechen ebenfalls gegen einen steigenden Goldpreis, meint Schallenberg. Er sagt aber einschränkend: 

"Immerhin: Die Verkäufe haben in den letzten zwei bis drei Monaten aufgehört und die Gefahr von dieser Seite scheint sich etwas gelegt zu haben."

An der Gesamteinschätzung des Experten ändert sich hierdurch jedoch nichts. Bis Ende 2014 sieht er den Goldpreis auf 1.200 US Dollar fallen.

Silberpreis: Prognose 24 Dollar

Deutlich optimistischer zeigt sich der Analyst bei seiner Prognose der Silberpreisentwicklung. Zum einen seien die physischen Verkäufe - gemeint sind wieder ETF-Abflüsse - beim Silber in diesem Jahr weitgehend ausgeblieben.

Zum anderen habe das weiße Edelmetall anders als Gold viele Anwendungen in neuen Technologien, die sich langfristig preissteigernd auswirken werden. Bis Ende 2014 rechnet Schallenberg mit einem moderaten Anstieg des Silberpreises auf 24 Dollar.

Als vernünftiges Einstiegsniveau nennt er den Bereich von 20 bis 21 Dollar für eine Feinunze Silber.

Palladiumpreis: Prognose 770 Dollar

Neben Silber zählt Palladium zu Schallenbergs Favoriten unter den Edelmetallen, vor allem wegen einer möglichen Knappheit des Angebots. In Südafrika sorgen Streiks, Minenschließungen und Strompreisrationierungen für kontinuierliche Unsicherheit. Zugleich sei in Russland mit einer Verknappung des Angebots an Palladium wegen auslaufender staatlicher Verkäufe zu rechnen.

Schallenberg geht bis Ende nächsten Jahres von einem Kursanstieg um 10 % aus, was einem Palladiumpreis von etwa 770 Dollar entsprechen würde.

Für Platin, das wie Palladium stark von der Nachfrage aus der Automobilindustrie abhängt, erwartet der Experte eine seitwärts oder leicht aufwärts gerichtete Chartentwicklung. Er gibt dem günstigen Palladium jedoch den Vorzug vor dem teureren Platin.

Ölpreis: Prognose unter 100 Dollar

Die im Ölpreis enthaltende geopolitische Prämie ist nach Einschätzung des Experten durch die Entschärfung des Syrienkonflikts und neue diplomatische Initiativen des Iran in den letzten Wochen heruntergekommen.

Aus fundamentaler Sicht spreche in den nächsten zwölf Monaten mehr für einen Ölpreis unter 100 Dollar als über 100 Dollar.

Die wirtschaftliche Dynamik in China und anderen Schwellenländern habe sich deutlich abgeschwächt, was zu einer geringeren Nachfrage nach Öl führe.

Zugleich steige das Angebot aufgrund neuer Fördertechniken wie dem Fracking, das vor allem in den USA in großem Umfang durchgeführt wird. Eine langfristig unabhängige Energieversorgung der Vereinigten Staaten gehört zu den erklärten Zielen der Obama-Administration.

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Kommentare [1]
  • von gabi | 11.10.2013, 15:34 Antworten

    selber nachschlagen und schauen, wieviel Gold (echtes Geld)
    in Krisenzeiten an Wert gewann. Sehen und staunen.
    Im Gegensatz das Papier (der Euro, Dollar) an Wert verliert.
    Lebensmittelpreise, Kleinwagen.
    Niemand wird nach seiner Meinung gefragt. Wer Geld hat regiert und lenkt.

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