Stand: 20.09.2018 von Florian Grummes 8 Kommentare

Seit Mitte Juni ist der Silberpreis von 17,30 US-Dollar bis auf aktuell knapp 14,00 US-Dollar um fast 20 % zurückgefallen. Im größeren Bild steckt Silber bereits seit dem Sommer 2016 ausgehend von 21,15 US-Dollar in einem klaren Abwärtstrend, aus dem es bislang kein Entrinnen gab.

Zoomt man noch weiter heraus, bewegt sich Silber meilenweit entfernt von seinen Höchstständen um 50 US-Dollar aus dem Frühjahr 2011. Letztlich notiert der Silberpreis damit als einer der ganzen wenigen Rohstoffe sogar mit deutlichem Abstand unter seinem Allzeithoch aus dem Jahre 1980!

Zwar darf man diese eklatante Schwäche auf gar keinen Fall schönreden, gleichzeitig bedeutet die miserable Performance aber auch eine mittel- bis längerfristige Chance. Insbesondere neue hochtechnologische Anwendungen (bspw. E-Mobilität, Telekommunikation) als auch die Pharmaindustrie könnten die physische Nachfrage in den nächsten Jahren durchaus verändern und möglicherweise sogar zu Versorgungsengpässen führen.

Kurzfristig jedoch ist Silber bis auf weiteres in seinem Abwärtstrend gefangen und benötigt einen klaren Anstieg über 15 US-Dollar, um sich zumindest ansatzweise aus dem festen Griff der Bären zu lösen.

Tageschart Silber in US Dollar – Noch keine Trendwende

Tageschart Silberpreis in USD

Entgegen der primären Erwartung konnte der Silberpreis die enorm wichtige Aufwärtstrendlinie im Bereich um 15,75 – 16,00 US-Dollar im Juli nicht verteidigen. Die Folge war der befürchtete direkte Rutsch bis an die psychologische Marke von 14,00 US-Dollar, welcher sich in den letzten sechs Wochen vollzog.

Um 14,00 US-Dollar versucht sich Silber nun seit Tagen an einer Stabilisierung, die bislang aber eher den Eindruck eine bärischen Zwischenkonsolidierung hinterlässt. Es scheint als wolle Silber unbedingt noch das Tief vom Dezember 2015 im Bereich um 13,65 US-Dollar anlaufen, bevor zumindest eine Reaktion auf die dreimonatigen Abwärtswelle zu erwarten wäre.

In jedem Fall sollte Silber im vierten Quartal eine größere Erholung in Richtung seiner 50-Tagelinie (14,93 US-Dollar) und eventuell auch seiner 200-Tagelinie (16,14 US-Dollar) gelingen. Noch fehlt die dazu aber notwendige Trendwende!

Silver Hedgers Position

Gleichzeitig ist der Silbermarkt stark überverkauft und die Signale vom Terminmarkt sind so bullisch wie noch nie in den letzten 25 Jahren!

Zusammengefasst sollten kurzfristige und spekulative Positionen trotz der günstigen antizyklischen Situation weiterhin vermieden werden. Wer aber auf das wahre physische Edelmetall setzt und über einen Horizont von mindestens fünf Jahren verfügt, findet derzeit absolute Schnäppchenpreise am Silbermarkt.

Tageschart Silber in Euro – Überschaubares Restrisiko

Auch in Euro gerechnet führt der Silberpreis seit Mitte Juni das reinste Trauerspiel auf. Vom Höchststand bei 14,89 Euro hat sich der Preis für eine Feinunze auf aktuell 12,13 Euro um 18,5% verbilligt. Auch hier fehlt es auf dem Tageschart an klaren Trendwendesignalen.

Immerhin dreht der MACD Indikator auf niedrigem Niveau leicht nach oben. Da sich das untere Bollinger Band mittlerweile langsam zur Seite neigt, scheint das noch vorhandene Risiko auf der Unterseite mit ca. 11,75 Euro ziemlich überschaubar. Eine bald anstehende Erholung sollte zumindest bis zur 50-Tagelinie (12,86 Euro) führen. Im Idealfall attackiert der Euro-Silberpreis im vierten Quartal die breite Widerstandszone um 13,00 – 13,40 Euro und könnte dort auch wieder auf seine langsam fallenden 200-Tagelinie (13,51 Euro) treffen.

