Stand: 17.10.2015 von Florian Grummes 0 Kommentare

Die letzten Wochen waren Balsam für die geschundenen Seelen der Edelmetallanleger. Erstmals nach über vier Jahren Baisse sieht der Sektor wieder wirklich viel versprechend aus. Die offizielle Ankündigung negativer Realzinsen in den USA, dazu schwache amerikanische Arbeitsmarktdaten gepaart mit weltweit fallenden Aktienmärkten sowie zunehmenden geopolitischen Spannungen führten zur einer Renaissance der Edelmetalle. Vor allem die Tatsache, dass sich das Smart Money in die Kursschwäche der letzten Monate hinein klar auf der Käuferseite positioniert hat, ist sehr positiv und spricht für einen übergeordneten längerfristigen Trendwechsel.

Aufgrund des etwas schwächeren US-Dollars verlief die Erholung des Silberpreises in Euro leicht gedämpft. Auf dem logarithmischen Wochenchart befindet sich Euro-Silber weiterhin klar im übergeordneten Abwärtstrendkanal. Hier müssen die Silberbullen noch jede Menge Arbeit leisten, um diesen "Käfig" verlassen zu können. Aktuell wäre das erst bei einem Wochenschlusskurs klar oberhalb von 16,50 Euro pro Feinunze geschafft. Positiv ist aber der Wiedereintritt in die alte Seitwärtszone zwischen 14,00 und 16,50 Euro. Gelingt in den nächsten Monaten der Verbleib in dieser Zone, dürfte im nächsten Jahr auch der Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal anstehen. Wichtig ist nun, dass die Verbindungslinie aus den letzten beiden Tiefs bei derzeit ca. 12,50 Euro nicht mehr unterschritten wird.

Edelmetalle überspringen ihre 200-Tagelinien

Charttechnisch lässt sich das Ende des Bärenmarktes im großen Bild aber noch nicht endgültig belegen. Seit Anfang/Mitte September hat sich jedoch eine größere Erholung immer klarer abgezeichnet. Diese hat mittlerweile sowohl den Gold- und Silberpreis als auch die wichtigen Minenindizes über die jeweiligen 200-Tagelinien geführt. Trotz teilweise heißgelaufener Indikatoren ist das Momentum aber aktuell ganz klar auf Seiten der Bullen. Damit hat der Goldpreis in der nächsten Woche noch die Chance sein Kursziel aus dem Dreieck bei 1.237 US-Dollar zu erreichen. Für den Silberpreis sind 16,65 US-Dollar realistisch. Sollte es zu einer kurzfristigen Übertreibung kommen sind auch 17,15 US-Dollar denkbar.

Wochenchart Silber in Euro

Wochenchart Silber in Euro 16.10.2015

Tageschart Silber in Euro

Tageschart Silber in Euro 16.10.2015


Auf dem Tageschart ist die Erholung seit Ende August gut zu erkennen. Ausgehend von 12,26 Euro hat sich der Preis für eine Feinunze Silber mittlerweile um 15,4 % auf 14,15 Euro verteuert. Zur Stunde bewegen sich die Notierungen knapp oberhalb der Unterstützung bei 14,00 Euro. Gleichzeitig ist die 200-Tagelinie bei 14,36 Euro nicht mehr weit entfernt und damit das logische nächste Ziel. Der RSI-Indikator ist noch nicht überkauft und hat noch Platz nach oben.

Allerdings kippt nun die günstige Saisonalität, so dass ein baldiges "Luft holen? immer wahrscheinlicher wird. Vermutlich wird es ab dem 23.Oktober eine mehrwöchige Korrektur geben. Dazu passen die mittlerweile dramatisch verschlechterten Daten vom Terminmarkt. Die kommerziellen Händler (Profis) haben hier ihre Leerverkäufe auf den Silberfuture zuletzt massiv ausgebaut. Zusammengefasst könnte der Silberkurs in Euro also noch bis auf 14,35 bis 14,50 Euro ansteigen, bevor in der letzten Oktoberwoche ein größerer Rücksetzer ansteht, welcher sich möglicherweise über den ganzen November erstrecken könnte. Als Korrekturziele müssten 13,50 Euro und im Extremfall sogar noch einmal 12,50 Euro erreicht werden. Im Anschluss sollte es dann ab Dezember bis in das Frühjahr 2016 hinein eine erneute und etwas nachhaltigere Aufwärtsbewegung in Richtung 16,00 Euro geben.

Rücksetzer im November zu Nachkäufen nutzen

Wer die Kursschwäche im Sommer nicht zu Käufen genutzt hat, wird im November vermutlich noch einmal eine gute Möglichkeit finden. Das Nachkauflimit sollte bei 13,50 und 12,60 Euro gesetzt werden.

Silber in Euro: Ab Ende Oktober Rücksetzer absehbar
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
Webseite des Autors:
www.goldnewsletter.de
Du hast eine Meinung dazu? Her damit!
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen siehst du?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Du kannst deine Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Hier findest du unsere Datenschutzerklärung.

Copyright © 2009-2019 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany