Stand: 02.11.2017 von Florian Grummes 0 Kommentare

Die Gold- und Silberpreise stecken seit dem 8.September in einer deutlichen Korrektur. Da nun auch der US-Dollar wieder stärker zu werden scheint, ist das Ende der Abwärtsbewegungen bei den beiden Edelmetallen noch nicht abzusehen. Im Nachhinein hatten die klar zurückgebliebenen Minenaktien schon den ganzen Sommer über Warnsignale gesendet, die sich mittlerweile bestätigt haben.

Auch konnte Silber in den letzten Monaten zu keinem Zeitpunkt nachhaltig die Führung im Edelmetallsektor übernehmen. Zwar bewegen sich die Notierungen nach wie vor in weitem Abstand zum Kapitulations-Tief von Anfang Juli, allerdings scheiterte die Silberpreisentwicklung im Gegensatz zum Goldpreis Anfang September bereits klar unterhalb seiner beiden Hochpunkte aus dem Frühjahr.

Trotz dieses etwas tieferen Hochs läuft der Silberpreis letztlich damit seit über einem Jahr zwischen 16,00 und 18,50 US-Dollar seitwärts.

Silberpreis in US-Dollar – ABC-Korrektur noch nicht abgeschlossen

Mit dem Hochpunkt bei 18,20 US-Dollar endete am 8.September die Sommerrally am Silbermarkt. In der Folge fiel Silber zunächst bis 16,30 US-Dollar zurück, konnte sich dann aber nochmals bis auf 17,44 US-Dollar erholen. In den letzten zwei Wochen bewegten sich die Notierungen jedoch wie vermutet wieder abwärts, ohne dass es allerdings zu einem starken Verkaufsdruck gekommen wäre.

Silberpreis in US-Dollar – ABC-Korrektur noch nicht abgeschlossen


Zwar ist die Stochastik auf dem Tageschart mittlerweile überverkauft, die Bären hätten hier aber trotzdem kurzfristig noch bis zum unteren Bollinger Band (16,50 US-Dollar) Platz.

Da die Notierungen zuletzt auch wieder unter die beiden wichtigen Durchschnitte (50-Tagelinie bei 17,18 US-Dollar und 200-Tagelinie bei 17,16 US-Dollar) gerutscht sind, bleibt die Wahrscheinlichkeit für weitere Rücksetzer grundsätzlich erhöht.

Netto-Shortposition


Neben dem stärkeren US-Dollar unterstreichen zudem die nach wie vor sehr ungünstigen Daten vom Terminmarkt die Erwartung, dass die achtwöchige Korrektur noch nicht abgeschlossen ist. So liefert die hohe kommerzielle Netto-Shortposition mit kumuliert 76.505 leerverkauften Kontrakten weiterhin eine rote Ampel für den Silbermarkt.

Sicherlich deutet die zuletzt eher zähe Entwicklung sowohl beim Gold als auch beim Silber derzeit auf einen Patt zwischen den Bullen und den Bären hin. Wer die Edelmetallmärkte aber schon länger verfolgt, weiß, dass es in der Regel vor einer neuen Aufwärtsbewegung noch immer zu einem Ausverkauf bzw. größeren Abschüttler gekommen ist. Insofern ist der derzeit trägen Marktlage unbedingt zu misstrauen.

Die einzige Frage ist daher, ob es vor der nächsten Abwärtswelle nochmals zu einer Zwischenerholung kommt, die den Silberpreis im besten Fall wohl zurück an seine 200-Tagelinie führen könnte.

Zusammengefasst sieht es derzeit fast so aus, als ob die Edelmetalle zum dritten Mal in Folge auf einen wichtigen Wendepunkt im Dezember hinsteuern. Wie schon in den vergangenen Jahren ist das FOMC-Meeting am 12. und 13.Dezember dafür geradezu prädestiniert. Erst im neuen Jahr wäre dann ein neuer, dafür aber nachhaltiger Angriff der Bullen zu erwarten.

Tageschart Silberpreis in Euro

In Euro gerechnet waren die letzten sieben Monate eine einzige Enttäuschung für die Silberinvestoren. Nach dem scharfen Kursrutsch im April konnten sich die Notierungen nur sehr mühselig und in überschaubaren Rahmen wieder aufrappeln.

Nun allerdings könnte der schwächere Euro als entscheidender Gegenspieler dafür sorgen, dass sich die Preise wieder nachhaltiger nach oben bewegen.

Tageschart Silberpreis in Euro


Vorläufig dürfte der Tanz um die 50-Tagelinie (14,50 Euro) aber noch etwas weiter gehen. Auch die relativ enge Handelsspanne, welche durch die beiden Bollinger Bänder zwischen 14,10 und 14,70 Euro vorgegeben wird, dürfte so schnell nicht verlassen werden.

Die leicht überverkaufte Stochastik minimiert gleichzeitig das Abwärtsrisiko auf der Unterseite. Große Kursausschläge sind also vorerst noch nicht zu erwarten.

Neues Nachkauflimit unterhalb von 14,00 Euro

Das zuletzt genannte Nachkauflimit unterhalb von 13,50 Euro ging bislang nicht auf. Mit Geduld und etwas Glück könnte aber in den kommenden vier bis sechs Wochen mit Nachkauflimit bei 14,00 Euro wieder ein sehr günstiger und antizyklischer Einstieg gelingen.

Silber - Weiterhin im zähen Abwärtsmodus
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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