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Stand: 14.07.2025 von Hannes Zipfel
Diese Woche steht der Silberpreis im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Edelmetallanlegern. Die Nachfrage nach sicheren Häfen, gemäßigte Signale zur Geldpolitik der FED und die Unsicherheit hinsichtlich der US-Zölle treiben die Preise auf Mehrjahreshochs. Neue Nachfrageimpulse kommen von institutionellen Investoren und wohlhabenden Privatanlegern.
Silberpreis vor Ausbruch? Jetzt droht das 40-Dollar-Level

Anstieg des Silberpreises angesichts globaler Unsicherheit

Gold erreichte aufgrund erneuter Zolldrohungen zwischen den USA und der EU einen Dreiwochenhöchststand von über 3.360 US-Dollar pro Unze (31,1 g), während Silber aktuell auf knapp 39 US-Dollar pro Unze steigt und auch in der Gemeinschaftswährung Euro neue zyklische Höchststände erklimmt. Silber befindet sich somit auf einem Niveau, das seit 2011 nicht mehr erreicht wurde.

Goldpreis in USD pro Unze 14. Juli 2025


Bei Silber ist auf Wochenbasis sehr gut der Ausbruch aus dem langfristigen Trendkanal nach oben in Richtung 40 US-Dollar pro Unze zu erkennen:

Silberpreis in USD am 14. Juli 2025

Bis zum Inkrafttreten der von den USA weltweit verhängten Importzölle ist mit konsumtiven Vorzieheffekten zu rechnen, die den Silberpreis weiterhin stützen werden.

In Euro konnte der Silberpreis am Spot-Markt neue zyklische Höchststände erreichen. Das Chartbild sieht in der jüngsten Zeit insgesamt sehr konstruktiv und dynamisch aus (höhere Hochs und höhere Tiefs in Korrekturphasen) und notiert in der Gemeinschaftswährung aktuell bei ca. 33,30 Euro pro Unze am Spot-Markt:

Silberpreis in Euro pro Unze am 14. Juli 2025

An dem größten europäischen Silber-Hub kommen immer mehr Knappheitssignale. Diese Entwicklung erinnert an das erste Quartal 2025, wo es im Zuge von massiven Lieferungen an die US-Terminbörse COMEX in New York ebenfalls zu Engpässen und stark steigenden Notierungen beim Goldpreis kam.

FED-Ausblick löst Edelmetallrallye aus

Das Fed-Protokoll der US-Notenbank FED vom Juli zeigte eine breite Unterstützung für Zinssenkungen für das zweite Halbjahr 2025 und drückte die Renditen von Staatsanleihen nach unten. Sowohl Gold als auch Silber profitierten von diesen Signalen der Geldpolitiker aber auch von steigender Unsicherheit und der anhaltenden US-Dollar-Schwäche.

Silber konnte aufgrund der dichteren Marktenge prozentual stärker zulegen als das gelbe Edelmetall.

Strukturelle Nachfrage unterstützt Silber-Aufwärtstrend

Die Silberrallye wird von einem anhaltendem Angebotsdefizit im siebenten Jahr in Folge (Quelle: Metals Focus, The Silver Institut; „Silver Survey 2025“) und einer weiter steigenden Silbernachfrage aus der Industrie auf Rekordniveau getragen.

Insbesondere in den Bereichen Solar, Rüstung, Kommunikation, Digitalisierung und Elektronik, die über die makroökonomischen Treiber hinaus eine bullische strukturelle Ebene bilden und in Kombination mit Vorzieheffekten vor dem Eintreten von US-Importzöllen den Silberpreis treiben.

An den großen Lagerstätten der LBMA (London Bullion Market Association) und der US-Warenterminbörse COMEX (New York) kommt es bereits aktuell zu Knappheitserscheinungen, die zu deutlich höheren Kursen in den USA (Zollangst wie bei Kupfer) und stark steigenden Kosten für das Verleihen von physischem Silber.

Ausblick: Wichtige technische Niveaus und mittelfristige Prognosen

Der Goldpreis bewegt sich aktuell wieder in Richtung 3.400 US-Dollar pro Unze, während Silber mit zunehmender Dynamik den Bereich von 40 US-Dollar anpeilt.

