Stand: 26.01.2016 von Mr. Gini 0 Kommentare

Noch ist das Jahr 2016 nicht wirklich "alt" und beinah täglich kommen neue Prognosen. Fest steht jetzt schon, dass es insbesondere für die breiten Aktienmärkte nach dem misslungenen Auftakt kein einfaches Jahr werden wird. Der US-Aktienmarkt hat den schlechtesten Start in der Geschichte hingelegt. Sicherlich kein gutes Omen mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf.

Stabiles Gold

Indes konnte sich der Goldpreis von den negativen Vorgaben der Aktienmärkte erfolgreich abkoppeln. Positiv fällt auf, dass Investoren sowohl auf Euro- wie auch auf Dollar-Basis nicht enttäuscht wurden in den ersten Tagen und Wochen 2016. Gold erwies sich als stabiler und sicherer Hafen in stürmischen Zeiten. Ob dem auch noch im weiteren Jahresverlauf so sein wird, bezweifeln aber einige Top-Prognostiker. In einem jüngst veröffentlichten Bloomberg-Report wird mit Blick auf die kommenden Monate des Jahres 2016 dem Goldpreis nicht mehr allzu viel zugetraut. Die Analysten trauen indes dem Edelmetall Palladium deutlich mehr zu. Speziell nach dem schlechten Start in das Jahr 2016.

Schlechter Jahresstart für Palladium

Zweifelsohne sei dem Report zufolge Palladium grottenschlecht ins Neue Jahr 2016 gestartet. Es soll Bloomberg zufolge sogar einer der schlechtesten Jahresstarts in der Geschichte für Palladium gewesen sein. Der Preis fiel deutlich unter 500 US-Dollar zurück. In der Spitze ging es mehr als 13 Prozent nach unten. In den letzten Tagen konnte sich die Notierung zwar leicht erholen. Aber der Preis für die Unze liegt immer noch im Bereich um 500 US-Dollar; deutlich tiefer also als Ende 2015.

Hintergrund für die momentane Entwicklung

Gold hat sich ja seit dem Hoch im Herbst des Jahres 2011 relativ schwach entwickelt. Hier ging es in der Spitze um mehr als 40 Prozent auf Dollar-Basis nach unten. Insofern ist es schon positiv, dass Gold in den ersten Tagen 2016 nicht nur relativ zu den Aktienmärkten wie auch zu den anderen Edelmetallen relativ stark war. Angesichts der weltweiten Verwerfungen an den Finanzmärkten und der Auseinandersetzungen im Nahen Osten sei Gold als sicherer Hafen gefragt gewesen. Der Goldmarkt profitiere von der geopolitischen Nachrichtenlage und der Unsicherheit auf dem chinesischen Aktienmarkt. Und diese Faktoren werden wahrscheinlich nicht von Dauer sein, so die Prognose von Bernard Dahdah von Natixis. Herr Dahdah hatte im vergangenen Jahr 2015 laut Bloomberg die genaueste Prognose zur Entwicklung des Goldpreises in einer Umfrage unter 31 Analysten durch die London Bullion Market Association (LBMA) abgegeben.

Schwache Goldpreisentwicklung in 2016?

Herr Dahdah führt dann auch einige Gründe auf, weshalb der Goldpreis in 2016 schwächeln könnte. Und zwar trotz des guten Starts ins Jahr 2016. Hohe Zinsen in den USA und ein stärkerer Dollar würden in diesem Jahr den Druck auf Gold wieder erhöhen, so die Prognose. Er erwartet folglich, dass Gold 2016 im Durchschnitt 970 Dollar je Unze kosten werde. Damit würde der Preis dann gut zehn Prozent unter dem aktuellen Niveau liegen. Diese Meinung hat nicht nur Herr Dahdah. Rene Hochreiter von Noah Capital Markets, dessen Silber- Prognose im vergangenen Jahr laut LBMAdie genaueste war, erwartet einen durchschnittlichen Preis von 1050 Dollar je Unze bei Gold. Herr Hochreiter geht auch von einem langsamen, aber kontinuierlichen Anstieg der Zinsen in den USA aus. Das werde jedes Potenzial für einen höheren Goldpreis begrenzen, so Hochreiter gegenüber Bloomberg. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass Gold sich vom aktuellen Niveau aus betrachtet nach unten bewegen werde, sofern es keine Krise geben würde.

Positive Palladium-Preisentwicklung im Jahr 2016?

Mit Blick auf das Weißmetall Palladiumsind aber sowohl Hochreiter wie auch Dahdah relativ positiv gestimmt. Bei Palladium sieht Dahdah einen Anstieg von 24 Prozent auf durchschnittlich 610 Dollar je Unze im Jahr 2016 als möglich an. Palladium sehe - basierend auf den Fundamentaldaten - viel attraktiver aus. Es werde angesichts einer anziehenden Nachfrage nach Autos in China eine Rallye verzeichnen. Hochreiter zufolge dürfte auch ein begrenztes Angebot an Palladium die Preise unterstützen. Die weltgrößten Bergbauer, darunter Anglo American Platinum und Lonmin, hätten ihre Produktion bereits zurückgefahren oder aber einen solchen Schritt in Aussicht gestellt.

Chinas Automarkt als Rettung?

Hoffnung für den Palladium-Preis kommt also auch aus China. Hier teilte die China Association of Automobile Manufacturers mit, dass die Fahrzeug-Auslieferungen im Jahr 2016 wahrscheinlich um 6 Prozent zulegen würden. Im Jahr 2015 hatte sich das Wachstum ja auf das Drei-Jahres-Tief von 4,7 Prozent verlangsamt. Positiv ist jedenfalls für Palladium, dass die meisten Autos, die im Reich der Mitte verkauft werden, über einen Benzinmotor verfügen würden. Diese brauchen Katalysatoren, die vor allem Palladium nutzen, um die Umweltverschmutzung zu verringern.

Ja, es bleibt also spannend, ob sich Palladium im Jahr 2016 besser schlagen wird als Gold. Fakt ist, dass in den ersten Wochen des Jahres Gold klar die Nase vorn hat.

Und es wäre nicht verwunderlich, wenn auch 2016 die Analysten mit ihren Prognosen daneben liegen würden...

Schlägt Palladium 2016 Gold?
Mr. Gini - Der Autor befasst sich schon seit vielen Jahren hauptberuflich mit den Ungleichge- wichten und strukturellen Problemen der Welt- wirtschaft, insbesondere des Weltfinanzsystems. Der Autor vertritt die Ansicht, dass die Krise erst dann beendet ist, wenn die globale Überschuldungskrise gelöst ist. Sprich, wenn das Verschuldungsniveau auf ein für die Volkswirtschaften tragfähiges Niveau geschrumpft ist.
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