Stand: 13.02.2015  1 Kommentare

Die Zentralbank von Schweden hat überraschend negative Zinsen eingeführt und bereitet die Märkte auf eine Politik der quantitativen Lockerung vor.

Die Riksbank, die Zentralbank von Schweden, hat am heutigen Donnerstag (12.02.15) überraschend per Pressemitteilung angekündigt, ihren Leitzinssatz in den negativen Bereich senken zu wollen. Damit ist sie die dritte Zentralbank, die innerhalb der letzten sechs Wochen negative Zinsen eingeführt hat. Die Riksbank folgt somit in die Fußstapfen der Zentralbank von Dänemark und der Schweizer Nationalbank.

Schweden senkt Leitzins in negativen Bereich

Die Riksbank teilte mit, ihren seit letztem Oktober bei 0 Prozent stehenden Leitzinssatz um 10 Basispunkte auf minus 0,10 Prozent zu senken. Der negative Leitzinssatz gelte ab Mittwoch, 18. Februar, hieß es. Außerdem kündigte die Riksbank an, Staatsanleihen im Wert von 10 Milliarden Schwedischen Kronen (1,04 Milliarden Euro) kaufen zu wollen.

Situation im Ausland entscheidend für negative Zinsen

Der Schritt kam überraschend und unerwartet, immerhin genießt das skandinavische Land ein äußerst solides Wirtschaftswachstum. Doch wie es laut Pressemitteilung hieß, gebe es zwar Anzeichen, dass sich die BasisInflationsrate auf niedrigem Niveau stabilisieren werde, doch:

"die Situation im Ausland ist noch ungewisser geworden, und das erhöht das Risiko, dass die Inflation nicht ausreichend schnell steigt".

Die Riksbank strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigten massiven Aufkäufe von Staatsanleihen, die unerwartet schwachen Konjunkturaussichten in China sowie die weltweite Unsicherheit über die tief gefallenen Ölpreise sowie ein allgemein wahrgenommener deflationärer Druck in Europa dürften die Entscheidung der Zentralbank von Schweden mitgetragen haben. Dänemark und die Schweiz haben bereits negative Zinsen eingeführt.

Negative Zinsen in Schweden könnten weiter sinken

Zwar sind die nun angekündigten Maßnahmen der Riksbank sehr klein im Vergleich zu den ultra-lockeren geldpolitischen Maßnahmen der EZB, die künftig jeden Monat 60 Milliarden Euro in das Finanzsystem pumpen möchte. Doch weiteren Schritten sind nun Tür und Tor geöffnet. Auf einer der Pressemitteilung folgenden Pressekonferenz sagte der Präsident der Zentralbank von Schweden, Stefan Ingves:

"Wir wollen es nochmal deutlich aussprechen, sollte dies nicht ausreichen, sind wir bereit, mehr zu tun." 

Dem fügte Ingves hinzu: "Sollte mehr nötig sein, sind wir bereit, eine noch expansivere Geldpolitik aufzulegen".. Nach Angaben der Riksbank beinhalte dies noch tiefere negative Zinsen und die Ausweitung der Staatsanleihenkäufe.

"Die Riksbank ist bereit, ihre expansive Geldpolitik in zügiger Weise auszuweiten, und wenn nötig, auch außerhalb unserer ordentlichen geldpolitischen Sitzungen", hieß es laut Mitteilung.

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Kommentare [1]
  • von onkel | 18.02.2015, 14:12 Antworten

    Wäre für uns Deutsche gut -
    da kann man sich theoretisch die Abgeltungssteuer zurückholen...

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