Stand: 03.07.2019 von Florian Grummes 4 Kommentare

Wir vor zwei Monaten erwartet, ist der Silberpreis mittlerweile tatsächlich aus dem fallenden Keil nach oben ausgebrochen. Zwar traf meine Überschrift „Die Ruhe vor dem Sturm“ rückblickend wesentlich besser auf den Goldmarkt zu, aber auch in den Silbermarkt ist wieder Bewegung gekommen. 

Dass der Goldpreis allerdings schon ab Ende Mai so sensationell nach oben durchstartet, hat mich dann doch etwas überrascht. Wie Sie wissen, hatte ich mit dieser Entwicklung ab dem Juli/August gerechnet. Aufgrund der hochkomplexen geopolitischen Lage sowie der urplötzlich steil ansteigenden Erwartung einer US-Zinssenkung begann die Party beim Gold aber eben schon Ende Mai.

Wichtig ist jetzt vor allem, dass der Durchbruch über die sechsjährige Widerstandszone zwischen 1.350 und 1.375 US-Dollar geglückt ist. Dieser Befreiungsschlag katapultiert den Edelmetallsektor definitiv in ein neues Kapitel!

Ein Anstieg in Richtung 1.500 US-Dollar innerhalb der nächsten zwei bis zehn Monate halte ich für höchstwahrscheinlich. Der laufende Rücksetzer dürfte eine sehr gute Einstiegschance für all diejenigen liefern, die noch nicht investiert sind.

Silber hinkt dieser Entwicklung bislang zwar hinterher, wird sich aber im Laufe der Hausse wesentlich besser entwickeln als Gold. Das Aufholpotenzial bei Silber ist enorm.

Silberpreis – Der Sprung über die Abwärtstrendlinie wird die Hausse triggern

Der Silberpreis konnte seit dem Tief bei 13,86 US-Dollar Mitte Dezember bis auf 16,35 US-Dollar Ende Februar deutlich ansteigen.

Im Anschluss wurde dieser Anstieg bis auf 14,27 US-Dollar fast vollständig korrigiert bzw. zurückgenommen. Diese Korrektur lief in Form eines fallenden und damit bullischen Keils ab. Ende Mai konnte sich der Silberpreis aus dieser Formation nach oben befreien und regelkonform ansteigen. 

Mit dem Hoch bei 15,53 US-Dollar am 21.Juni hatte Silber dann aber wieder die seit dem Sommer 2016 gültige Abwärtstrendlinie erreicht. Nach kurzem Hin- und Her mussten sich die Bullen hier kurzfristig erneut geschlagen geben.

Allerdings wackelt diese Abwärtstrendlinie immer mehr. Der nächste Angriff dürfte den erfolgreichen Durchbruch mit sich bringen. Jetzt geht es daher nur noch darum, wie tief Silber vorher korrigieren wird! Mit den beiden langsam steigenden Durchschnitten in Form der 50-Tagelinie (14,83 US-Dollar) und der 200-Tagelinie (14,96 US-Dollar) hat Silber eine sehr solide Unterstützung unter sich.

Gleichzeitig steigt das untere Bollinger Band (14,57 US.-Dollar) zügig an. Ein deutliches Unterschreiten der Marke von 14,80 US-Dollar erscheint in den kommenden Wochen daher fast ausgeschlossen. 

Auf der Oberseite würde momentan ein Anstieg über 15,45 US-Dollar den laufenden Ausbruch signalisieren. Sollten es die Edelmetalle aufgrund der Sommerhitze etwas gemütlicher angehen lassen, kann der Ausbruch auch erst in ein paar Wochen erfolgen. Dementsprechend wäre dann bereits zwischen 15,35 und 15,40 US-Dollar der Ausbruch geglückt.

Die erste Zielzone für den Silberpreis in US-Dollar wartet im nächsten Schritt zwischen 16,00 und 16,30 US-Dollar. Allerdings können Sie davon ausgehen, dass es sich hier nur um eine Zwischenstation handelt. 

Im großen Bild müsste der Silberpreis analog zum Goldpreis eigentlich aktuell eher bei 25 US-Dollar notieren. Gehen wir von 1.520 US-Dollar als Kursziel beim Gold sowie einem bis dahin deutlich gesunkenen Gold/Silber-Ratio von 80 aus, sollte Silber zumindest bis 19,00 US-Dollar in den kommenden Monaten rallieren können.

Immerhin ein Anstieg von über 25%! Charttechnisch liegen realistische Kursziele zunächst bei 17,30 US-Dollar und 18,50 US-Dollar. Und sollte Silber seinen berühmten Turbo im Laufe der Aufwärtsbewegung zünden, sind auch ganz andere Kursregionen möglich.

Silberpreis in Euro – Kaufkurse rücken näher

In Euro gerechnet ist das Kursgeschehen der letzten sieben Monate etwas flacher ausgefallen. Gleichzeitig begann die Rally hier bereits Ende September bei Kursen knapp oberhalb von 12,00 Euro. Bis Ende Februar konnte sich der Silberpreis bis auf 14,25 Euro um über 18% nach oben kämpfen. Die anschließende Korrektur fiel mit dem Tief bei 12,77 Euro Ende Mai etwas milder aus. 

Seit diesem Tiefpunkt läuft die nächste Aufwärtswelle, welche am 21.Juni ein Zwischenhoch bei 13,75 Euro erreichen konnte. Noch bewegt sich das Kursgeschehen der letzten Monate in einem potentiellen Abwärtstrendkanal.

Ein erneuter Anstieg über 13,70 Euro würde aber den Ausbruch liefern. Dann wären im nächsten Schritt schnell Kurse um 14,40 Euro zu erwarten. Mittelfristig liegen die nächsten Zielzonen um 15,50 Euro und 17,50 Euro.

Zuvor könnte der Euro-Silberpreis aber noch ein letztes Mal in Richtung 13,20 US-Dollar zurücksetzen. Hier verlaufen die steigenden 50-Tagelinie (13,20 Euro) als auch die steigende 200-Tagelinie (13,19 Euro). 

Silber Kauf unter 13,00 Euro geglückt, neues Limit 13,25 Euro

Das zuletzt empfohlene Kauflimit unterhalb von 13,00 Euro griff zwischen dem 17.Mai und 11.Juni mehrmals. Mit etwas Glück ergibt sich in den nächsten Tagen bzw. Wochen eine weitere gute Einstiegsgelegenheit, sollte der Silberpreis noch etwas weiter korrigieren.

Dazu empfiehlt sich ab jetzt eine neues Kauflimit unterhalb von 13,25 Euro.

Bitte erwarten sie bei den Edelmetallen grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei den Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren ziemlich enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei. Die letzten drei Monate haben das mal wieder eindrucksvoll bewiesen.

Florian Grummes

Technischer Analyst, Goldnewsletter.de

Quelle: Gold.de

Silber – Enormes Aufholpotenzial!
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [4]
  • von Max Schneider | 04.07.2019, 05:19 Antworten

    Die Edelmetalle sind die ruhenden Anker unter den Assets und Sie lieber Herr Grummes, sind der ruhende Anker unter den Analysten. Meine Bitte an alle, die etwas auszusetzen haben, bitte besser machen mit konkreten Kurszzielen! Danke.

    • von Ich traue keinem Analysten | 04.07.2019, 13:10 Antworten

      Silber steht angeblich schon seit Jahren kurz vor dem Ausbruch. Ich bleibe lieber weiterhin beim Gold, das hat mich noch nie enttäuscht. Außerdem zahle ich beim Goldkauf keine Mehrwertsteuer und habe beim Verkauf auch keine Probleme mit Preisabschlägen wegen Milchflecken oder angelaufener Ware.

      • von Ron | 08.07.2019, 23:39 Antworten

        Der Mapel Leaf macht ab 2018 keine Milchflecken mehr. Aber beim Anlagesilber ist das eh nicht wichtig - wie auch bei Barren, die luftdicht eingeschweißt sind. Und was die Steuer angeht, ich meine selbstverständlich Münzbarren!

      • von dummkopf^2 | 04.07.2019, 18:00 Antworten

        Alles korrekte Argumente. Jedoch, wenn jetzt gerade freies Geld für einen EM-Kauf vorhanden ist, dann muss man sich seiner Ziele sicher sein und eventuell darauf verzichten in der Preishochzeit Gold zu erwerben. Gerade jetzt bietet sich Silber besser an.
        Wenn bereits Gold im Sortiment ist, ja, dann würde ich auch sagen, dass Silber an Gold nicht heranreicht und "noch nie enttäuscht hat". Aber wie immer kommt es auf den Verwendungszweck an. Steht Spekulation auf Rendite im Vordergrund, könnte Silber aktuell interessant sein. Steht Kriesenschutz/Werterhalt im Interesse, dann ist der Goldpreis schlicht und ergreifend egal.
        Auch Gold kann unschöne Flecken in Form von Fingerabdrücken ausbilden. Wollen Sie diese entfernen, und wählen die falsche Methode, wird auch der Händler seine Chance nutzen und versuchen den Preis zu drücken, wegen "Kratzer".
        Preisabschläge wegen Milchflecken ist übrigens kein Thema bei Anlagenmünzen, denn nur der Materialwert zählt (Milchflecken beweisen sogar, dass es sich um echtes 999-Silber handelt). Bei Sammlerware ist das natürlich anders, diese werden jedoch auch aufwendiger in der Oberfläche bearbeitet. Wer Silber für Kriesenzeiten erwirbt, dem sind Milchflecken ebenfalls egal, denn vom Bäcker werde ich dennoch pro Unze meine 4 Laibe Brot im Tausch erhalten. Händler, welche die Münzen (warum ist Anlaufen bei Baren wohl kein Thema?) direkt weiterverkaufen wollen, nehmen Münzen mit Gebrauchserscheinungen, egal welcher Form, erst gar nicht an. Guten Händlern ist das egal, denn die Bullionmünzen werden eh wieder eingeschmolzen.

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