Die Rohstoffanalysten der Citibank prognostizieren, dass Silber innerhalb eines Jahres die 40 US-Dollar-Marke erreichen könnte.

Interessanterweise widerspricht dies ihrem eher negativen Ausblick für den Goldpreis (2.500 USD bis Jahresende).

Nachvollziehbar ist aber, dass Silber noch Luft nach oben hat, da trotz gestiegener Silberpreise das Gold-Silber-Preis-Verhältnis (Gold-Silber-Ratio) weit über dem langfristigen Durchschnitt liegt.

Gold-Silber-Ratio am 14. Juli 2025

Es ist wahrscheinlich, dass wie in jeder bisherigen länger andauernden Hausse-Phase der beiden Edelmetalle sich das Gold-Silber-Ratio signifikant zurückbildet, was dazu führt, dass viele Anleger aktuell weltweit beginnen, Silber gegenüber Gold zu präferieren.

Für den Goldpreis kursrelevante Datentermine in der KW 28:

Auf folgende für die Edelmetalle kursrelevanten Datentermine können sich die Anleger aber einstellen:

  • Montag, 07. Juli: Bundesbankchef Joachim Nagel äußert sich zur Konjunkturlage und Inflationsrisiken (auch resultierend auch möglichen Gegenzöllen) für Deutschland und die EU (Nagel ist auch Mitglied im EZB-Rat), Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC (COT-Report) für Gold, Silber & Co. (21:30 Uhr MESZ)

  • Dienstag, 15. Juli: 15. US-Verbraucherpreisindex (Juni) – entscheidend für die Zinspolitik der FED-Politik

  • Mittwoch, 16. Juli: Deutschland Leistungsbilanz (Mai) – wichtig für den Handelskrieg (Reduzierung des Handelsbilanzüberschusses mit den USA), ZEW-Stimmung (Befragung von Investoren zur Lage der Wirtschaft, US-Beige Book der US-Notenbank FED – regionale Konjunkturdaten für die gesamte USA

  • Donnerstag, 17. Juli: US-Produzentenpreise für Juni, Endnachfrage (Juni) & Industrieproduktion – wichtige Inflations- & Konjunkturindikatoren

  • Freitag, 18. Juli: US-Einzelhandelsumsätze, Unternehmenslagerbestände – Hinweise auf Konsumstärke und Angebotsdynamik, Terminmarktdaten der US-Aufsichtsbehörde CFTC (COT-Report) für Gold, Silber & Co. (21:30 Uhr MESZ).

Details zu den Daten, Prognosen sowie historische Zeitreihen finden Sie hier.

Fazit

Es werden in dieser Woche zwar auch wichtige und für die Edelmetalle kursrelevante Konjunkturdaten veröffentlicht und Reden von hochrangigen Zentral- und Notenbankern gehalten, aber die Themen Zölle, Handelskrieg und US-Staatsverschuldung dürften das für den Gold- und Silberpreis dominierende Thema auch in dieser Woche sein (US-Schuldenobergrenze wird in Kürze wieder erreicht).

Profilbild von Hannes Zipfel
Stand: 14.07.2025
geschrieben von:
Ökonom, Journalist mit Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzmärkte
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von berti | 15.07.2025, 13:56 Uhr Antworten

Vor 2008 war ich auch unaufmerksam. Dann bin ich aufgewacht. Seit fast 20 Jahren halten DIE das System am Laufen ohne eine reale Deckung bzw, seit 1971.
Bis jetzt ist jeder "Schwarze Schwan" vorüber geflogen. Eine Prognose ist unmöglich. Alle gemachten Voraussagen sind nicht eingetroffen. Das kann sich noch Jahre hinziehen.

von Freddy | 14.07.2025, 19:45 Uhr Antworten

The Big Short sollte sich jeder einmal anschauen. Zur Zeit kostenlos bei Amazon Prime. Interessante Parallelen sind hier sichtbar. Die USA ist pleite und keiner will es wahrhaben. Hoffentlich führt es nicht wieder zu einem Kollaps wie 2008 als Lehmann Brothers pleite ging. Vor allem der Schluss des Spielfilms ist sehr interessant. Banker werden eingesperrt und der Markt wird kontrolliert geregelt. Wer es glaubt wird selig. Es wird genauso weiter gezockt wie vorher.

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