Stand: 31.10.2018 von Florian Grummes 6 Kommentare

Die Edelmetalle tun sich weiterhin schwer, nach dem heftigen Ausverkauf in den Sommermonaten wieder auf die Beine zu kommen. Zwar konnte sich der Goldpreis in der Spitze bereits von 1.160 US-Dollar bis auf 1.243 US-Dollar erholen, einen bullischen Charakter hat diese Gegenbewegung bislang aber nicht wirklich.

Silber hingegen führt weiterhin ein Schattendasein und notiert klar unterhalb der Marke von 15,00 US-Dollar. Daher ist beim Gold/Silber-Ratio bislang keine klare Trendwende abzulesen. Vielmehr rangiert das Ratio mit aktuell 84,70 Punkten immer noch in unmittelbarer Nähe zum Jahreshöchststand bei 85,22 Punkten.

Die zähe und irritierende Erholung der letzten zwei Monate hat sowohl beim Gold als auch beim Silber die ursprünglich deutlich überverkaufte Lage ins Gegenteil verkehrt und gleichzeitig das pessimistische Sentiment wieder halbwegs neutralisiert. Aus dieser Perspektive sowie der grundsätzlich eher negativen Charttechnik sollte man sich von den Edelmetallen daher vorläufig nicht allzu viel erhoffen.

Leicht positiv ist jedoch die Tatsache, dass zumindest der Goldpreis in den letzten Wochen auf die deutliche Schwäche an den weltweiten Aktienmärkten immer mit einer gewissen Stärke reagiert hat. Es könnte daher durchaus sein, dass Gold im Hintergrund langsam aber sicher seinen Charakter als „sicherer Hafen“ wieder aktiviert.

Silber in US Dollar - Trendwende noch nicht bestätigt

Der Silberpreis brach Mitte Juni aus einem großen Dreieck nach unten aus und musste in der Folge deutliche Abschläge hinnehmen. Im Gegensatz zum Gold, welches seinen Tiefpunkt schon im August erreichte, gelang dies dem Silberpreis erst in der zweiten Septemberwoche. Ausgehend von 13,92 US-Dollar bewegt sich Silber seitdem sehr langsam und in äußerst überschaubaren Bahnen nach oben.

Silberpreis Chart in US-Dollar Silberkurs

Diese zähe Gegenbewegung konnte aber zumindest die 50-Tagelinie (14,50 US-Dollar) zurückerobern. Die fallende 200-Tagelinie (15,90 US-Dollar) bewegt sich jedoch in weiter Ferne und färbt den Tageschart daher grundsätzlich bärisch. Gelingt in Kürze der Sprung über die Marke von 14,75 US-Dollar, ergibt sich weiteres Anstiegspotential bis ca. 15,25 US-Dollar. Im besten Fall sind auch 15,75 – 16,00 US-Dollar denkbar.

Diesen leicht bullischen Ausblick unterstützen die aktuellen Terminmarktdaten. Demnach halten die kommerziellen Händler derzeit eine überschaubare Shortposition in Höhe von 46.520 leerverkauften Goldterminkontrakten und 13.262 leerverkauften Silberterminkontrakten. Zudem ist die Saisonalität den Edelmetallen im November eigentlich wohlgesonnen. Dieser statistische Zyklus hat in diesem Sommer allerdings völlig versagt.

Insgesamt bleibt Silber schwach und spiegelt damit die schwierige und deflationäre Lage im gesamten Finanzsystem wieder.

Silber in Euro - Deutlich erholt

In Euro gerechnet macht der Silberpreis seit Mitte September eine deutlich bessere Figur. Seit dem Tiefpunkt bei 12,13 Euro konnten sich die Notierungen hier zumindest bis auf 13,01 Euro erholen. Allerdings hat diese Gegenbewegung bereits für einen überkauften Tageschart gesorgt.

Silberpreis Chart in Euro Silberkurs

Ungeachtet vorübergehender Rücksetzer stehen die Chancen für einen erneuten Angriff auf die breite Widerstandszone um 13,00 – 13,40 Euro nicht so schlecht. Das Idealziel der laufenden Erholung findet sich in Form der übergeordneten Abwärtstrendlinie im Bereich um 14,00 Euro und damit noch eine deutliche Etage höher.

Silber jetzt HALTEN

Unterhalb von 12,25 Euro konnte man bis vor wenigen Wochen sehr günstig seine physischen Silberbestände weiter ausbauen. Ab jetzt ist Silber vorläufig eine Halte-Position.

Bitte erwarten sie hier keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei den Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt! Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren ziemlich enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Silber - Das klassische Deflationsbarometer
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [6]
  • von Goldfisch | 08.03.2019, 19:23 Antworten

    Kryptowährungsspinner werden immer auf dem Papier reich sein, aber bezahl mal dein Brot beim Bäcker mit Bitcoin, wenn es eng wird.... wer erinnert sich denn heute an 1945 und davor? Die Griechen, sie siechen, und viele andere auch im EU-Raum. Silberlinge können was, wenn bedrucktes Textil mal wieder ausgedient hat!

  • von Goldfisch | 08.03.2019, 19:13 Antworten

    Silber ist wunderschön anzusehen, der Wert weit höher als die Bewertung. Aus dem Bauch habe ich große Mengen gekauft und bin zufrieden. Was der Kurs macht ist mir egal, nachdem ich viele Null-Euro-Scheine gesehen habe...Brennwert und Herstellskosten sind zum 500Euro Schein etwas gleich, mein Holz ist denn das besser. Also zurück zur Ursprungswährung, nicht aus Angst, sondern aus Bock!
    Spekulativ ist das aber wohl keine Option.

  • von Helge Zabelt | 05.11.2018, 18:12 Antworten

    ich hab viel zugekauft im Sommer, Schaden kann es nicht.

  • von Der Deutsche MICHEL | 02.11.2018, 07:08 Antworten

    Leider bevorzugen die Deutschen ihr Sparbuch , ihr Festgeld , und ihre 84 Millionen Lebensversicherungen , auf die Idee aber kommt niemand ,etwas silber zu horten !!! wird ja auch von keinem BÄNKER empfohlen . Sehr schade .Werden das noch sehr bereuen.!!!

    • von Minenfan | 09.11.2018, 10:33 Antworten

      Da stimme ich Ihnen zu. Aber die Banker sind nicht nur korrupt sie sind auch oft dümmer als ihre Klienten

    • von Moses | 04.11.2018, 01:22 Antworten

      Silber in den letzten 5 Jahren auf Talfahrt,Minus 20%.

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