Stand: 10.04.2016  0 Kommentare

Bei der Entdeckung eines versunkenen Schiffes aus der Flotte von Vasco da Gama haben Forscher einen spektakulären Fund gemacht. Neben zahlreichen Artefakten sowie diversen Gold- und Silbermünzen konnten sie zudem eine einzigartige und legendäre Silbermünze heben.

Der Untergang der beiden Schiffe aus der Flotte von Vasco da Gama im Jahr 1503 vor der Küste von Oman soll vermeidbar gewesen sein. Die dortigen Einheimischen sollen die befehlshabenden Kapitäne noch vor dem heranziehenden Sturm gewarnt haben, doch letztere ignorierten offenbar die drohende Gefahr und die Schiffe versanken in der Folge mit ihrer kostbaren Ladung im Indischen Ozean. Jetzt haben Forscher eines der Wracks auf dem Meeresgrund aufgespürt und zahlreiche Artefakte sicher gestellt und wieder zurück an die Oberfläche gebracht. Dabei ist ihnen auch ein sensationeller Fund ins Netz gegangen: Eine legendäre Silbermünze, von der bislang nur ein weiteres Exemplar auf der ganzen Welt bekannt gewesen war..

Gold- und Silbermünzen vom Meeresboden gesammelt

Wie das Wissensmagazin Scinexx am vergangenen Donnerstag (24.03.16) berichtete, soll es sich bei dem Schiffswrack um die gesunkene "Esmeralda" handeln, die zusammen mit der "San Pedro" in einer Bucht der Insel Al-Hallaniyah im Rahmen der zweiten Indienreise von Vasco da Gama vor Anker gelegen haben soll. Die schwer bewaffneten Schiffe waren zudem bis zum Bersten mit indischen Gewürzen und anderen Handelsgütern beladen als das Ungemach über sie hereinbrach. Den Angaben zufolge sollen Überlebende der Schiffskatastrophe den Hergang der Geschehnisse an diesem Tag vor mehr als 500 Jahren detailliert geschildert haben. Ein Sprecher der britischen Bergungsfirma Bluewater Recoveries sagte demnach:

"Der vermeidbare und teure Verlust dieser Schiffe und ihrer wertvollen Ladung ist eine gut dokumentierte Geschichte".

Insgesamt soll die Spezialfirma mehr als 2.800 Artefakte aus dem 15. Jahrhundert ans Tageslicht gebracht haben, darunter etwa zahlreiche Kanonenkugeln aus Stein, Bleigewichte zur Tiefenmessung, Keramikteile sowie eine Schiffsglocke. Besondere Aufmerksamkeit zogen jedoch diverse Goldmünzen und Silbermünzen auf sich, welche die Taucher vom Meeresboden um die Fundstelle aufsammeln konnten (siehe kurzes Video). Bei den Goldmünzen handelt es sich um so genannte Cruzados, die der damalige portugiesische König Manuel I. in den Jahren zwischen 1497 und 1521 prägen ließ.

Silbermünze ist königliche "Geistermünze"

Doch die eigentliche Sensation der jetzt bekannt gemachten Entdeckung ist eine einzigartige Silbermünze, einen so genannten "Indio", den König Manuel I. nach der ersten, zwei Jahre dauernden Indienreise von Vasco da Gama zur Erleichterung des zu erwartenden direkten Handels mit Indien prägen ließ. Der "Indio" sei eine besonders wichtige und aufregende Entdeckung, ergänzte der Sprecher der Bergungsfirma. Es handle sich um eine legendäre Silbermünze, die aufgrund ihrer großen Seltenheit auch als königliche "Geistermünze" bekannt sei.  Die nun gefundene Silbermünze sei erst das zweite weltweit bekannte und noch existierende Exemplar ihrer Art, hieß es weiter.

Persischen, arabischen und türkischen Zwischenhandel ausgeschaltet

Die Wracks der "Esmeralda" und der (nicht gefundenen) "San Pedro" dürften zu den ersten Schiffbrüchen europäischer Schiffe in dieser Weltregion überhaupt zählen. Der Anfang des 16. Jahrhunderts war von der Entdeckung des Seeweges nach Indien gekennzeichnet, Andere europäische Schiffe dürften dort zu jener Zeit kaum anzutreffen gewesen sein. Das erste Mal, dass ein europäisches Schiff Indien auf dem Seeweg um Afrika herum erreichte, war am 20. Mai 1498 unter der Leitung von Vasco da Gama. Damit hatte der Entdecker eine direkte Handelsroute mit Indien hergestellt, was erstmals den persischen, arabischen und türkischen Zwischenhandel, der Gewürze wie Pfeffer extrem verteuerte, auszuschalten vermochte. Allerdings war die Folgezeit mit Schiffbrüchen auf dieser Strecke gepflastert. Schätzungen zufolge sollen bis zum Jahr 1650 mehr als 200 europäische Handelsschiffe in den Fluten des Indischen Ozeans versunken sein.

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