Stand: 18.05.2016 von © Gold.de Redaktion JB/GW 0 Kommentare

So schnell kann es gehen: Vor sechs Wochen haben wir an dieser Stelle mit Verweis auf das historisch hohe Gold/Silber-Ratio auf das Nachholpotenzial von Silber hingewiesen - mittlerweile weist der Silberpreis unter sämtlichen Edelmetallen für 2016 mit plus 25 Prozent die beste Performance aus.

Während der Goldpreis in den vergangenen Wochen einen Gang zurückgeschaltet hat, machte sein kleiner Bruder Silber mächtig Tempo. Eine markante Outperformance von Silber gegenüber Gold war vor allem im April zu beobachten. Innerhalb dieses Monats hat sich das Gold/Silber-Ratio von 81,0 auf 71,7 reduziert. Aktuell repräsentiert eine Feinunze Gold den Gegenwert von 74,5 Feinunzen Silber. Der April brachte für das weiterhin mit großem Abstand günstigste Edelmetall einige positive Überraschungen mit sich. Anfang des Monats testete das Edelmetall erfolgreich die 200-Tage-Linie, die im weiteren Handelsverlauf sogar nach oben drehte. Dies interpretieren Charttechniker als Trendwechselsignal. Nach mehrjähriger Durststrecke gelang dem Silberpreis zudem ein Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal, was in der Chartlehre ebenfalls als Kaufsignal gewertet wird. Unter charttechnischen Aspekten stehen die Ampeln derzeit eindeutig auf "Grün".

Silberinstitut meldet Rekordnachfrage für 2015

Anfang Mai erhielt Silber mit dem vom Silberinstitut veröffentlichten Jahresbericht (World Silver Survey 2016 ) zusätzlichen fundamentalen Rückenwind. Die von der in London beheimateten Researchgesellschaft GFMS Thomson Reuters erfassten Daten wiesen hinsichtlich der physischen Silbernachfrage mit 1.170,5 Millionen Feinunzen einen neuen Rekordwert aus. Weil das Angebot an Silber auf 1.040,6 Millionen Feinunzen zurückging, stellte sich für 2015 ein Defizit von 129,8 Millionen Feinunzen ein. Zur Erinnerung: Im Vorjahr übertraf die Nachfrage das vorhandene Angebot um "lediglich" 78,6 Millionen Feinunzen.

Eine rekordhohe Nachfrage war in mehreren Marktsegmenten festgestellt worden. In der Schmuckbranche war gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 224,0 Millionen auf 226,5 Millionen Feinunzen (+1,1 Prozent) und beim Geschäft mit Silbermünzen und Silberbarren ein Zuwachs von 236,1 Millionen auf 292,3 Millionen Feinunzen (+23,8 Prozent) registriert worden. Im Industriesektor war zwar insgesamt ein Nachfragerückgang von 611,2 Millionen auf 588,7 Millionen Feinunzen (-4,7 Prozent) zu beklagen, im Solarsektor herrschte dennoch Rekordlaune. Hier kletterte nämlich die Silbernachfrage von 63,2 Millionen auf 77,6 Millionen Feinunzen (+22,8 Prozent) - ein neuer Höchstwert.

Anhaltender Absatzboom bei Silbermünzen

Auch 2016 scheinen die Geschäfte in einigen Marktsegmenten ausgesprochen rund zu laufen. So lieferte zum Beispiel die US Mint in den ersten vier Monaten American-Eagles-Silbermünzen im Volumen von 18,9 Millionen Feinunzen aus und übertraf damit das vergleichbare Vorjahresniveau von 14,9 Millionen Feinunzen um fast 27 Prozent. Für die Münzprägeanstalt war 2015 zudem ein Rekordjahr, schließlich wurden mit 47 Millionen Feinunze die Bestmarke des Vorjahres in Höhe von 44 Millionen deutlich übertroffen (siehe Grafik). In dieses Bild passt auch die Nachricht, dass bei der australischen Perth Mint bereits zwei der beliebten Silberanlagemünzen des Prägejahres 2016 ausverkauft sind. Dabei handelt es sich zum einen um die im November erschienene "2016 Australian Kookaburra " im Feingewicht von einer Unze und zum anderen um die diesjährige Version des "Australian Koala " (1 Unze). Bei der Kookaburra-Münze wurde die Auflage auf 500.000 Stück während die Stückzahl der Koalas auf 300.000 Stück limitiert war. Wer auf Gold.de die Menüfunktion "Preisvergleich" aufruft, findet noch einige Händler, welche die "Sammlerstücke" liefern können. Wer sich den Sammler-Aufgeld sparen und möglichst viel Silber für sein Geld erhalten möchte, sollte auf die Versionen Maple Leaf (Kanada), Silver Eagle (USA) und Känguru (Australien) ausweichen, die bei vielen Händlern in differenzbesteuerter Form, also der für Anleger steuergünstigeren Variante erhältlich sind.

Verkäufe von Silbermünzen American Eagle

Vorteil von Barren und Münzen

Das ganz große Rad drehen Silberinvestoren bzw. -spekulanten vor allem bei physisch hinterlegten ETPs und an den Terminmärkten. So waren zum Beispiel Ende März laut GFMS weltweit 640 Millionen Feinunzen in ETPs "gebunkert". Noch eine Nummer größer fällt der Markt für Silber-Futures aus, wo die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) im Mai bei ungefähr 200.000 Futures lag. Da sich ein Kontrakt auf 5.000 Feinunzen bezieht, umfasst das repräsentative Marktvolumen eine Milliarde Feinunzen Silber. Problem: An der Terminbörse Comex belaufen sich die registrierten Silberbestände auf lediglich 30,2 Millionen Feinunzen und stehen damit in einem krassen Missverhältnis zum Open Interest. Eine noch größere Diskrepanz gibt es bei Gold-Futures, wo sich die Anzahl offener Kontrakte auf 58 Millionen Feinunzen beziehen und die registrierten Goldbestände weniger als 700.000 Feinunzen ausmachen. Wer im Krisenfall keine böse Überraschung erleben möchte, sollte daher Gold und Silber in physischer Form bevorzugen.

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