Stand: 29.11.2017 von Florian Grummes 13 Kommentare

Nach wie vor stecken die Gold- und Silberpreise in einer zähen und von Fehlsignalen geprägten Seitwärtsphase. Während es Gold bislang nicht geschafft hat, den Widerstand um 1.295 US-Dollar nachhaltig zu durchbrechen, bewegt sich der Silberpreis zumeist in einer noch engeren Handelspanne unterhalb von 17,25 US-Dollar.

Für viele Edelmetallanleger ist dieses Verhalten verständlicherweise enttäuschend, denn die weltweite Ausweitung der Geldmengen sollte doch eigentlich zu stark steigenden Preise für die seit über 5.000 Jahren stabilste Assetklasse führen. Mittel- und vor allem langfristig werden die Edelmetalle natürlich auf das verantwortungslose Treiben der Notenbanker reagieren und mindestens für den Erhalt der Kaufkraft sorgen.

Kurzfristig jedoch spielt die Musik in anderen Märkten, so dass sich beim Goldpreis und Silberpreis einfach kein Momentum entfalten will. Als Sicherheitsanker und Stabilisator dürfen physisches Gold und Silber aber gerade in diesen verrückten Zeiten in keinem ausgewogenen Portfolio fehlen.

Charttechnisch allerdings erscheint die Anfang September begonnene Korrektur immer noch nicht ausgestanden. Die einzige Frage bleibt, ob es vor der nächsten Abwärtswelle doch noch zu einer Zwischenerholung kommt, die ihren Namen auch verdient. Das zähe Seitwärtsgeschiebe ist jedenfalls nicht sehr überzeugend.

Silberpreis in US Dollar - ABC-Korrektur immer noch nicht abgeschlossen

Der Silberpreis korrigiert und konsolidiert bereits seit fast drei Monaten in einem Dreieck, wobei die Kurse zuletzt zwischen 16,75 und 17,25 US-Dollar fast nur noch seitwärts liefen. Stimmt die Interpretation eines Dreiecks, rückt eine größere Bewegung immer näher.

Auch die stark zusammengezogenen Bollinger Bänder deuten an, dass sich der aufgestaute Druck in Kürze entladen wird. Ob die Reise dann zunächst doch noch nach oben gehen wird (Zwischenerholung) oder ob es direkt zur noch fehlenden Welle C und damit zu tieferen Kurse im Bereich um 15,50 US-Dollar kommen wird, lässt sich derzeit leider noch nicht absehen. Auch die Indikatoren haben sich der Seitwärtsbewegung angepasst und sind neutral einzustufen.


Silberpreis in US Dollar Korrektur noch immer nicht abgeschlossen


Aufgrund der nach wie vor ungünstigen Terminmarktstruktur (CoT-Report) fehlt den Edelmetallen aber immer noch die finale Bereinigung mittels tieferer Preise. Jede mögliche Zwischenerholung ist damit im Grunde genommen zum Scheitern verurteilt.

Insgesamt bleibt es also bei der Erwartung, dass der Silberpreis in den kommenden Wochen bzw. 2-3 Monaten nochmals auf tiefere Kurse zusteuern wird. Spätestens das FOMC-Meeting am 12. und 13.Dezember sollte wieder Bewegung in die eingeschlafenen Edelmetallnotierungen bringen.

Tageschart Silberpreis in Euro - Stark überverkauft

In Euro gerechnet läuft der Silberpreis ebenfalls in ein Dreieck hinein. Allerdings ist hier der Stochastik-Oszillator extrem überverkauft, so dass die Chancen für einen Ausbruch nach oben deutlich größer sind.


Silberpreis in Euro - Stark überverkauft


Kommt es dazu, wäre die fallende 200-Tagelinie (15,09 Euro) das erste Ziel. Auf der Unterseite muss sich der Silberpreis dazu aber unbedingt oberhalb von 14,20 Euro halten können.

Neues Nachkauflimit unterhalb von 13,25 Euro

Wer noch nicht wenigstens 10% seines Vermögens in physischem Gold und Silber angelegt hat, sollte schon die aktuell stark überverkaufte Lage unbedingt für antizyklische Silberinvestitionen nutzen.

Schnäppchenjäger hingegen warten vorerst ab, ob die Notierungen nicht doch noch eine Etage tiefer in Richtung 13,25 Euro rutschen. Allerspätestens hier ergibt sich wieder ein sehr günstiger und antizyklischer Einstieg gelingen.

Silberpreis - Das Ende der Seitwärtsphase rückt näher
Florian Grummes - Florian Grummes ist unabhängiger Finanzanalyst und Berater sowie internationaler Referent mit über 20 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Dabei hat sich Herr Grummes auf die Edelmetalle, Kryptowährungen und die technische Analyse spezialisiert. Mit der Kombination aus technischer, fundamentaler sowie Sentiment Analyse gelingt ihm häufig eine akkurate Konklusion und Prognose zum Goldmarkt.
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Kommentare [13]
  • von Hackiwat | 10.12.2017, 11:14 Antworten

    Hallo liebe Leute: Solange es sich über Jahre manifestiert hat, das eine Handvoll Ganoven durch digitale Betrügereien in der Lage sind, ungestraft ihre gewünschten Edelmetallpreise selbst zu "erschaffen", solange können wir uns hier die Finger wundschreiben und es wird sich nichts ändern. Wie schrieb neulich ein Edelmetallhändler frustriert: "Es ist schon sehr praktisch, wenn man seinen eigenen Golddpreis bestimmen kann"! Wer traut sich heute bitteschön überhaupt noch, irgendwem sein sauer verdientes Geld zur Altersvorsorge anzuvertrauen. Ich traue Niemandem mehr, deshalb möge man mir bitte nie wieder etwas vom freien Markt erzählen. Jahrtausende alte Werte wie die Edelmetalle werden langfristig ehrliche Werteversicherungen bleiben. Eines Tages finden diese ganzen Börsenzockereien ihr verdientes Ende. - Dann aber werden dadurch ganze Volkswirtschaften ruiniert sein!

  • von Silber Leaf | 08.12.2017, 22:48 Antworten

    In physisches Silber zu investieren ist eine gute Idee. Empfehle ich jedem der mit kleinerem geld etwas für seine Familie/Kinder zurücklegen will. Es hält sich einigermaßen stabil mit trend nach oben. Geld verliert seine Kaufkraft, was ich gestern für 5 Euro kaufen konnte, kann ich heut nicht mehr für 5 Euro kaufen. Silber bleibt aber und man kann es jederzeit zu Geld machen.
    Anderer vorteil, jetzt generell beim kauf von Silber und Gold ist, Geld gibt man spontan aus. Es ist schwierig es nicht auszugeben, vor allem für unnützliches Zeug. Wenn es allerdings in ein Edelmetall wie Silber investiert wird, bleibt es erhalten. So spart man meiner meinung nach neben bei auch viel besser.

    • von Doreau | 09.12.2017, 00:32 Antworten

      Ohne Ihnen nahetreten zu wollen, aber ich sehe jeden Satz komplett anders.
      Bei Familie/Kinder würde ich eher in Gold investieren, das ist stabiler, als Silber.
      Geld verliert eigentlich relativ wenig an kaufkraft, jedenfalls heute.
      Der Spargedanke ist schon richtig, aber mit Aufschlägen, Wertverlust, usw ist Silber ganz schön teuer. Teurer als Gold.

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