| GOLD | 4.135,62 $/oz | 3.624,30 €/oz | 116,52 €/g | 116.524 €/kg |
| SILBER | 59,82 $/oz | 52,43 €/oz | 1,69 €/g | 1.685,66 €/kg |
Dabei führte am Goldmarkt der Bruch der wichtigen Unterstützungszone um 4.400 US-Dollar seit Anfang Juni zu einem beschleunigten Ausverkauf, der die Notierungen zuletzt dreimal bis in den Bereich von 3.940 bis 3.960 US-Dollar drückte. Offensichtlich kamen bei Preisen von knapp unter 4.000 US-Dollar wieder vermehrt Käufer in den Markt, so dass sich der Goldpreis in den vergangenen beiden Handelstagen bereits um bis zu 250 US-Dollar deutlich erholen konnte.
Silber zeigte ein noch ausgeprägteres, von hoher Volatilität geprägtes Muster: Auf den überraschend dynamischen, jedoch nicht nachhaltigen Preisschub auf 89,37 US-Dollar in der ersten Maihälfte folgte eine noch heftigere Abverkaufsbewegung. Innerhalb von sechs Wochen gab der Preis deutlich nach und fiel bis auf 55,59 US-Dollar um -29,5 % zurück. Im Gegensatz zu Gold wurde das Tief vom 24. Juni trotz aller Bemühungen der Bären in den letzten neun Tagen allerdings nicht mehr unterboten. Stattdessen sorgt der Short-Squeeze am Silbermarkt bislang für eine Erholung um 13,1 %.
Wir hatten in den letzten Wochen mehrmals darauf hingewiesen, dass die Kombination aus der Kapitulation der schwachen Hände (hohe Gold-ETF Verkäufe), günstiger Saisonalität ab Juli, einem zunehmend ängstlichem Sentiment sowie einer völlig überverkauften Markttechnik den frühsommerlichen Boden bringen sollte. Dementsprechend stehen die Chancen nun gut, dass sich der Goldpreis in Richtung seiner 50- und 200-Tage-Linien im Bereich um 4.500 US-Dollar erholen kann.
Der fünfmonatige Preisverfall bei den Edelmetallen scheint jedenfalls vorerst gestoppt. Während sich Silber seit seinem Hoch Ende Januar mehr als halbiert hat, nutzten westliche Bullionbanken die Schwächephase für einen konsequenten Risikoabbau an den Terminmärkten: Short-Positionen wurden deutlich reduziert und offene Engagements zurückgefahren.
Der geopolitische Preis dieser Entwicklung ist jedoch erheblich. China griff die niedrigen Preise gezielt auf und akkumulierte große Mengen physischen Metalls – mehrere hundert Tonnen Gold sowie schätzungsweise bis zu 2.500 Tonnen Silber. Flankiert wurde diese Marktbereinigung von einem Rückgang des Open Interest auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten sowie zusätzlichen Preisverlusten im Umfeld des jüngsten COMEX-Verfalls. Unterm Strich setzt sich damit eine strukturelle Verschiebung fort: Während der Westen seine Bücher bereinigt, wandert physisches Edelmetall zunehmend in starke Hände im Osten.
Je nachdem, wie sich die antizipierte Sommer-Rallye entwickelt und wie sich gleichzeitig die deutlich überkauften und korrekturgefährdeten Aktienmärkte – allen voran der parabolisch gestiegene Halbleiter-Sektor – verhalten, sind bis zum Herbst durchaus noch höhere Kursziele für Gold und Silber denkbar. Aktuell möchten wir uns jedoch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, sondern die Lage Schritt für Schritt neu bewerten und uns im Zweifel lieber positiv überraschen lassen.
Silber in US-Dollar, Tageschart vom 3. Juli 2026. © GOLD.DE
Ausgehend vom neuen Allzeithoch bei 121,67 US-Dollar am 29. Januar 2026 ist der Silberpreis bislang in drei klaren Abwärtswellen bis auf das jüngste Tief bei 55,59 US-Dollar zurückgefallen. Damit wurde nahezu die gesamte Aufwärtsbewegung seit dem Ausbruch über die Marke von 50 US-Dollar im vergangenen Herbst wieder korrigiert.
Die breite Zone zwischen 45 und 55 US-Dollar, in deren Zentrum das frühere jahrzehntelange Hoch bei 50 US-Dollar liegt, sollte jedoch eine äußerst robuste Unterstützung darstellen und hat dem ersten Belastungstest bislang standgehalten.
Nachdem Silber nun in stark überverkauftem Zustand in diesen Bereich zurückgekehrt ist, stehen die Chancen für eine deutliche Gegenbewegung sehr gut. Im Idealfall lässt sich die gesamte Korrektur der letzten fünf Monate als fallender Keil interpretieren, der mittelfristig einen starken Ausbruch nach oben begünstigen könnte.
Gleichzeitig ist der Weg nach oben mit erheblichen Widerständen gespickt. Entscheidend wird in den kommenden Wochen ein Vorstoß in Richtung der markanten Widerstandszone um 70 US-Dollar sein. Dort bündeln sich die leicht steigende 200-Tage-Linie (69,83 US-Dollar), die fallende 50-Tage-Linie (71,32 US-Dollar) sowie eine dominante Abwärtstrendlinie.
Ein erstes Abprallen an den gleitenden Durchschnitten ist allerdings sehr wahrscheinlich und Silber dürfte wesentlich mehr Zeit zum Aufbau einer neuen nachhaltigen Aufwärtsdynamik benötigen.
Als Mindestziel kann dabei das 38,2 %-Retracement der Abwärtsbewegung seit Mitte Mai bei rund 68,50 US-Dollar angesehen werden. Gelingt nach einem zwischenzeitlichen Rücksetzer ein Ausbruch über die gleitenden Durchschnitte, rücken Kursziele im Bereich von 75 bis 78 US-Dollar in den Fokus.
Insgesamt mehren sich damit die Hinweise, dass die Edelmetalle nach den Verwerfungen der vergangenen Wochen einen tragfähigen Boden ausgebildet haben und die Sommer-Rallye bereits begonnen hat.
Die jüngsten Preisbewegungen an den Edelmetall-Märkten deutet darauf hin, dass die fünfmonatige Korrekturphase ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht haben dürfte. Sowohl Gold als auch Silber haben in den vergangenen Wochen jene Kombination aus Überverkauftheit, Sentiment-Extremen und Kapitulationssignalen gezeigt, die häufig den Übergang von einer Abwärts- in eine Erholungsphase markiert.
Insbesondere der starke Short-Squeeze der letzten zwei Tage deutet darauf hin, dass in den kommenden Wochen bzw. in den nächsten ein bis drei Monaten die Käufer das Preisgeschehen wieder kontrollieren werden.
Nachdem der Ausbruchsbereich um 55 US-Dollar gehalten hat, besitzt der Silberpreis dabei angesichts des insgesamt heftigen Abverkaufs erhebliches Erholungspotenzial. Unser erstes moderates Kursziel für die Sommer-Rally liegt bei ca. 70 US-Dollar. Darüber hinaus sind je nach Kursverlauf auch höhere Ziel denkbar. Die fragile Lage rund um den AI- und Datencenter-Boom sowie der zunehmend gefährlich aussehenden Halbleiter-Sektor lassen uns aber bewusst vorsichtig bleiben.