Unterhalb von 12,25 Euro KAUFEN

So günstig wie aktuell konnte man Silber zuletzt vor knapp drei Jahren erwerben. Antizykliker sollten sich diese Gelegenheit trotz des eingangs beschriebenen großen Bildes nicht entgehen lassen.

Bitte erwarten sie hier jedoch keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei den Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt! Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

Silberpreis: Schwach, schwächer, Silber
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [8]
  • von blo-rakane | 30.09.2018, 09:23 Antworten

    Jetzt ist das Zeitfenster gegeben, die Industrie/Anlagemetalle Platin und Silber physisch für das eigene Portfolio zu erwerben. Keiner kann sagen, wie lange die Preise noch so historisch niedrig sind! Sicher ist , dass die Preise signifikant nicht noch tiefer fallen werden, weil dann die Mienen die Förderung einstellen würden .Jetzt ist die Stunde gegeben, antizyklisch die besagten Edelmetalle zu erwerben. Zugegeben, sie sind volatiler als Gold , aber im Rahmen der fortschreitenden Industrierevolution 4.0 ( Digitalisierung) sowie u.a.die Erneuerung und der Ausbau der Mobilität durch elektrische Alternativen und vor allem die Weiterentwicklung der Wasserstoffbrennzelle, die kommen wird, wird der Bedarf an den besagten Edelmetallen Mittel/Langfristig steigen. Und die , die schon S/P besitzen, einfach entspannt während die Zeit des billigen S/P bleiben und um Gottes willen das Zeug jetzt nicht verkaufen. Gruss an die Gold.de Leser

    • von Wolga66 | 30.09.2018, 12:09 Antworten

      Silber 2018 minus ca. 13%
      Platin in 5 Jahren minus 33%,nicht zu vergessen 19% Mwst.
      Als Kapitalanlage ist AG und PT z.Zt. nicht geeignet.
      Von Edelmetallen sollte man in den nächsten Monaten die Finger lassen,schon beim Kauf 1 oz Platin verliert der Käufer rund 200€ durch die Mwst.

  • von gold-finger | 25.09.2018, 12:01 Antworten

    Kaufen 10 Jahre liegen lassen und dann wohl definitv freuen. Einfach mal von 10000 Euro ausgehen bei 12 Euro zZ sind das rund 830 oz Silber , wenn der >Silberpreis in 10 jahren bei 20 Euro ( und das sollte nicht unrealistisch sein ) bin ich bei 16600 . Klar bringt ein Silberbarren keine Zinsen aber wenn ich die 10000 dann für 10 Jahre anlege kriege ich zZ auch nur um die 2% was nach 10 jahren mit Zins+Zinsesz irgendwo bei 12300

    • von Wolga66 | 25.09.2018, 15:41 Antworten

      Und wenn in 10 Jahren der Silberpreis immer noch bei 12€ steht ?
      Dann träumst Du weiter.

      • von gold-finger | 25.09.2018, 16:33 Antworten

        dann habe ich trotzdem kein verlust , aber der silberpreis wird in 10 jahren nicht mehr bei 12 sein , weil alleine die kosten für die förderung steigen werden ( umwelt, personalkosten, soziale belangen ) Nebenbei wird es in 10 jahren dann rund 200-250000 t wenniger silber geben wenn man die heutigen förderzahlen ansetzt was bedeutet das silber dann noch einen förderbaren zeitraum v 10-15 jahre hat. jeder will ein handy haben , die ganze solarbranche , medizin , elektro-auto.. im kaptialismus nennt man das angebot und nachfrage sprich sinkendes angebot - gleichbl. oder warsch. steigende nachfrage ... also warum soll der preis da bei 12 euro stehen?? der war in den letzten 10 jahren bereits weit über 20

        • von Silber | 27.09.2018, 19:54 Antworten

          Ach bitte, wo gibts für 12€ ?? Jetzt= 14,40 € kaufen.

          • von gold-finger | 28.09.2018, 14:28 Antworten

            zZ bei 12.40 Euro einfach bei Gold.de schauen , oder? Und ob er jetzt 14 kostet obwohl nur 12 der off. Kurs das ist nun Sache ob Sie s beim Händler oder privat kaufen oder wie exotisch das Ding gerade ist. ich orentiere mich am offizellen Kurs und der war bei 12 als ich meinen Kommentar am 25 geschrieben habe

          • von Wolga66 | 28.09.2018, 10:35 Antworten

            Bei Gold-finger

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