Stand: 23.10.2013  0 Kommentare

Die am 22. Oktober 2013 (wegen des "government shutdown" verspätet) veröffentlichten Arbeitsmarktdaten in den USA für September sind deutlich schwächer ausgefallen als von Analysten erwartet und zeigen darüber hinaus eine weiterhin niedrige Partizipation der amerikanischen Bevölkerung am Arbeitsmarkt.

Die neuen Zahlen machen eine baldige Reduzierung der "quantitativen Lockerung" durch die Fed in diesem Jahr weniger wahrscheinlich. Der Goldpreis und der Silberpreis reagierten unmittelbar mit deutlichen Kursgewinnen.

Weniger Beschäftigte als erwartet

Mit 148.000 neu geschaffenen Jobs blieb die Zahl der Beschäftigten in den USA deutlich hinter den Erwartungen zurück. Analysten hatten mit mindestens 180.000 neuen Stellen gerechnet. Den Arbeitslosenzahlen liegen die sogenannten Nonfarm Payrolls zugrunde, die alle Beschäftigten erfasst, die nicht in der Landwirtschaft, in Privathaushalten oder bei Non-Profit-Organisationen angestellt sind. Nonfarm Payrolls gelten als einer der zentralen Indikatoren für die Stärke oder Schwäche der US-Wirtschaft.

Arbeitslosigkeit sinkt aus den falschen Gründen

Fed-Chef Ben Beranke hat wiederholt deutlich gemacht, dass die US-Notenbank ihre monatlichen Liquiditätsspritzen von derzeit 85 Milliarden US-Dollar nur bei einer positiven Entwicklung des Arbeitsmarkts reduzieren wird und eine Arbeitslosenquote von 6,5 % als minimales Ziel ausgegeben.

Der Trend sinkender Arbeitslosenzahlen hat sich zwar im September fortgesetzt: Die Arbeitslosenquote war mit 7,2 % gegenüber 7,3 % im August leicht rückläufig. Dieser positiv scheinende Trend wird jedoch durch die nach wie vor sehr niedrige Partizipation am Arbeitsmarkt in den USA beeinflusst.

Die Daten des Bureau of Labor Statistics zeigen, dass die Zahl der US-Amerikaner, die die Jobsuche aufgegeben haben, im August mit 90.473.000 erstmals die Marke von 90 Millionen überschritten hat. Im September hat sich diese Zahl um 136.000 auf 90.609.000 erhöht. Dem stehen 144.303.000 Amerikaner mit einem Job gegenüber. Die Partizipationsrate liegt nur noch bei 63,2 %.

Anleihezinsen fallen

Die Verzinsung der 10-Yeear-Treasury-Notes (US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit) ist nach der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten um mehr als 3 % gefallen: ein Hinweis darauf, das der Markt mit einer weiteren Verzögerung der inzwischen als "Tapering" bekannten Reduzierung der Anleihekäufe durch die Fed rechnet. Die Stützkäufe wirken zinssenkend. Zu der Erwartung der Fortsetzung des "quantitative easing" trägt auch die jüngst beschlossene Benennung von Janett Yellen als Nachfolgering von Ben Bernanke bei. Yellen gilt wie der jetzige Fed-Chef als "Taube", also ausgesprochene Befürworterin einer lockeren Geldpolitik.

Goldpreis und Silberpreis legen zu, Dollar gibt nach

Gold und Silber können in diesem Umfeld von ihrem Status als Schutz vor den potentiell inflationären Folgen der permanenten Geldmengenausweitung profitieren. Der Silberpreis überschritt im Tagesverlauf die Marke von 22,80 Dollar und der Goldpreis notierte bei über 1.340 Dollar.

Darüber hinaus sinken mit den fallenden Zinsen der Anleihen die sogenannten Opportunitätskosten ( entgangene Erlöse, in diesem Fall also Zinserträge) für den Kauf von Edelmetallen, die ebenso wie Anleihen als sichere Form der Geldanlage gelten, jedoch keine Zinsen abwerfen.

Der Dollar fiel nach Bekanntgabe der Arbeitslosendaten gegenüber dem Euro. Erstmals seit November 2011 kostet die US-Währung mehr als 1,37 Euro.

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