Stand: 21.03.2018 von Florian Grummes 7 Kommentare

Von seinem letzten signifikanten Hoch am 25.Januar 2018 bei 17,68 US-Dollar ist der Silberpreis in den letzten zwei Monaten um knapp 8% bis auf 16,16 US-Dollar zurückgefallen. Seit Mitte Februar hat sich dabei eine enge Handelspanne zwischen 16,80 und 16,20 US-Dollar entwickelt.

Insgesamt entspricht diese relativ schwache Silberpreis-Kursentwicklung dem saisonalen Muster, wonach die Edelmetalle noch bis zum Frühsommer unter Druck bleiben sollten. Gleichzeitig sind die Rücksetzer beim Silber und insbesondere beim Gold doch sehr überschaubar.

Die niedrige Volatilität in Verbindung mit dem relativ stabilen Charakter lassen daher ab Juli eine explosive Aufwärtsbewegung erwarten.

Silberpreis - Absteigendes Dreieck mit Kursziel 15,60 US-Dollar

Durch die schwache Kursentwicklung hat sich auf dem Tageschart für den Silberpreis ein absteigendes Dreieck gebildet. Noch können sich die Notierungen hier oberhalb der entscheidenden Unterstützungszone um 16,25 US-Dollar halten.

Wird diese Marke aber in den nächsten Tagen klar unterschritten, ist diese potentielle Formation bestätigt. In der Folge müsste der Silberpreis in Richtung 15,60 - 15,80 US-Dollar zurücksetzen.

Hier verläuft die breite und extrem solide Unterstützungszone um 15,50 US-Dollar, die in der Vergangenheit jeden Abverkauf auffangen konnte.

Silberpreis in US-Dollar Tageschart - Absteigendes Dreieck mit Kursziel 15,60 US-Dollar

Zwar hat der Stochastik Oszillator bereits fast seine überverkaufte Zone erreicht, bullische Signale sind derzeit aber Mangelware. Lediglich die Terminmarkdaten (CoT-Report)  für Silver sehen vielversprechend aus.

Da aber am Goldterminmarkt weiterer Korrekturbedarf besteht, dürfte Silber (wie fast immer) dem Goldpreis folgen. Darüberhinaus schwebt weiterhin das drohende Damoklesschwert einer US-Dollar Erholung über dem Edelmetallsektor.

Saisonale Muster für den Silbermarkt

Außerdem bleibt das saisonale Muster für den Silbermarkt bis Ende Juni extrem ungünstig. Überschaubare Zwischenerholung sind in diesem Umfeld zwar immer möglich, der Trend zeigt jedoch klar nach unten.

Idealerweise sind die Edelmetalle aber dann im Juni bzw. Juli derart überverkauft, so dass eine vielversprechende Ausgangslage für eine starke Sommerrally vorliegen sollte.

Bis dahin müssen sich Gold und Silber aber noch knapp drei Monate in einem bärischen Umfeld behaupten. Nur Kurse oberhalb von 16,75 US-Dollar würden die unmittelbare Gefahr des absteigenden Dreiecks neutralisieren.

Tageschart Silberpreis in Euro

In Euro gerechnet sieht das absteigende Dreieck noch bedrohlicher aus. Hier sind die Kurse in den letzten Wochen überhaupt nicht mehr auf die Beine gekommen, sondern klebten nur knapp oberhalb der entscheidenden Unterstützungszone bei 13,25 Euro.

Nun deutet sich hier bereits das Unterschreiten dieser Unterstützungszone an. Mit der Höhe des absteigenden Dreiecks lässt sich eine Zielzone um 12,45 bis 12,75 Euro berechnen.

Tageschart Silberpreis in Euro

Auch auf Eurobasis haben die Bären den Markt also fest im Griff. Im Grunde genommen kann diese Umklammerung nur mit Kursen oberhalb der fallenden 200-Tagelinie (14,11 Euro) gelöst werden.

Kurse in dieser Region sind derzeit aber nicht absehbar. Vielmehr sind schon in Kürze tiefere Kurse zu erwarten. Ein stärkerer US-Dollar könnte den Abwärtsdruck jedoch etwas mildern.

Neues Nachkauflimit unterhalb von 12,55 Euro

Aufgrund der schwachen Entwicklung beim Silberpreis hat das vor sechs Wochen genannte Nachkauflimit unterhalb von 13,50 Euro gegriffen. Bislang haben sich die günstigen Einstiegskursen aber noch nicht wirklich bezahlt gemacht, ein schwächerer Euro könnte dies im späteren Jahresverlauf aber deutlich ändern.

Aufgrund technischen Situation empfiehlt sich jetzt ein neues Nachkauflimit unterhalb von 12,55 Euro. Im ganz großen Bild bleibt Silber klar unterbewertet und langfristig betrachtet ein Kauf.

Bitte erwarten sie hier keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

Auch wenn die Performance im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den letzten Jahren eher enttäuschend war, führt an den Edelmetallen als Stabilisator und ruhender Anker kein Weg vorbei.

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Silberpreis - Absteigendes Dreieck verheißt nichts Gutes
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [7]
  • von Jupp | 21.04.2018, 21:39 Antworten

    Zum Artikel fällt mir gar nichts ein. Henry Kissinger soll gesagt haben: Wir müssen die Weltbevölkerung auf 500 Millionen reduzieren. Wir sind auf einem guten Weg.

  • von Willi | 23.03.2018, 15:45 Antworten

    Chartanalysen, haben noch nie gestimmt, jeder legt den Quatsch anders aus, taugen also zu nix!

  • von J.L. | 22.03.2018, 10:22 Antworten

    ...ob sinkend Preise gut sind oder schlecht ,ist relativ. Für Leute die regelmäßig was sparen wollen ist es sicher gut .Für Leute die in kurzer Zeit große Gewinne mitnehmen wollen sind Edelmetalle eh nicht das richtige Investment. Wer seit vielen Jahren regelmäßig kleinere Mengen kauft oder verkauft wird das verstehen und weiß wie Edelmetallmärkte ticken. Wer große Mengen auf einmal kauft und verkauft wird in der Sparte kaum glücklich werden. Optimale Ein und Ausstiege sind wie an allen Märkten, auch hier kaum möglich.

  • von Doreau | 21.03.2018, 22:50 Antworten

    Ehrliche geschriebene Analysen lese ich lieber, als irgendwelche Märchenbücher.
    Daher danke für den Artikel.
    Jedoch ist es mittlerweile so (oder war es nicht schon immer so?), das andere Anlageformen auch nicht besser da stehen.
    Ein Leben ohne Risiko, gibt es eben nicht...

    • von Fritzthecat | 21.03.2018, 23:08 Antworten

      Gold und insbesondere Silber: Erst wenn so gut wie niemand mehr davon spricht, besteht die Chance auf steigende Kurse. Das kann aber dauern ( oder ist das auch schon ein guter Indikator, weil ich nicht einmal mehr selbst daran glaube?)

      • von Christian G | 22.03.2018, 07:38 Antworten

        Solange das Vertrauen in die Wirtschaft aufrecht erhalten werden kann, wird der EM-Preis nur schwer zum steigen kommen, da es niemand haben will.
        Wenn die Wirtschaft einmal ins Stocken gerät und die Nachfrage steigt, sind diejenigen im Vorteil, die bereits EM haben.
        EM sind eine Absicherung für den Totalausfall oder starken Abwertung der eigenen Währung (Euro).
        Volkswirtschaftlich gesehen ist ein niedriger EM-Preis ein Zeichen von Frieden und Vertrauen in die Zukunft.

      • von Fritzthecat | 21.03.2018, 23:13 Antworten

        Aber ich schreibe bzw. spreche ja, desswegen: Vergiss den Aufschwung! (Bin ich jetzt reif für die Klapsmühle?)

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