Stand: 28.09.2015  0 Kommentare

Der Ölkonzern Shell hat die äußerst umstrittene Exploration von Öl und Gas im arktischen Alaska eingestellt. Damit reagiert der Energieriese aber nicht auf lautstarke Proteste, sondern auf enttäuschende und kostspielige Probebohrungen.

Mit sofortiger Wirkung stoppt der britisch-niederländische Ölkonzern Shell die viel kritisierten Probebohrungen vor der arktischen Küste des US-Bundestaates Alaska. Dies gab das Unternehmen am Montag (28.09.15) in einer Medienmitteilung bekannt. Begründet wurde der von Umweltaktivisten unerwartete Schritt mit "enttäuschenden Probebohrungen", ausufernden Kosten und unklaren staatlichen Rahmenbedingungen. Man werde nun sämtliche Aktivitäten für die Exploration von Öl und Gas vor der Küste Alaskas "auf absehbare Zukunft" einstellen, hieß es.

Bohrstopp kostet Shell mehr als drei Milliarden Dollar

Die Probebohrungen nach Öl und Gas in der Tschuktschensee nördlich des Polarkreises im vergangenen Sommer hätten "äußerst enttäuschende Ergebnisse" geliefert. Die dort vorgefundenen Vorkommen würden eine weitere Exploration nicht rechtfertigen, ließ der Konzern verlauten. Das Bohrloch in rund 60 Metern Wassertiefe werde nun "versiegelt und verlassen". Der sofortige Explorationsstopp wird Shell nach eigenen Angaben mindestens drei Milliarden Dollar kosten. Weitere 1,1 Milliarden Dollar werden demnach für zukünftige vertragliche Verbindlichkeiten, die man durch den Stopp der Bohrungen nicht einhalten können wird, anfallen. Näheres will der Konzern in seinem Geschäftsbericht zum 3. Quartal bekannt geben. Erwartet wird dieser am 29. Oktober. Laut Mitteilung sagte Marvin Odum, Shell-Direktor für das nördliche Amerika, über die mageren Bohrergebnisse:

"Dies ist eindeutig ein enttäuschendes Ergebnis unserer Exploration in diesem Teil des (Tschuktschensee-) Beckens".

Dennoch sehe Shell dort nach wie vor großes Potential. Das Gebiet werde in Zukunft wahrscheinlich eine große strategische Rolle für Alaska und die USA spielen, sagte Odum. Shell hatte vergangenen Sommer rund 240 Kilometer von der Stadt Barrow entfernt vor der Nordküste von Alaska bis zu 2,2 Kilometer tief in den Meeresgrund gebohrt. Entgegen allen Erwartungen wurden nur geringe Vorkommen von Öl und Gas identifiziert.

Bohrungen in der Arktis lösen Protestwelle aus

Die Probebohrungen von Shell in der Arktis waren jedoch von Umweltschützern, allen voran der Organisation Greenpeace, scharf kritisiert worden. Erst am vergangenen Wochenende war es auch in 40 Städten in Deutschland zu Protesten gegen die geplante Förderung von Öl und Gas in der Arktis gekommen. Dabei wurden hierzulande vor allem an den Shell-Tankstellen Plakate und Werbeschilder platziert. Die Aktivisten monieren, dass die Ölförderung in der Arktis eine Bedrohung für die Lebensgrundlage von Eisbären, Walrossen, Robben und vieler anderer Tierarten darstelle. Zudem fürchten sie im Falle eines Lecks ein katastrophales ökologisches Desaster, da es laut der amerikanischen Umwelt-Organisation Oceana bis heute keine ausgereifte Methode gebe, einer möglichen Ölpest in den eisigen Gewässern der Arktis zu begegnen. Auch die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton hatte sich vergangenen Monat gegen die Ausbeutung fossiler Energieträger in der Arktis ausgesprochen. Ihr zufolge handle es sich bei der Arktis um einen "einzigartigen Schatz". Die Risiken, die mit solchen Bohrungen einhergingen, seien schlichtweg zu groß.

Erst im vergangenen Mai hatte US-Präsident Barrack Obama Öl- und Gasbohrungen in der Arktis nördlich des Polarkreises unter scharfen Auflagen erlaubt und damit eine Welle von Protesten ausgelöst.

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