| GOLD | 4.617,19 $/oz | 3.964,94 €/oz | 127,48 €/g | 127.476 €/kg |
| SILBER | 92,92 $/oz | 79,79 €/oz | 2,57 €/g | 2.565,31 €/kg |
Nach einem ersten Zwischenhoch bei 54,48 US-Dollar am 17. Oktober und einem heftigen Rücksetzer bis auf 45,55 US-Dollar haben die Bullen das Ruder seit über sechs Wochen wieder fest in der Hand. Dabei explodierte der Silberkurs ab dem 28. Oktober, ausgehend von 45,55 US-Dollar, um sensationelle weitere 38 Prozent. Alle Widerstände wurden überrannt und die Silbernotierungen schnellten zuletzt auf ein neues Allzeithoch bei 62,89 US-Dollar.
Der Goldpreis hingegen kommt mit dieser fulminanten Preisentwicklung nicht mit, sondern steckt noch immer in einer zähen Konsolidierung auf hohem Niveau um und oberhalb von 4.200 USD.
Dabei hat die US-Notenbank Fed gestern eigentlich auch eine Steilvorlage für den Goldpreis geliefert.Textblock
Mit dem Start der T‑Bill-Käufe von rund 40 Mrd. US‑Dollar pro Monat sendet die Fed ein klares Signal: Die Phase der quantitativen Straffung geht in eine Phase versteckter Bilanzausweitung über. Diese Art von „Cash-QE“ wirkt sogar doppelt bullisch für Silber – sie senkt den realen Finanzierungsdruck im System und schwächt gleichzeitig das Vertrauen in die Kaufkraft des US-Dollars.
Parallel dazu bleibt das nominale Zinsniveau zwar hoch genug, um Anleiherenditen attraktiv erscheinen zu lassen, aber die realen Renditen drücken bei gleichzeitig schwelenden Inflationsrisiken Anleger in knappe Sachwerte. Silber profitiert in dieser Konstellation stärker als Gold, weil es sowohl als monetärer Inflationshedge als auch als industrieller Engpass-Rohstoff wahrgenommen wird.
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Dabei ist Silber auf der Nachfrageseite vom Investment-Metall zum „Bottleneck-Metal“ der Energiewende geworden. Prognosen gehen davon aus, dass die industrielle Silbernachfrage – vor allem aus Solar, E‑Mobilität und Elektronik – 2025 erneut um einen zweistelligen Prozentsatz wachsen könnte.
Während Gold nur rund 10 % seiner Nachfrage aus der Industrie bezieht, liegt der Anteil bei Silber bereits nahe 60 % – Tendenz steigend. Sollte die Solar- und Elektronik-Kapazitäten weiter aggressiv ausgebaut werden, könnte die Industrie bis Mitte der 2030er‑Jahre einen Großteil der gesamten Minenproduktion absorbieren, sodass Investoren sich nur über höhere Preise physisch „einkaufen“ können.
Auf der Angebotsseite stagniert hingegen die Silber-Minenproduktion schon seit Jahren. Laut Branchenanalysen war 2024 bereits das vierte Jahr in Folge mit einem Angebotsdefizit, weil der Verbrauch das Angebot deutlich überstieg. Gleichzeitig zeigen die offiziellen Bestände an den westlichen Handelsplätzen wie der COMEX, dass der wirklich „frei verfügbare“ physische Silber-Bestand ziemlich gering ist.
Obendrein stoppt China ab Januar 2026 seine Silber-Exporte durch strenge Lizenzen, nachdem es im Oktober zu Rekord-Abflüssen von rund 660 Tonnen kam. Diese Maßnahme wirkt wie eine Angebotsverknappung für den Westen und verlagert die Wertschöpfungskette nach China: Rohsilber bleibt im Land, während veredelte Produkte exportiert werden. Für westliche Industrien – insbesondere Solar, Automobil, Elektronik und Verteidigung – bedeutet das höhere Inputkosten, längere Lieferkettenrisiken und mittelfristig eine Neubewertung des Metalls als „kritische Infrastruktur-Ressource“.
Dabei produziert China etwa 15 % des weltweiten Silbers, absorbiert aber mehr als die Hälfte der industriellen Nachfrage, vor allem durch Photovoltaik, Elektronik und den Export fertiger Güter. Da die Angebotsseite schon seit Jahren stagniert, können in diesem physisch engen Markt schon moderate zusätzliche Kaufwellen – etwa durch ETFs oder taktische Allokationen institutioneller Anleger – erhebliche Preissprünge auslösen.
Silber in US-Dollar, Tageschart vom 11. Dezember 2025. ©GOLD.DE
Obwohl der Silberpreis in diesem Jahr bereits ausgehend von seinem markanten Tief bei 28,31 US-Dollar Anfang April bis auf 54,48 US-Dollar ohne nennenswerte Rücksetzer spektakulär angestiegen war, entfachte der nachhaltige Ausbruch über 54,48 US-Dollar in den letzten Wochen ein noch beeindruckenderes Kursfeuerwerk. Fast vertikal jagt der Silberpreis nun mit hohem Volumen durch den charttechnisch undefinierten Raum nach oben. Ein neues Silber-Allzeithoch wurde heute erreicht.
Das obere Bollinger-Band öffnet derzeit Raum bis 63,49 US-Dollar, was ungefähr dem Kursziel aus der letzten Cup-and-Handle-Formation entspricht. Darüber lauert um 70 US-Dollar der nächste psychologische Widerstand, bevor ein klassischer „Measured Move“ ausgehend vom Tief bei 48,63 US-Dollar mit einem Kursziel bei rund 72 US-Dollar abgeschlossen werden würde.
Im Anschluss würden wir dem heiß gelaufenen Silberpreis aber gerne eine Verschnaufpause gönnen, auch wenn ein Durchmarsch bis auf ca. 100 USD-Dollar auch nicht auszuschließen ist.
Nach Jahren der Stagnation hat der Silberpreis im Jahr 2025 einen historischen Höhenflug erlebt und mit 62,89 US‑Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Der Ausbruch über 50 US‑Dollar markierte den psychologischen Wendepunkt, befeuert durch Liquiditätsmaßnahmen der Fed und Inflationssorgen. Getragen von der Energiewende steigt die industrielle Nachfrage stark, während das Angebot stagniert und China seine Silber-Exporte drastisch einschränkt.
Charttechnisch sind bereits kurzfristig Kurse zwischen 70 und 72 US‑Dollar realistisch, langfristig erwarten wir weiterhin Silberpreise deutlich jenseits von 100 US‑Dollar möglich.
Insgesamt bleiben die Edelmetalle in einem äußerst schwierigen Umfeld die einzig stabilen Anker und Rettungsboote.
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