Stand: 19.05.2018 von Florian Grummes 4 Kommentare

Nachdem der Goldpreis seit Ende Januar fast vier Monate lang zwischen 1.305 und 1.365 US-Dollar seitwärts gelaufen war, kam es zu Wochenbeginn zum erwarteten Rutsch unter die psychologische Marke von 1.300 US-Dollar. Damit befindet sich der Edelmetallsektor nun in der saisonal schwierigen Frühlingsphase und könnte noch ein bis zwei Monate unter Druck bleiben.

Der Silberpreis ist dabei nach einem kurzen Ausreißer Mitte April inzwischen in seine Seitwärtszone zwischen 16,15 und 16,80 US-Dollar zurückgekehrt. Auch wenn sich Silber zuletzt etwas besser halten konnte, bleibt die saisonale Komponente auch hier bis Ende Juni sehr ungünstig.

Allerdings zeigen einige Silberminenaktien erste Anzeichen einer relativen Stärke und scheinen damit bereits einen steigenden Silberpreis im zweiten Halbjahr zu antizipieren.

Vorläufig sorgt aber vor allem der starke US-Dollar in Verbindung mit der ungünstigen Saisonalität für Gegenwind. Zwar ist der Euro gegen US-Dollar bereits von 1,25 US-Dollar auf unter 1,18 US-Dollar deutlich zurückgekommen, ein Boden scheint hier aber noch nicht gefunden worden zu sein.

Somit dürften die Edelmetalle bis zum Frühsommer insgesamt unter Druck bleiben. Ab Juli/August sollten sich dann aber Gold und vor allem auch Silber fulminant zurückmelden. Bis dahin gilt es Geduld zu wahren und auf günstige Nachkaufgelegenheiten zu warten.

Silber in US Dollar – Saisonal schwach bis Ende Juni

Auf dem Tageschart läuft die Silberpreisentwicklung seit dem Sommer 2017 in ein langgestrecktes und symmetrisches Konsolidierungsdreieck hinein. Zuletzt wurde dieses Dreieck auf der Oberseite bei 17,34 US-Dollar getestet.

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Allerdings scheiterten die Bullen hier Mitte April kläglich und Silber fiel zügig bis auf 16,04 US-Dollar zurück. Seitdem handelt das Edelmetall wieder in seiner alten Seitwärtszone zwischen 16,15 und 16,80 US-Dollar und notiert aktuell unterhalb seiner 200-Tagelinie (16,79 US-Dollar) als auch unterhalb seiner 50-Tagelinie (16,51 US-Dollar).

Die Stochastik hat kürzlich ein neues Verkaufssignal generiert, so dass trotz der überverkauften Lage am Goldmarkt vorläufig noch keine größere Erholung zu erwarten ist.

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Insbesondere die saisonale Komponente ist dem Silberpreis noch bis zum Ende des ersten Halbjahres äußerst ungünstig gewogen. Vor allem im Juni kamen die Notierungen regelmäßig stark unter Druck.

Dafür beginnt dann Anfang Juli die traditionell stärkste Phase des Jahres. Angesichts einer bereits sehr vielversprechenden Terminmarkt-Struktur sowie der Tatsache, dass in den nächsten zwei bis drei Monaten der Ausbruch aus dem Dreieck ansteht, sind die Aussichten für das zweite Halbjahr extrem günstig. Bis dahin müssen sich die Silberbullen allerdings wohl noch gedulden.

Fundamental betrachtet dürfte der steigende Ölpreis für weltweit steigende Preise sorgen, worauf das inflationssensible Silber mit etwas Verzögerung fulminant reagieren sollte.

Sobald der Edelmetallsektor daher in den nächsten zwei Monaten vollständig von den schwachen Händen befreit worden ist, sollte eine fulminante Sommerrally starten, die den Silberpreis zunächst bis auf 18,50 US-Dollar, dann 21,00 US-Dollar und im letzten Quartal eventuell sogar bis auf 26,00 US-Dollar voranbringen könnte.

Tageschart Silber in Euro - Höhere Hochs

In Euro gerechnet kann der Silberpreis erstmals seit langer Zeit wieder mit einem höheren Hoch etwas Vertrauen zurückgewinnen. Noch reicht die Kraft der Bullen aber nicht, die 200-Tagelinie (13,97 Euro) nachhaltig zurückzuerobern. Angesichts der vorläufig noch trüben Aussichten für den gesamten Sektor, dürften die Edelmetallnotierungen auch auf Eurobasis daher noch nicht deutlich durchstarten.

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Gleichzeitig stehen der starke US-Dollar bzw. der schwache Euro deutlich niedrigeren Kursen aber klar im Wege. Somit ist es gut denkbar, dass das Tief schon Ende April gesehen worden ist.

Im Mai und Juni sind somit noch schwankende Kurse zwischen der 200-Tagelinie (13,97 Euro) und der 50-Tagelinie (13,53 Euro) am wahrscheinlichsten. Sollte es aber aufgrund der italienischen Forderung nach einem Schuldenerlass in Höhe von 250 Mrd. Euro zu weiteren Verwerfungen innerhalb der EU kommen, könnten sowohl Gold als auch Silber auf Eurobasis bereits vorzeitig durchstarten.

Neues Nachkauflimit unterhalb von 13,60 Euro

Das zuletzt genannte Nachkauflimit bei 13,25 Euro wurde leider ganz knapp um 0,05 Euro verpasst. Da nun keine allzu großen Rücksetzer mehr zu erwarten sind, muss das Kauflimit bis auf 13,60 Euro etwas deutlicher angehoben werden. Im ganz großen Bild bleibt Silber klar unterbewertet und langfristig betrachtet daher ein Kauf.

Bitte erwarten sie hier jedoch keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei den Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

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Silber – Bis Ende Juni noch gefährdet
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [4]
  • von MW | 20.05.2018, 15:15 Antworten

    Tja, leider leidet der Euro unter der politischen Lage in Italien.


    Aber wenn ich mir die Entwicklung der Gold- und Silberkurse in den letzten Monaten so ansehe, wird hier zwar immer noch in USD notiert, aber die tatsächliche Wertbestimmung findet in Euro statt. D.h. der Kurs in USD ist nur noch die umgerechnete Wertfestsetzung in Euro.

    Die Amerikaner sind ja auch deutlich weniger an Edelmetallen interessiert als die Europäer (und andere Teile der Welt).

    • von CW | 21.05.2018, 08:36 Antworten

      MW, an welchen Merkmalen der Kursentwicklung würdest Du das festmachen, dass die tatsächliche Wertbestimmung der Edelmetalle inzwischen in Euro stattfindet?

      • von Christian G | 21.05.2018, 13:00 Antworten

        Wenn der Dollar gegenüber dem Euro abwertet, steigt automatisch der Goldpreis in Dollar, jedoch nicht in Euro.

        Der Rest ist logische Schlussfolgerung. Mir erscheint es nämlich unrealistisch, dass der Euro und Gold gleichzeitig an Wert verlieren oder gewinnen. Für eine zufällige, parallele Entwicklung der beiden Währungen (Gold und Euro) dauert diese schon zulange.

        • von MW | 22.05.2018, 11:10 Antworten

          Danke, besser hätte ich es nicht zusammenfassen können

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