Stand: 16.02.2021 von Jörg Bernhard
In der vergangenen Woche gab das Silberinstitut seine Einschätzung zur Entwicklung des Silbermarktes im Jahr 2021 bekannt. Alles in allem kann man den Tenor der Prognosen als sehr optimistisch bezeichnen.
Silberinstitut: Optimistische Prognose zum Silberpreis

Silberpreis verfügt über enormes Kurspotenzial

Laut Silberinstitut soll sich der Silberpreis im Jahr 2021 erneut deutlich verteuern.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr kletterte der durchschnittliche Silberpreis von 16,19 auf 20,52 Dollar und verbuchte dadurch ein Plus in Höhe von 27 Prozent. Im laufenden Jahr soll es noch deutlicher bergauf gehen und sich ein Durchschnittswert von 30,00 Dollar einstellen. Dies entspräche dann einer Steigerung um mehr als 46 Prozent.

Des Weiteren geht das Silberinstitut davon aus, dass der Silberpreis 2021 eine markante Outperformance gegenüber Gold erzielen wird. Eine solche Outperformance würde mit einem rückläufigen Gold/Silber-Ratio einhergehen, schließlich bringt diese Kennzahl zum Ausdruck, wie viele Feinunzen Silber den Wert einer Feinunze Gold repräsentieren. Nachdem sich im vergangenen Jahr ein durchschnittliches Gold/Silber-Ratio von 86 eingestellt hat, soll es in diesem Jahr auf 68 sinken.

In Erwartung einer starken Industrienachfrage und steigender Käufe von Silberbarren und Silbermünzen blickt das Silberinstitut ausgesprochen optimistisch in die Zukunft. So soll die weltweite Silbernachfrage auf das Achtjahreshoch von 1,025 Milliarden Unzen ansteigen.

Gegenüber dem Vorjahr entspräche dies einem Zuwachs in Höhe von elf Prozent.

Zugleich soll sich aber auch das Angebot an Silber erhöhen. Bei der Primärproduktion (Minenproduktion) prognostizieren die Analysten ein Plus im zweistelligen Prozentbereich auf 866 Millionen Unzen. Mit der Sekundärproduktion (Recycling) soll es das fünfte Jahr in Folge nach oben gehen.

Konkrete Daten wurden allerdings nicht genannt. Trotz des zu erwartenden Nachfragebooms wird laut Silberinstitut auch in diesem Jahr ein Angebotsüberschuss zu Buche schlagen, welches allerdings auf den niedrigsten Wert seit 2015 zurückfallen soll.

Starkes Investoreninteresse bei Barren und Münzen

Mit Blick auf die einzelnen Marktsegmente rechnet das Silberinstitut vor allem bei Investoren mit einer ausgesprochen starken Nachfrage. 2021 soll das Interesse an Silberbarren und Münzen auf 257 Millionen Unzen ansteigen, den höchsten Wert seit 2015.

Erhebliches Wachstumspotenzial bestünde auch im Industriesektor, wo in der Regel mehr als die Hälfte der Gesamtnachfrage generiert wird. Verglichen mit dem Vorjahr soll sich hier ein Plus von neun Prozent auf 510 Millionen Unzen einstellen. Zu verdanken sei dies vor allem dem gestiegenen Appetit der Autobranche (insbesondere bei Elektrofahrzeugen) und der Telekommunikationsbranche (Ausbau von G5).

Auch der Photovoltaiksektor werde an die Erholungstendenz im zweiten Halbjahr 2020 anknüpfen und eine verstärkte Silbernachfrage auf 105 Millionen Unzen verzeichnen. Der Schmucksektor hat corona-bedingt im vergangenen Jahr stark enttäuscht.

Angesichts einer erwarteten Nachfrage in Höhe von 174 Millionen Unzen soll es zwar leicht bergauf gehen, die Werte vor Ausbruch der Corona-Krise würde man damit aber nicht erreichen. In der Tabelle finden Sie weitere Prognosen des Silberinstituts.

Prognosen des Silberinstituts für 2021
durchschn. Silberpreis 30 Dollar
durchschn. Gold/Silber-Ratio 68
Schmucknachfrage 174 Mio. Unzen
Nachfrage bei Münzen & Barren 257 Mio. Unzen
Nachfrage Silberwaren 45 Mio. Unzen
Industrienachfrage 510 Mio. Unzen
Weltweite Silbernachfrage 1.025 Mio. Unzen
Quelle: Silberinstitut

Ausblick für die laufende Woche

Noch immer warten die US-Amerikaner auf die dringend benötigten Hilfen im Gesamtvolumen von 1,9 Billionen Dollar.

Bislang blieb an den Goldmärkten ein Run auf den Vermögensschutz Gold aus.

Mit 1,4 Prozent p.a. fiel im Januar die Geldentwertung zudem niedriger als von Analysten prognostiziert aus. In Anbetracht der aktuellen Wirtschafts- und Finanzlage dürfte die Verlustgefahr beim Dollar deutlich höher ausfallen als bei Gold.

Dass dessen Verlust an Kaufkraft inflationsbedingt vorprogrammiert ist, dürfte mittlerweile allseits bekannt. Besonders stark gelitten hat seine Kaufkraft beim Erwerb von Gold. Erhielt man Anfang 1999 pro Dollar noch 108 Milligramm Gold, reicht es heute lediglich für 17 Milligramm, was einem Minus von über 84 Prozent entspricht.

Ähnlich miserabel sieht die Bilanz beim Euro aus. Im Grunde genommen lässt dies nur einen Schluss zu:

Wer bei ungedeckten Währungen wie Dollar und Euro eine langfristige Kursrally für unwahrscheinlich hält, sollte regelmäßig überschüssiges Geld in Gold tauschen.  Sprachlich unterscheiden sich beide Anlageklassen lediglich durch einen Buchstaben, zwischen beiden liegen dennoch Welten.

Autor: Jörg Bernhard
Freier Wirtschaftsjournalist
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Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"