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Stand: 28.09.2021 von Jörg Bernhard
Das Silberinstitut veröffentlichte in der vergangenen Woche eine interessante Studie von CRU International, in der sich die Analysten der „globalen Vernetzung“ und den daraus resultierenden Nachfrageperspektiven für das Edelmetall Silber intensiv gewidmet haben.
Silber: Globale Vernetzung sorgt für Nachfrageboom

Dank hoher Leitfähigkeit stark gefragt

Silber gilt als das Metall mit der höchsten Leitfähigkeit und genießt dadurch einen wichtigen Vorteil gegenüber anderen Stromleitern wie zum Beispiel Kupfer. Ein großer Nachteil stellt allerdings dessen hoher Preis dar.

Während ein Kilogramm Kupfer derzeit bereits für 9,30 Dollar zu haben ist, kostet ein Kilogramm Silber mehr als 720 Dollar. Ungefähr ein Drittel der globalen Silbernachfrage geht auf die industrielle Nachfrage für elektronische und elektrische Anwendungen bzw. Bauteile (ohne Photovoltaik) zurück. In diesem Marktsegment rechnen die Analysten von CRU mit einem Anstieg der jährlichen Nachfrage von 224 Millionen Feinunzen (2020) auf 246 Millionen Unzen im Jahr 2025.

In der elf Seiten starken Studie wird aufgezeigt, in welchen Lebensbereichen eine globale Vernetzung immer wichtiger wird. Die hohe Leitfähigkeit von Silber ermöglicht eine fortschreitende Miniaturisierung der Bauelemente und verbessert zugleich deren Leistungsfähigkeit.

Internet of Things: Bis zum Jahr 2030 soll sich die Zahl internetfähiger Geräte auf 500 Milliarden erhöhen. Dabei handelt es sich um:

  • am Körper getragene Mini-Computer (Wearables),
  • vernetzte Gebäude,
  • Warenlager,
  • intelligente Energienetze,
  • Messen von Treibhausgasen,
  • Automobilbranche,
  • Verkehrssektor,
  • vernetzte Flugzeuge
  • und zu guter Letzt natürlich der 5G-Mobilfunkstandard, der für eine zuverlässige Vernetzung digitaler Fabriken zwingend erforderlich ist.

Vernetzen von Konsumenten: Verbraucher nutzen verstärkt die Vorteile einer privaten Vernetzung und überwachen dadurch ihre Wohnungen bzw. Häuser hinsichtlich Einbruchschutz sowie ihren Gesundheitszustand oder steuern via Internet ihre Heizungen, Klimaanlagen oder Haushaltsgeräte und sparen dadurch Kosten bzw. erleichtern ihren Alltag.

Automobilbranche: Während 1990 die Fahrzeugelektronik ungefähr 15 Prozent der gesamten Herstellungskosten entsprach, kommt dieser Kostenblock heute auf 40 Prozent. Zwei Trends dürften diese Entwicklung weiter forcieren: Elektromobilität und autonomes Fahren.

Übrigens: Besonders viel Silber wird für die Verglasung der Fenster verwendet, um eine bessere Entfeuchtung bzw. Enteisung zu erreichen.

Luftfahrt: Auch bei Flugzeugen und Drohnen gilt Silber als wichtige Materialkomponente, weil hier elektronische Steuerungs- Überwachungs- und Kommunikationssysteme eine immer größere Bedeutung erlangen und somit immer mehr Silber benötigt wird.

Besonders hohe Wachstumsraten prognostizieren die Analysten insbesondere für die beiden Marktsegmente RFID (radio-frequency identification) und Nano-Silber Tinten. Die erstgenannte Technologie ermöglicht mittels elektromagnetischer Wellen das berührungslose und automatisierte Lesen und Speichern von Daten, während Nano-Silber-Tinten bei gedruckten Schaltkreisen zum Einsatz kommen.

Jährliche Silbernachfrage bei elektronischen und elektrischen Anwendungen

Ausblick für die laufende Woche

Fed-Chef Jerome Powell stellte in Aussicht, noch in diesem Jahr mit dem Zurückfahren der Anleihekäufe zu beginnen und bereits im nächsten Jahr – erstmals seit Dezember 2018 – wieder ein Anheben der Leitzinsen zu wagen.

2023 könnten dann sogar drei weitere Zinsschritte erfolgen.

Allerdings nur, wenn sich die wirtschaftliche Erholungsphase fortsetzen wird. Nun darf man gespannt sein, ob diese „Hintertür“ benutzt wird, um die Finanzmärkte auch in Zukunft mit billigem Geld zu versorgen. In diesem Zusammenhang dürfte der Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums (8. Oktober) mit Argusaugen beobachtet werden.

In den kommenden Handelstagen stehen zudem aktuelle Inflationsdaten aus Deutschland (Donnerstag) und der Eurozone (Freitag) zur Bekanntgabe an.

Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten soll sich hier zu Lande die Geldentwertung von 3,9 auf 4,2 Prozent p.a. und innerhalb Europas von 3,0 auf 3,3 Prozent p.a. beschleunigt haben.

In den 90er-Jahren – als die Inflation ähnlich hoch war – konnte man diese mit Bundesanleihen problemlos ausgleichen bzw. übertreffen. Deren Renditen wurden als „risikoloser Zins“ bezeichnet. Angesichts hoher Anleihekurse und niedriger Zinsen kann man heutzutage lediglich von „zinslosem Risiko“ sprechen.

Und dieses Risiko stellt nur eines von vielen Kaufargumenten für die Krisenwährung Gold dar.

Autor: Jörg Bernhard
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von Justus V. | 29.09.2021, 17:38 Antworten

Sehe die wirtschaftliche Weltlage, Inflation, anhaltende Gelddruckerei, Güterknappheit, lese nachvollziehbare Meldungen/ Artikel wie diese hier - und dann fällt der Silberpreis immer weiter, statt zu steigen. Heute gleich wieder um rund vier Prozent innerhalb von zwei Stunden. Das ist für mich nur noch schwer rational oder marktwirtschaftlich nachvollziehbar.

3 Antworten an Justus V. anzeigen

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