Stand: 26.09.2015  0 Kommentare

Die Goldexporte der Schweiz sind laut Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung im August 2015 sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber August des letzten Jahres gestiegen. Die wichtigsten Abnehmer des Edelmetalls waren Indien, Hong Kong und die Volksrepublik China. Auch die Goldeinfuhren in die Alpenrepublik legten deutlich zu, wobei das Vereinigte Königreich wieder das mit Abstand wichtigste Herkunftsland war. Interessant: Großbritannien liefert inzwischen auch nennenswerte Mengen Gold direkt nach China.

Schweizer Goldexporte gegenüber Vorjahresmonat verdoppelt

Die Goldexporte der Schweiz beliefen sich im August auf 173,91 Tonnen mit einem Gesamtwert von etwa 6,10 Milliarden Schweizer Franken oder 5,58 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um 5,4 Prozent gegenüber Juli und einem deutlicheren Zuwachs um 99,4 Prozent gegenüber August 2014. Der wichtigste Goldabnehmer war erwartungsgemäß Indien, das im August mit mehr als 120 Tonnen die höchsten Goldeinfuhren des Jahres verzeichnete.

Das asiatische Land importierte davon 66,89 Tonnen im Wert von 2,33 Milliarden Franken oder 2,13 Milliarden Euro aus der Schweiz. Hong Kong bezog 36,23 Tonnen für 1,30 Milliarden Franken (etwa 1,19 Milliarden Euro) und in die Volksrepublik China wurden 17 Tonnen Gold für 589,48 Millionen Franken (etwa 539,43 Millionen Euro) ausgeführt.

Das scheinbare Missverhältnis des Exportvolumens für China und das (vergleichsweise) kleine Hong Kong lässt sich mit der Rolle der ehemaligen britischen Kronkolonie als Umschlagplatz für das gelbe Edelmetall erklären. Das Gros des von Hong Kong aus der Schweiz importierten Goldes wird direkt nach China weitergeleitet. Die entsprechenden Zahlen werden monatlich vom Hong Kong Census and Statistics Department veröffentlicht, liegen für August allerdings aktuell noch nicht vor. China selbst veröffentlicht keine Außenhandelsdaten für Gold.

Goldimporte steigen auf über 227 Tonnen

Die Goldimporte der Schweiz erreichten im August ein Volumen von 227,14 Tonnen im Wert von 5,87 Milliarden Schweizer Franken oder etwa 5,36 Milliarden Euro. Damit lagen die Einfuhren im August 2015 um 23,7 Prozent über den Importen im Juli und 52,5 Prozent über den Importen im August vergangenen Jahres. Das mit deutlichem Abstand wichtigste Herkunftsland war das Vereinigte Königreich mit 84,78 Tonnen im Wert von 2,99 Milliarden Franken oder etwa 2,73 Milliarden Euro.

Die Schweiz als Drehkreuz des Goldhandels

Die Rolle der Schweiz für den internationalen Goldhandel ist kaum zu überschätzen. Das Land beherbergt zahlreiche Goldtresore für Institutionen und Großinvestoren und ist damit als Lagerort des Edelmetalls von Bedeutung. Der Schweiz kommt hierbei die relative geographische Nähe zu London zugute. Der London Bullion Market ist der weltgrößte Handelsplatz für Gold.

Darüber hinaus befinden sich mit Unternehmen wie Metalor, Argor Heraeus, PAMP und Valcambi vier der weltgrößten Goldraffinerien in der Schweiz. Alleine der kürzlich an eine indische Firma verkaufte Weltmarktführer Valcambi verfügt nach eigenen Angaben über eine jährliche Raffinationskapazität von 2.000 Tonnen für Edelmetalle insgesamt von denen 1.600 Tonnen auf die Goldraffination entfallen.

Vom 400-oz-Barren zum Kilobarren

Ein Gutteil der in Schweizer Scheideanstalten verrichteten Arbeit besteht im Umschmelzen von Goldbarren, das aufgrund der unterschiedlichen Präferenzen an verschiedenen Handelssorten notwendig ist. Am Londoner Bullion Market werden beispielsweise die sogenannten London Good Delivery Goldbarren mit einem Gewicht von 400 oz oder ca. 12,4 kg gehandelt. In den wichtigen Importnationen wie Indien oder China werden hingegen Kilobarren bevorzugt.

Lesenswert: Britische Goldexporte nach China

Hinsichtlich der dominierenden Rolle Großbritanniens bei den Schweizer Goldimporten einerseits und der Funktion von Hong Kong als Zwischenstopp für Gold auf dem Weg nach China andererseits ist ein Blogeintrag vonKoos Jansen auf Bullion-Star.com vom 4. September von Interesse. Jansen, einer der besten Kenner des eher undurchsichtigen chinesischen Goldmarkts, zeigt anhand der Daten von Eurostat, dass das Vereinigte Königreich im April letzten Jahres damit begonnen hat, Gold nicht mehr nur über Umwege (Hong Kong, Schweiz) sondern zusätzlich direkt nach China zu liefern.

Das Volumen ist dabei von weniger als 5 Tonnen im April 2014 auf über 32 Tonnen im letzten Juni angestiegen. Da China keine eigenen Daten zur Ein- und Ausfuhr von Goldveröffentlicht, sind Analysten auf die Exportdaten anderer Länder wie Großbritannien, der Schweiz oder Hong Kong (das zwar zu China gehört aber eigenen Außenhandelsstatistiken führt) angewiesen, um zu einem halbwegs realistischen Bild der chinesischen Goldimporte zu gelangen.

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