Stand: 13.03.2018 von Jörg Bernhard 2 Kommentare

In diesem Jahr entwickelte sich Silber deutlich schlechter als sein „großer Bruder Gold“ – von positiver Korrelation keine Spur. Seit dem Jahreswechsel beläuft sich die Underperformance auf über drei Prozentpunkte. Mutigen bietet sich nun der Einstieg an.

Hohes Gold/Silber-Verhältnis spricht für Silber

Die Kennzahl Gold/Silber-Verhältnis zeigt an, wie viel Feinunzen Silber man benötigt, um eine Feinunze Gold zu kaufen. In den vergangenen zehn Jahren schwankte sie zwischen den Extremwerten 32 und 89.

Mit fast 80 bewegen wir uns nicht weit vom Anfang 2016 markierten Maximalwert. In der Vergangenheit erwiesen sich solche Marktphasen häufig als gute Einstiegszeitpunkte. Auf die in den Jahren 1997, 2003, 2008 und 2016 zu beobachtenden Höchstwerte folgten nämlich häufig signifikante Erholungsphasen.

Zur Erinnerung:

Beim letztmaligen Überschreiten der Marke von 80 erfolgte Anfang 2016 eine Kursrally von 14,00 auf über 20 Dollar, was einer Performance von über 40 Prozent entspricht (siehe Chart).

Gold silber Ratio im Verglaich zum Silberpreis

Richtig Freude bereitet dieser Indikator aber vor allem, wenn sich Edelmetalle im Haussemodus befinden. Konstruktionsbedingt liefert dieser technische Indikator in erster Linie Hinweise über die Preiswürdigkeit der beiden Edelmetalle Gold und Silber.

In Baissephasen dürften Anleger mit dem Kaufsignal aufgrund des insgesamt negativen Anlageergebnisses weniger zufrieden sein. Falls der Silberpreis während solcher Phasen aber weniger stark zurückfällt als Gold, hätte man durch das Vermeiden größerer Kursverluste dennoch einen Vorteil erzielt.

Grundsätzlich ist über das  Gold/Silber-Ratio  ein Vergleich mit anderen Anlageklassen wie zum Beispiel Anleihen, Immobilien, Aktien oder Rohstoffen natürlich nicht möglich.

Aktuell sollte man diesen Timingindikator vor allem dahingehend interpretieren, dass Silber derzeit aussichtsreicher erscheint als das gelbe Edelmetall. Eine Gewinngarantie liefert auch dieses technische Hilfsmittel selbstverständlich nicht.

Sollte der Signalgeber deutlich über 80 ansteigen, wäre Gold die bessere Wahl gewesen. In der Vergangenheit gab es zeitweise deutlich höhere Gold/Silber-Ratios zu beobachten. So schwankte die Kennzahl in den Jahren 1991, 1992 und 1993 sogar zwischen 90 und fast 100.

Hochspannung auch an den Terminmärkten

An den Terminmärkten gab es in den vergangenen Wochen ebenfalls extreme Marktentwicklungen zu beobachten.

Wichtig zu wissen:

Die Richtung des Silberpreises hängt in hohem Maße von den Trends bei Silber-Futures ab. Da sich ein Silber-Future auf den Gegenwert von 5.000 Feinunzen Silber bezieht und sich die Anzahl offener Kontrakte aktuell auf fast 200.000 Futures beläuft, lässt sich dies sehr gut nachvollziehen.

Einmal pro Woche veröffentlicht die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) wichtige Daten über die Transaktionen der verschiedenen Marktakteure. Dies lässt dann Rückschlüsse zu, wer optimistischer, wer skeptischer und wer pessimistischer geworden ist. In der Woche zum 27. Februar waren große Terminspekulanten (Non-Commercials) erstmals seit 15 Jahren netto short.

Das heißt: Per Saldo übertraf die Zahl short positionierter Futures die Long-Seite, was einen Pessimismus hinsichtlich der weiteren Perspektiven des Silberpreises zum Ausdruck bringt. In der Woche zum 6. März kehrte dieses Stimmungspendel wieder in die optimistische Zone zurück.

Besonders Interessant: In der Vergangenheit folgte bei Silber auf einen deutlich gesunkenen Optimismus bzw. einen ausgeprägten Pessimismus der Großspekulanten häufig eine signifikante Erholung.

Vor 15 Jahren funktionierte dieser Kontraindikator besonders gut. So war im Jahr 2003 die Feinunze Silber zeitweise für unter fünf Dollar zu haben. In den Jahren danach explodierte es in einem ersten Schritt auf über 20 Dollar (2008) und danach sogar auf fast 50 Dollar (2011).

Grundsätzlich besteht natürlich die Möglichkeit, dass die Terminmarktprofis in den kommenden Wochen kräftig auf den „Verkaufsknopf“ drücken.

Entwicklung Silberpreis in USD Historisch

Sollte jedoch die Silberpreisentwicklung – aus welchen Gründen auch immer – zu einer markanten Kurserholung ansetzen, könnte dies zu einem sogenannten Short-Squeeze führen.

Das heißt: Zur Begrenzung von Verlusten wären die Terminspekulanten gezwungen, ihre Wetten auf fallende Silberpreise wieder aufzulösen. Solche Gegenbewegungen können dann zu heftigen Kursausschlägen nach oben führen. Noch scheint die Zeit hierfür allerdings noch nicht reif zu sein.

Silberpreis: Die Spannung steigt
Jörg Bernhard - Jörg Bernhard ist diplomierter Betriebswirt (FH) und arbeitet seit dem Jahr 2002 als freier Wirtschaftsjournalist in München. In den vergangenen Jahren hat er sich auf Edelmetall- und Rohstoffinvestments sowie Anlagezertifikate spezialisiert. Zuvor war er mehr als acht Jahre bei einem Münchner Verlag aus dem Bereich Wirtschaftspresse angestellt.
Weitere Beiträge:
MEISTDISKUTIERTE ARTIKEL
MEISTGELESENE ARTIKEL
Kommentar zum Artikel schreiben
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per Mail an [email protected] widerrufen.
Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.
Kommentare [2]
  • von hammernagel pilus | 01.06.2018, 22:47 Antworten

    silber ist redegewandt Gold ist schweigsam

  • von bling bling | 13.03.2018, 14:57 Antworten

    silber: daytrade mit opt. auf longterm, gold: save harbor

Copyright © 2009-2018 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr. Sie betrachten die Seite: Gold.de - Gold und Silber kaufen im Preisvergleich

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany